Archive for October 10th, 2005

Stillstand in der Wissensgesellschaft

Monday, October 10th, 2005

Wolfgang Kleinwächter berichtet bei Telepolis vom Stand der Dinge zum World Summit on the Information Society (WSIS). Euphorische Nachrichten hat der Professor für internationale Kommunikationspolitik an der Universität Aarhus nicht zu verkünden und fragt in der Überschrift: Gipfel der Worthülsen?

Der erste Gipfel in Genf 2003 war sowohl in der seiner Größe und Art der Zusammenarbeit neu. Den Staaten und Vertretern der Wirtschaft und der Zivilgesellschaft gelang es, erste Prinzipien festzuzurren, auf die eine globale Wissensgesellschaft aufbauen könnte. Die Nachfolge-Konferenz im November in Tunis aber lässt keine konkreten Ergebnisse erwarten:

Je näher aber der Tunis-Gipfel aber heranrückt, desto mehr entrückt die Bereitschaft der einzelnen Regierungen, mit dem gespitzten Mund nun auch zu pfeifen. Das betrifft insbesondere die drei konkreten Fragen, die man in Genf auf die lange Bank geschoben hatte:

  • Wie soll die “Digitale Solidaritätsagenda” finanziert werden?
  • Wer soll die Einhaltung der Genfer Beschlüsse kontrollieren?
  • Und wie soll zukünftig das Internet verwaltet werden?

Kleinwächter ist trotzdem optimistisch, dass sich der Prozess einer zivilgesellschaftlichen Beteiligung und einer öffentlichen Thematisierung der Fragen der Wissensgesellschaft nicht mehr stoppen lässt:

Die Regierungen werden den mit WSIS eingeleiteten Prozess nicht mehr entfliehen können. Und sie werden sich dabei zunehmend auch daran gewöhnen müssen, dass nicht nur andere Regierungen, sondern auch andere Stakeholder – Privatwirtschaft und Zivilgesellschaft – mit am Tisch sitzen. (…) Der Weg in den Cyberspace ist noch lang und das Internet wird auch dann noch funktionieren, wenn man sich bei WSIS II auf kein Aufsichtsmodell einigen kann.

Wolfgang Kleinwächter ist Mitglied der Working Group on Internet Governance. Er ist Autor des Buches “Macht und Geld im Cyberspace”.

Weitere Infos gibt es bei

E-Science. Die Bedeutung des Computers…

Monday, October 10th, 2005

Die Gesellschaft für Wissenschafts- und Technikforschung e.V. organisiert am 25. und 26. November eine Tagung zum Thema “E-Science? Die Bedeutung des Computers für die Produktion, Vermittlung, Verbreitung und Bewertung wissenschaftlichen Wissens“.

Unter Stichworten wie „E-Science“ wird allenthalben die zunehmende Computerisierung der Wissenschaften als eine wichtige Facette der Wissensgesellschaft verhandelt und entweder als Innovation euphorisch begrüßt oder mit technikkritischen Befürchtungen verbunden. (…)

Doch was wissen wir wirklich über die Reichweite und die Folgen dieses Prozesses? Auf der diesjährigen Jahrestagung wollen wir dieser Frage nachgehen, und zwar sowohl aus der Perspektive konkreter empirischer Studien wie aus der Perspektive der ‚Macher‘ oder ‚Betroffenen‘ dieses Prozesses. Dabei sollen alle Stadien wissenschaftlicher Tätigkeit zum Thema werden.

Spannendes Thema. U. a. geht es darum:

Vielleicht schaff ich es, ein paar Kommentare von der Tagung für unser Blog einzufangen.

Open Access beim DLF

Monday, October 10th, 2005

Zu einem Trend ruft der Deutschlandfunk die Open-Access-Initiative aus. In einem ausführlichen Beitrag erklärt Mathias Schulenburg, was es mit Open Access auf sich hat, wer davon profitiert und wie es funktionieren könnte.

Zwar kommt der Text insgesamt etwas gutmütig und unkritisch daher, erläutert aber informativ die Perspektive der Wissenschaftler. Die Rolle der Verlage wird dabei leider kaum beleuchtet

Der Beitrag ist auch per Audio on Demand abzurufen.