Archive for October 12th, 2005

Endlich: SpamGoogle

Wednesday, October 12th, 2005

Phillipp Lenssen (Google Blogoscoped) präsentiert SpamGoogle: Endlich eine Suchmaschine, bei der man garantiert nichts findet… außer Spam!

www.spamgoogle.com

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Gefunden bei Suchmaschinen News (statt die abonnierten Feeds zu lesen).

Google.org: Don’t be evil

Wednesday, October 12th, 2005

Welcome to Google.org – the philanthropic arm of Google
Das Firmenmotto von Google - Don’t be evil - wird greifbarer: 1 Prozent seiner Gewinne und seines Eigenkapitals will der Suchmaschinenriese aus Mountain View zukünftig zur Verfügung stellen. Eine Stiftung mit 90 Millionen US-Dollar Stiftungskapital wird zukünftig unter google.org über ihre Arbeit und die Wohltaten Googles berichten. In den nächsten drei Jahren sollen insgesamt 175 Mio. US-Dollar für gemeinnützige Projekte ausgegeben werden.

Denn nicht nur mit der Google Foundation, sondern einer Reihe von Engagements starten Sergey Brin und Larry Page “the philanthropic arm of Google“:

We’ve contributed $5 million to support Acumen Fund, a non-profit venture fund that invests in market-based solutions to global poverty. (…)

We’re also working with TechnoServe to build small businesses that create jobs and promote economic growth in the developing world. (…)

In addition, we are working with Alix Zwane and Edward Miguel of UC Berkeley and Michael Kremer of Harvard University to support research in western Kenya to identify ways to prevent child deaths caused by poor water quality.

Google.org also includes projects we manage on our own (…). An example is the Google Grants program, which gives free advertising to selected nonprofits. To date, Google Grants has donated $33 million in advertising to more than 850 nonprofit organizations in 10 countries.

Current Google Grants participants include:
Make-a-Wish Foundation - grants the wishes of children with life-threatening medical conditions. More than 25 percent of their online donations are made as a result of their Google ads.

Doctors Without Borders - delivers emergency medical aid to people affected by armed conflict, epidemics, disasters, and exclusion from health care in nearly 70 countries. Google Grants has assisted them with recruiting experienced doctors and nurses for their field programs, which has helped them increase applications by 30 percent this year.

Grameen Foundation USA - uses microfinance and innovative technology to help the world’s poorest people escape poverty. Google Grants has helped them attract donors and broaden their newsletter subscriber base.

With Google.org, we’ll also support entities with strong social missions which use market-based solutions for sustainable economic development. One example is our recent donation of $2 million to the One Laptop Per Child program.

(Hervorhebungen durch mich, gefunden im Google-Blog.)

Nachtrag:
Die New York Times ordnet Googles Spendensegen ein wenig ein:

Even with the $1 billion commitment, Google.org will be dwarfed by other philanthropic efforts. Twenty foundations nationwide had more than $2 billion in assets through 2003, according to the latest statistic available from the Foundation Center, a group that tracks philanthropy. The list was topped by The Bill & Melinda Gates Foundation, which had $26.8 billion in assets. Microsoft Corp. Chairman Bill Gates, the world’s wealthiest man, bankrolled that foundation.

Blackbox Suchmaschine (III)

Wednesday, October 12th, 2005

Die Sache mit dem Netz und den Suchmaschinen ist wohl mindestens so kompliziert wie das Ding mit den Bienen und Blumen: Beide brauchen einander, kommen aber nicht immer reibungslos zusammen. Dazwischen: wir!

Zwei Unbekannte treiben hier ihr Unwesen und buhlen um die Gunst der Surfer (herrlich 90er, oder?): Weder wissen wir allzu viel über Umfang und Struktur des Netzes (Teil I), noch tragen Suchmaschinen zu mehr Transparenz bei (Teil II).

Verbände, Parteien die Grünen, Stiftungen und Universitäten versuchen deshalb immer wieder, Pfade ins Dickicht zu schlagen und die Verwicklungen von Netz und Maschine zu entwirren. Raus kommen dabei in aller Regel geduldige Papiere.

1. Suchmaschinen als Gatekeeper in der öffentlichen Kommunikation
Noch fast druckfirsch (Juni 2005) und mit einem stark rechtlichen Schwerpunkt ist eine Untersuchung des Hans-Bredow-Instituts für Medienforschung an der Universität Hamburg erschienen. Im Auftrag der Landesanstalt für Medien NRW (LfM) untersucht die Studie “Suchmaschinen als Gatekeeper in der öffentlichen Kommunikation“,

inwieweit das geltende deutsche Recht die zumindest potentiell gegebene „kommunikative Macht“ von Suchmaschinen adressiert. Dabei ist zu beachten, dass Suchmaschinen sowohl vom Schutzbereich des Art. 5 Abs. 1 S. 2 GG als auch von dessen Gewährleistungsauftrag erfasst sind, der die Freiheit der Meinungsbildung durch Rundfunk (die auch neue elektronische Angebote einschließt) sichert.

Zu einem eindeutigen Ergebnis, besser noch zu einer Forderung, kommt die Untersuchung leider nicht. Sie zeigt den Lesern lediglich auf, dass die Politiker zwischen einer gesetzlichen Regulierung und einer Selbstregulierung der Anbieter von Suchmaschinen wählen könnten. Eine Tagung zumThema fand auch statt.

2. Suchmaschinen: Neue Herausforderungen für die Medienpolitik
Auf die Ergebnisse einer Tagung der Bertelsmann-Stiftung im Mai 2004 greift das Buch “Suchmaschinen: Neue Herausforderungen für die Medienpolitik” von Marcell Machill und Norbert Schneider zurück - ebenfalls durch die LfM herausgegeben.

Die auf der Tagung “Suchmaschinen: Neue Herausforderungen für die Medienpolitik” im Mai 2004 in Berlin geführte Diskussion über verschiedene Problembereiche, wie Manipulation von Ergebnislisten, Konzentrationstendenzen oder jugendschutzrelevante Fragestellungen, wird in diesem Buch dokumentiert. Darüber hinaus werden aktuelle Ergebnisse der Suchmaschinenforschung zu News-Suchmaschinen und dem Selektionsverhalten von Suchmaschinennutzern vorgestellt.

Leider liegt mir das Büchlein nocht nicht vor. Infos ggf. demnächst an dieser Stelle.

3. Suchmaschinen: Das Tor zum Internet
Im März dieses Jahres erschien eine Broschüre der Fraktion von Bündnis 90/ Die Grünen. Unter dem Titel “Suchmaschinen: Das Tor zum Internet” gibt sich die Untersuchung, die in erster Linie bekannte Ergebnissse zusammenfasst, kämpferisch.

In einem Interview mit netzkritik.de nimmt die Grünen-Abgeordnete Grietje Bettin Stellung zur Rolle Googles.

Netzkritik: Auch beim Datenschutz gibt es noch reichlich Nachholbedarf. Insbesondere der Marktführer Google hat in der Vergangenheit kaum eine Möglichkeit ausgelassen, diesbezüglich auf sich aufmerksam zu machen. Leider nie positiv …

Grietje Bettin: Ja, der Datenschutz ist im Zusammenhang mit Google nicht unproblematisch. Dass sich Google diesen Vorwurf immer und immer wieder gefallen lassen muss, hängt viel mit der Intransparenz des Unternehmens und seiner Firmenstrategie zusammen: Insbesondere den Vorwurf der langen Speicherung von Benutzerdaten muss sich Google deshalb gefallen lassen.

Auf Ihrer Website (und wohl auch Face2Face) sagt Bettin:

Um die Abhängigkeit von einer Meinung zu vermeiden, halten wir es für wichtig, die Alternativen zu Suchmaschinen-Monopolisten zu stärken und zu unterstützen.

4. Wege ins Netz
Mit “Transparenz im Netz” beschäftigte sich ein Projekt der Bertelsmann-Stiftung. Marcel Machill und Carsten Welp haben die Ergebnisse in dem Buch “Wege ins Netz” in die Öffentlichkeit getragen.

[E]ine ausschließlich auf Algorithmen basierende und damit „unbestechliche“ Informationsverarbeitung birgt auch Probleme. Denn Suchmaschinen unterscheiden nicht, ob sich in verlinkten Webangeboten illegale, unmoralische oder anderweitig problematische Inhalte befinden (Pornografie, Gewalt, jugendgefährdende Inhalte, urheberrechtlich bedenkliche Inhalte).

Im Rahmen des Projektes und als folge der Untersuchen formulierte die Bertelsmann-Stiftung dann einen Verhaltencodex für Anbieter von Suchmaschinen. Dieser Code of Conduct (PDF) hat sich bis heute nicht durchgesetzt und wird bisher nur von kleineren Anbietern anerkannt.

Randbemerkungen