Archiv für 11.2005

Wenn das Netz sich schneller dreht…

…als man selbst!

Zum Jahresende wird es gerne etwas stressig: Projekte wollen abgeschlossen und Weihnachtseinkäufe getätigt sein. Nur Weblogs drängen sich wie ein permant unbeschriebenes Blatt in das schlechte Gewissen: Nach dem Posting ist vor dem Posting.

Und auch das Netz steht nicht still (auch wenn es sich eigentlich gar nicht bewegt - nur in sich höchstens). Anbei eine kleine Zusammenschau über die Dinge, die ich in den letzten zwei Wochen spannend fand…

Von Kai Lehmannam 29.11.05 um 15:45 Mehr... Kommentieren

Globales Gehirn?

„Können wir das Internet als eine Art globales Gehirn verstehen?“ Dies war eine der Fragen, über die ich vor zwei Tagen ausführlich mit dem Neurobiologen Prof. Dr. Gerhard Roth (Direktor des Instituts für Hirnforschung der Universität Bremen und gleichzeitig Gründungsrektor des Hanse-Wissenschaftskollegs) diskutieren konnte.

Das Gespräch unter dem Motto „Soziologie trifft Neurobiologie“ hatte die Zeitschrift GALORE organisiert. Weitere Themen des Gesprächs waren die Folgen der Internetnutzung für Individuum und Gesellschaft, die mögliche Rolle der Kommunikation bei der menschlichen Evaluation und die Veränderungen der Produktion wissenschaftlichen Wissens durch die Netzwerkmedien.

Der Interview-Dialog zwischen dem Neurobiologen und dem sozialwissenschaftlichen Cyberforscher erscheint in einem Sonderheft der Zeitschrift GALORE über „Technikwelten“ – allerdings erst im März nächsten Jahres.

Bis dahin sei über die Ergebnisse des langen Gesprächs nur etwas hinsichtlich der Eingangsfrage verraten: Neurobiologe und Soziologe waren sich einig darüber, dass manche ‚hübsche‘ Analogien das Denken eher in die Irre führen. Ansonsten bitte ich um Geduld bis März…

Von Michael Schetscheam 24.11.05 um 08:31 Kommentieren

Google obzön?

Bei blick online entdeckt, angeblich vom Infam-Blog gefunden (dort aber nicht gefunden):

Gebt doch einmal “Riesenkamel” bei Google ein ;-)

Von Administratoram 21.11.05 um 14:06 1 Kommentar

Die Innovationskraft des Internets

Warum das Internet so erfolgreich ist und was seinen weiteren Siegeszug gefährden könnte, fragte sich Barbara van Schewick in ihrer Dissertation “Architecture and Innovation: The Role of the End-to-End Arguments in the Original Internet”. Die Wissenschaftlerin im Fachgebiet Telekommunikationsnetze an der Technischen Universität Berlin sieht das Internet am Scheideweg stehen (gefunden via golem.de).

Das Internet sei mit Entwicklungen wie E-Mail oder der Internet-Telefonie ein Tummelplatz für Innovationen - noch, so van Schewick. Denn, so die Wissenschaftlerin laut Pressemeldung, der bisherige Garant des Fortschritts, die Offenheit der Übertragungsnetze, drohe ins Wanken zu geraten…

Von Kai Lehmannam 21.11.05 um 13:51 Mehr... Kommentieren

Digitale Ungleichheit? Tagung am Bielefelder Kompetenzzentrum Informelle Bildung

Alexandra Klein, Erziehungswissenschaftlerin und Autorin des Beitrags über Online-Beratung für Jugendliche in der Google-Gesellschaft, bereitet sich derzeit gerade auf die Fachtagung „Grenzenlose Cyberwelt? Digitale Ungleichheit und neue Bildungszugänge für Jugendliche“ vor, die vom 9. bis 11. Februar in Bielefeld stattfinden wird.

„Das Internet gilt heute als zentrale Wissens- und Informationsressource. Damit verbunden ist zunehmend die Vorstellung, dass sich jeder über dieses Medium entsprechend seiner eigenen Bedürfnisse bedienen kann und soll. Doch ganz so einfach stellt sich dieser Anspruch in der Praxis nicht dar. Es zeigt sich, dass der soziale Hintergrund eine entscheidende Rolle bei der Nutzung des Internet spielt“, heißt es in der Tagungseinladung.

In Bielefeld werden zahlreiche Expertinnen und Experten aus Deutschland, den USA, der Schweiz, Großbritannien, Israel, den Niederlanden und Australien nach dem demokratischen Potenzial des virtuellen Raums fragen und über die Bedeutung der Zugangsmöglichkeiten von Jugendlichen zum Internet sowie die innergesellschaftlichen wie die interkulturellen Ungleichheiten bei der Netznutzung diskutieren.

Die Teilnahme an der Tagung ist noch möglich – nähere Informationen dazu gibt’s auf der Tagungsseite des Kompetenzzentrums Informelle Bildung der Universität Bielefeld.

Von Michael Schetscheam 18.11.05 um 08:17 Kommentieren

WSIS läuft

Der UN-Gipfel zur Informationsgesellschaft in Tunis hat mehr schlecht als recht begonnen. Repressalien vor Ort gegen Pressevertreter und Aktivisten der Zivilgesellschaft sind mehr als nur an der Tagesordnung.

Vor Ort sind zahlreiche deutsche Netzaktivisten - u.a. Markus Beckedahl, der sehr ausführlich bei netzpolitik.org aus Tunesien berichtet. Deswegen schaut dort in die spannenden Berichte und hört in die Podcasts/Interviews rein. Mehr gibt es nicht zu sagen, oder?

Nun doch, Markus hat es schon beklagt, dass neben dem ICANN-Streit kaum noch ein anderes Thema in der Öffentlichkeit und auf dem Kongress stattfindet. Alexander Svensson von Wortfeld hat sich einmal darüber ausgelassen, was es von diesem Thema hält: Netzmythen in den Medien

Die aktuelle Berichterstattung über WSIS und ICANN ist bislang für weite Teile des deutschen Journalismus kein Ruhmesblatt. “Och, da bleibt ja in Sachen ICANN fast alles beim alten”, tönt es überall. Glückwunsch: In Tunis ging es nur um die Frage, ob alles beim alten bleibt, weil der Kompromiss so lautet oder weil kein Kompromiss gefunden wird. Den Entscheidungskampf um die Internet-Weltherrschaft gibt es nur in den Köpfen von Journalisten — auch die EU zählt zu ICANNs Eltern und will an der Organisation festhalten.

Von Kai Lehmannam 17.11.05 um 21:36 Kommentieren

Blogs: Ein Geschenk von Mütterchen Russland

Russland nimmt nicht nur bezüglich einer Blogger-Zahl von ca. 170 000 registrierten Nutzern einen engagierten Platz ein, sondern beansprucht neuerdings für sich auch, Blogs erfunden zu haben: Ein findiger russischer Blogger hat herausgefunden, dass das Phänomen bereits 1837 vom russischen Prinzen Wladimir Odojewskij vorausgesagt wurde.

Von Monika Lenhardam 14.11.05 um 10:12 Mehr... Kommentieren

Jonet-Tag (16): Das bleibt vom jonet-Tag

Das Wichtigste vorweg: Einen herzlichen Dank an das jonet-Team für die viele Arbeit, um 400 diskussionswütigen Medienmenschen ein Forum zu bieten. Ich bin gut erhalten und inhaltlich angereichert wieder in Berlin angekommen.

Was bleibt mir, der nicht (mehr) als Journalist sein Brot verdient, vom jonet-Tag?

(1) Als aller erstes erst einmal eine nüchterne Sicht auf die deutsche Medienlandschaft: Ich bin überrascht über die Ehrlichkeit, mit der die Situation des deutschen Journalismus diskutiert wurde.

Dieser befindet sich nach meinem Eindruck zwischen zwei Fronten: Auf der einen Seite der dynamische Meinungsmarkt, in dem neben Unternehmen, Verbände, PR-Agenturen und Politik die Journalisten eine schwierigere werdende Aufgabe und ein schlechter werdendes Standing haben. Auf der anderen Seite sind die vielen “Mikromedien”, wie sie auf dem jonet-Tag hießen: Wikis, Blogs, Podcasts - alle machen den klassischen Medien ordentlich Dampf unter’m Arsch. Dabei, auch das ist wichtig, ist die Lage der freien Journalisten um einiges dramatischer als das der meist gut situierten festangestellten Redakteure.

Was sagt uns das für die Google-Gesellschaft? Öffentlichkeiten sind im Umbruch, eben auch weil Mikromedialisten und Politagitatoren viel leichter Meinungen machen können und sich am sozialen Aushandlungsprozess über “Tatsachen” ordentlich einmischen.

(2) Wenn Blogger übers Bloggen bloggen sprechen, wird es nicht automatisch spannend. Ich plädiere an alle Tagungsorganisatoren: Ladet Blogger ein, aber lasst sie nicht unter sich diskutieren. Und: Ladet Menschen ein, die sich für Umwelt, Politik oder Nachbarschaft engagieren und darüber bloggen. Lasst sie berichten, was sich für sie in ihrer Arbeit ändert. Nämlich dann lässt sich auch nachzeichnen, wie die Neuen Medien Gesellschaft verändern.

Alle Blogger-Blogger rufe ich auf, mehr über die eigenen Standards zu diskutieren. Was ist ein ethisches und handwerkliches Mindestgerüst, um die neue Kulturtechnik Bloggen verantwortungsvoll zu betreiben? Wer mag mit mir einen Vorschlag in die Runde werfen?

(3) Live-Blogging ist spannend, verwegen und anstrengend.

Bei technorati mehr zum

Von Kai Lehmannam 13.11.05 um 21:59 Kommentieren

Jonet-Tag (15): PR und Journalismus VIII

Christoph Fischer wurde gerade etwas lauter und regte sich wortgewaltig über Garbowskis Vorschlag auf, schlechte Medien umtauschen zu können bzw. eine Gewährleistungspflicht für Medien einzuführen.

Von der Muppet Show zu Spitting Image…

Er konnte nur mit Mühe beruhigt werden. Erinnert mich an einen Text über Choleriker, den ich letztens auf einem Poetry Slam hörte.

So weit, ich gebe zurück in die angeschlossenen Funkhäuser.

Von Kai Lehmannam 12.11.05 um 17:52 Kommentieren

Jonet-Tag (14): PR und Journalismus VII

Langsam lehnt sich das Publikum gegen das Podium auf… Vielleicht kommt die zwar durchaus unterhaltsame Alt-Herren-Erzählweise der moralisierende Plauderton doch nicht so gut an ;-)

Stilistisch, weniger inhaltlich, ist das Panel wie eine doppelte Muppet-Show: In der Mitte Frau Hucke, links und rechts zwei alte Herren in bester Laune.

: Alle Statements wurden natürlich nicht mit den Rednern gegengecheckt.

Von Kai Lehmannam 12.11.05 um 17:44 Kommentieren

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