Der Soziologe Richard Sennett hat in seinem Buch “Der flexible Mensch” untersucht, wie sich Individuen im globalen Kapitalismus verbiegen flexibilisieren müssen, um im täglichen Arbeitswettkampf bestehen zu können.
Eine wichtige Rolle spielt im flexibleren Arbeitsalltag natürlich der Computer: Sennett beschreibt, wie Arbeiter mit immer mehr Technik zu tun haben, diese zwar bedienen können, sie aber nicht verstehen. Gerade wenn die Technik ausfällt, stehen die Menschen, so Sennett, ratlos/ hilflos/ entfremdet davor.
Welche Bedeutung hat aber computergeneriertes Wissen, wenn wir den Computer nicht verstehen? Sennett dazu:
Auf den höheren Ebenen der technischen Arbeit hat der Computer den Inhalt vieler Berufe erweitert. Die weit positivere Seite der Technologie erscheint beispielsweise in der Studie von Stanley Arnonowitz und William DiFazio über den Einfluß von Auto-CAD (Computer Assisted Design) auf eine Gruppe von Ingenieuren und Architekten (…). Menschen, die das Zeichnen von Hand gewohnt waren, waren begeistert von den Möglichkeiten, Bilder auf dem Monitor flexibel zu verändern. (…) Dieser Einsatz der Maschine hat ihre Benutzer ganz sicher zum Denken angeregt.
Er führt weiter aus:
Wie jeder Denkakt ist mechanische Intelligenz stumpfsinnig, wenn sie nur funktional und nicht selbstkritisch arbeitet. (…) (W)er wissen möchte, wie etwas vergrößert, verkleinert, auf dem Kopf oder von hinten aussieht, erfährt es durch ein paar Tastenanschläge. Er erfährt jedoch nicht, ob das Bild etwas taugt.
Ein letztes Beispiel bei Sennett über eine Arbeit der Technologieforscherin Sherry Turkle, die Kinder zu dem Computerspiel SimCity befragte:
Eine der Regeln des Spieles lautet: Steuererhöhungen führen immer zu Aufständen. Das Kind stellte nicht die Frage, warum Steuererhöhungen zu Aufständen führen, es wußte nur, daß es so ist, und das macht dies Spiel einfach zu spielen.