Archive for September 12th, 2005

Die EU-Informationsgesellschaft

Monday, September 12th, 2005

Hier ein kurzer Hinweis, den ich bei netzpolitik.org gefunden habe: Das Portal Europa Digital hat einen Überblick über die EU-Politk zur Informationsgesellschaft zusammengestellt. Muss ich dringend mal lesen. ..

Nachtrag: Markus erwähnt auch eine Veranstaltung zum Thema: “Human Rights in the Information Society: Responsible Behaviour by Key Actors“. Im Auge behalten!

UMTS-David gegen Windows-Goliath

Monday, September 12th, 2005

Habe eben ein Interview mit Netzpolitk.org-Macher Markus Beckedahl bei Medienrauschen wiederentdeckt. Markus, der auch Autor des Buches “Die Google-Gesellschaft” ist, erzählt von der Guerillia-Aktion gegen den Lobbyabend von Microsoft im Abgeordnetenhaus Berlin.

Das Netz hilft uns, Themen zu transportieren. Die Idee wurde über Mailinglisten transportiert und diskutiert aber auch offline Treffen war hilfreich. Wenn Greenpeace früher eine Aktion machte, waren sie davon abhängig, dass Kamerateams dabei waren um alles zu dokumentieren. Jetzt haben wir unsere digitalen Tools - und wir wissen diese zu nutzen. Wir haben ja nicht nur Bilder gemacht und diese live via MMS in Blogs gestellt. Auch haben wir erstmals mit UMTS experimentiert, um einen Livestream der Veranstaltung ins Netz zu stellen, der schnell unter anderem via IRC distribuiert wurde. Die Idee war, Lobbying transparent zu machen und Citizen Journalism zu praktizieren. Für die Nachbereitung hatten wir Blogs und Server, um die Bilder online zu stellen und einen Bericht zu schreiben. Dort konnten klassische Medien recherchieren und auf das Material zurückgreifen. Wir haben quasi unsere eigenen Medien und sind nicht mehr von den Massenmedien abhängig.

Was lernen wir?

  • Mit den Neuen Medien kommen neue Chancen für die Bürgergesellschaft.
  • Politik erfindet sich im Netz neu.
  • Freie Software ist eine Sache, für die es sich einzusetzen lohnt.

Mehr Infos zur Pinguin-Party bei Microsoft gibt es bei netzpolitik.org.

Der flexible Mensch

Monday, September 12th, 2005

Der Soziologe Richard Sennett hat in seinem Buch “Der flexible Mensch” untersucht, wie sich Individuen im globalen Kapitalismus verbiegen flexibilisieren müssen, um im täglichen Arbeitswettkampf bestehen zu können.

Eine wichtige Rolle spielt im flexibleren Arbeitsalltag natürlich der Computer: Sennett beschreibt, wie Arbeiter mit immer mehr Technik zu tun haben, diese zwar bedienen können, sie aber nicht verstehen. Gerade wenn die Technik ausfällt, stehen die Menschen, so Sennett, ratlos/ hilflos/ entfremdet davor.

Welche Bedeutung hat aber computergeneriertes Wissen, wenn wir den Computer nicht verstehen? Sennett dazu:

Auf den höheren Ebenen der technischen Arbeit hat der Computer den Inhalt vieler Berufe erweitert. Die weit positivere Seite der Technologie erscheint beispielsweise in der Studie von Stanley Arnonowitz und William DiFazio über den Einfluß von Auto-CAD (Computer Assisted Design) auf eine Gruppe von Ingenieuren und Architekten (…). Menschen, die das Zeichnen von Hand gewohnt waren, waren begeistert von den Möglichkeiten, Bilder auf dem Monitor flexibel zu verändern. (…) Dieser Einsatz der Maschine hat ihre Benutzer ganz sicher zum Denken angeregt.

Er führt weiter aus:

Wie jeder Denkakt ist mechanische Intelligenz stumpfsinnig, wenn sie nur funktional und nicht selbstkritisch arbeitet. (…) (W)er wissen möchte, wie etwas vergrößert, verkleinert, auf dem Kopf oder von hinten aussieht, erfährt es durch ein paar Tastenanschläge. Er erfährt jedoch nicht, ob das Bild etwas taugt.

Ein letztes Beispiel bei Sennett über eine Arbeit der Technologieforscherin Sherry Turkle, die Kinder zu dem Computerspiel SimCity befragte:

Eine der Regeln des Spieles lautet: Steuererhöhungen führen immer zu Aufständen. Das Kind stellte nicht die Frage, warum Steuererhöhungen zu Aufständen führen, es wußte nur, daß es so ist, und das macht dies Spiel einfach zu spielen.