Deutschland liebt das Internet
58 Prozent der Deutschen, so vermeldet die ARD/ZDF-Online-Studie 2005, sind online. Damit nähert es sich immer mehr seiner zukünftigen Rolle als Leitmedium.
Ohne das Internet, so die übereinstimmende Erkenntnis der meisten Bundesbürger, ist eine Teilhabe am gesellschaftlichen Leben schwieriger geworden.
Dabei skizziert die Studie in der Einleitung die kaum mehr vorstellbare Situation vor kurzen zehn Jahren:
Deutschland 1995: Es ist erst zehn Jahre her, aber heute fast schon so fremd wie das „Schwarzwaldhaus 1902“. Für Überweisungen ging man zur Bank, zum Einkaufen ins Kaufhaus oder ins Einkaufscenter. Bücher kaufte man im Buchladen, und Auktionen waren den meisten Bürgern vornehmlich als Versteigerung edler Antiquitäten und Kunstwerke in nobler Umgebung ein Begriff. Mobiltelefone, umgangssprachlich „Briketts“, waren teuer und unzuverlässig. PDA stand damals noch für „Public Display of Affection“, und die erste Play Station war noch nicht auf dem Markt.
Diese Dynamik überträgt ZDF-Intendant Schächter aber nicht konsequent auf den eigenen Bereich. Zwar sieht er eine steigende Nutzung zu jeder Zeit, an jedem Ort, aber dennoch degradiert er das Internet, wenn er sagt:
Online-Angebote sind unverzichtbare Begleitung des Fernsehprogramms.
Ich behaupte mal: Das Internet wird zum Leitmedium der Zukunft und es wird alle anderen Medien degradieren. Wir werden dann zwischen Fernsehen und Internet (und allen anderen elektronischen Medien) nicht mehr unterscheiden. Fernsehen wird dann nur noch eine Stimme in der multimedialen Vielfalt sein.
Zugegeben: Schächter sprach über den Entwurf einer Selbstverpflichtungserklärung des ZDF für die Jahre 2004 bis 2006.
September 13th, 2005 at 22:14
[…] Von Kai Lehmannam 13.09.2005 um 22:10
Eigentlich wollte ich ja im vorherigen Beitrag gar nicht über Medienkonvergenz sprechen, […]