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Google (Purge) ist alles!

Thursday, September 15th, 2005

Unlängst wurde hier und hier über die SatireGoogle Announces Plan To Destroy All Information It Can’t Index” des US-Magazins THE ONION berichtet. Demnach solle das neue Produkt Google Purge nach und nach alle von Google nicht indexierbaren Daten vernichten.

Hinter der Geschichte steckt aber mehr als nur ein netter Lacher, ein ernster Kern sozusagen. Schauen wir einmal in den Plot.

As a part of Purge’s first phase, executives will destroy all copyrighted materials that cannot be searched by Google.

A year ago, Google offered to scan every book on the planet for its Google Print project. Now, they are promising to burn the rest,” John Battelle wrote in his widely read “Searchblog.” “Thanks to Google Purge, you’ll never have to worry that your search has missed some obscure book, because that book will no longer exist. And the same goes for movies, art, and music.”

“We believe that Google Desktop Search is the best way to unlock the information hidden on your hard drive,” Schmidt said. “If you haven’t given it a try, now’s the time. In one week, the deleting begins.”

Ausgangspunkt dieser kleinen, feinen Story ist eine ernst gemeinte Aussage des Unternehmens aus Mountain View, dem so genannten Mission Statement: Das Ziel von Google besteht darin, die Informationen der Welt zu organisieren und allgemein nutzbar und zugänglich zu machen.

Was so flockig daher kommt, lässt jeden Wissenssoziologen unruhig schlafen. Denn: Die Informationen der Welt sind in ihrer Gesamtheit keine Ware, die sich ähnlich praktisch zu Pyramiden stapeln lässt wie Obstkonserven. Mit viel Leidenschaft, einer Menge guter Ideen und jeder Menge Venture Capital verbreitet Google seinen Charme und Info-Segen auf der ganzen Welt (denn mit weniger gibt sich Google ja nicht zufrieden). Ähnlich naiv versucht ein George W. Bush aus Washington, Demokratie zu organisieren.

Dennoch hat jede Satire auch ein Fünkchen Wahrheit. Googles faktisches Monopol, das in Deutschland und anderen westlichen Ländern (aber nicht in China) besteht, formt aus Informationsbedürfnissen Tatsachen: Was bei Google nicht steht, existiert eben nicht. Gleiches gilt längst für alle Suchergebnisse in den Trefferlisten jenseits des 25. Eintrags. Zahlreiche Studien (PDF) bestätigen dies.

Informationen, die zukünftig bei Google im Netz nicht stehen oder nicht auf Anhieb gefunden werden, werden für die Nutzer nicht existieren. Dies wird auch auf klassische Offline-Medien wie Bücher ausstrahlen. Warum also sollte sich Google die Arbeit machen, extra ein Programm dafür zu schreiben, das diese Infos vernichtet, wenn für uns bald Google alles ist? ;-)