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David gegen Google

Thursday, October 6th, 2005

Es ist zwar schon einige Monate her, aber in der aktuellen ZEIT hat die Buchpräsentation zur Google-Gesellschaft noch einmal Resonanz gefunden. Ich will Euch die entsprechende Passage nicht vorenthalten (auch wenn hier - ungenügende Zitation! - Ross & Reiter, sprich: Veranstalter, nicht genannt werden).

An einem Abend im Mai trafen sich, hoch über Berlin-Mitte, im Dachgeschoss der Heinrich-Böll-Stiftung 200 Leute, um über die Weltmaschine zu diskutieren.

Vorn, auf dem Podium, saß Stefan Keuchel, der junge Sprecher von Google Deutschland. Die Vorwürfe, die an diesem Abend an ihn gerichtet wurden, waren ziemlich ernst. »Sie tun so, als ob es einige Websites nicht gäbe. Die deutsche Google-Version zeigt einige Seiten nicht an«, behauptete Burkhard Schröder, Chefredakteur des kleinen Medienmagazins Berliner Journalisten. »Sie lügen. Sie sagen, dass es Inhalte nicht gäbe, die es aber eigentlich gibt. Es ist eine Haltung, die einer Diktatur würdig ist.«

»Unser Ziel ist es, das Leben für die Nutzer leichter zu machen. Wir halten uns an bestehendes Recht,« erwiderte Google-Sprecher Keuchel. »Wenn etwas verboten ist, dann werden wir diesen Link entfernen. Aber wir sitzen zwischen allen Stühlen. Wenn wir Dinge zulassen, heißt es: Warum zeigt ihr das? Wenn wir sie vom Index nehmen, heißt es: Ihr zensiert.«

Wolfgang Sander-Beuermann, der an der Uni Hannover die größte deutsche Meta-Suchmaschine betreibt, die sich aus den Ergebnissen von dreißig anderen Suchmaschinen speist, saß an diesem Abend ebenfalls auf dem Podium. Er sagte: »Ich will kein Google-Bashing betreiben, aber mein Vertrauen endet, wenn ich das Monopol sehe. 85 Prozent aller deutschen Suchanfragen gehen an Google. Wenn Wissen Macht ist, dann sind Suchmaschinen Supermächte. Wir müssen verhindern, dass Google zur absoluten Supermacht wird.«

»Google hat kein Betriebssystem, das jemanden zwingt, Google zu nutzen«, spielte Keuchel auf Microsoft an. »Wir sehen den Vorwurf des Monopols anders. Unsere Nutzer verwenden Google, weil sie dort die besten Ergebnisse bekommen.«

»Man kann die Leute nicht zwingen, andere Suchmaschinen zu verwenden«, sagte Katja Husen, die medienpolitische Sprecherin im Vorstand der Grünen. Und Sabine Frank von der Freiwilligen Selbstkontrolle (Multimedia-Diensteanbieter - K.L.)meinte: »Mit traditioneller Gesetzgebung kommen wir überhaupt nicht mehr weiter. Wir müssen die Inhalte auch international regeln.«

Die Vertreterin der traditionellen Gesetzgebung wirkte ein bisschen ratlos an diesem Abend. »Es gibt die Vorstellung, man könnte die digitale Welt analog regeln«, sagte die Grünen-Sprecherin, »aber diese Politik wird scheitern.«

Am Ende gab Firmensprecher Keuchel einen Ausblick auf die Zukunft. Er sprach von dem neuen Projekt Google Print, bei dem Teile der Bestände von fünf großen amerikanischen und englischen Bibliotheken eingescannt und im Internet zur Verfügung gestellt werden. Es sollte ein Versprechen sein, aber es klang ein bisschen so, als hätten sie vor, die Welt aufzufressen.

Der vollständige Artikel ist hier zu lesen.

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