Archive for November 12th, 2005

Jonet-Tag (4): Bürgerjournalismus? III

Saturday, November 12th, 2005

Nun endlich zu meiner liebsten Frage: Warum brauchen wir einen Podcastverband?

Leider gibt es keine wirklich befriedigende Antwort von Thomas Wanhof. Als Anlaufstelle wolle man dienen. Dass das ganze eine geschickte PR-Aktion sein könnte, bleibt im Raum stehen: Eröffne einen Verband und mache Dich zum Vorsitzenden. Fortan fragen alle Dich!

Warum mich das so nervt? Naja, weil die Medienrevolution durch die Neuen Medien hier mit einer Antwort aus der alten Gesellschaft beantwortet wird. Denn auch ohne einen Verband haben es Weblogs in die Medien geschafft. Und Journalisten haben Interviewpartner ohne solch einen Verband gefunden. Zumal die neuen Impulse wie Weblogs, Feeds und Podcasts doch gerade von ihrer Vernetzung leben; es also leicht sein müsste Menschen aufzufinden, die in den einzelnen Bereichen unterwegs sind.

Also eben doch nur ein geschickter PR-Gag, der sich für Thomas Wanhof wohl gelohnt haben dürfte?

: Alle Statements wurden natürlich nicht mit den Rednern gegengecheckt.

Jonet-Tag (3): Bürgerjournalismus? II

Saturday, November 12th, 2005

Leider bisher nicht viel Neues: Blogs und Journalismus, Blogs und Meinungsmacht sowie Wikinews. Das sagt auch Johnny Haeusler: “Mikromedien sind nichts Neues. Es gibt schon längeren einen Trend zur Diversifizierung von Medien.”

Was sind die wirklich neuen Fragen? Vielleicht sollten Blogger/ Podcaster/ Wikipedianer nicht untereinander diskutieren. ;-)

Infos zur Diskussion auch bei Wortfeld und Beissholz.

: Alle Statements wurden natürlich nicht mit den Rednern gegengecheckt.

Jonet-Tag (2): Bürgerjournalismus?

Saturday, November 12th, 2005

So, nun auf zu: Mikromedien: Meinen Journalismus mache ich mir selbst (Dort auch alle Hintergründe zu den Referenten). Im Publikum in erster Linie Blogger und Podcaster. Von den 400 Teilnehmern haben sich nur rund 50 hier her verirrt. Sixtus moderiert, Johnny Haeusler macht den Einstieg zu Weblogs und Journalismus.

Spannende Frage, die ich heute geklärt haben möchte: Warum brauchen wir einen Podcasting-Verband? Mal schauen, ob wir auch solche Nischenfragen klären können ;-)

: Alle Statements wurden natürlich nicht mit den Rednern gegengecheckt.

Jonet-Tag (1): Wohin geht der Journalismus?

Saturday, November 12th, 2005

Was, bitte, war noch gleich Journalismus? fragen sich gerade zahlreiche Koryphäen des Journalismus und Blogger Jonny Haeusler auf dem Eröffnungspodium des jonet-Tags in Hamburg.

90 Minuten Streifzug über Medien, Macher und Meinung:

Blogs seien der wirkliche Journalismus, so Jonny Haeusler: Unbezahlt, aber unabhängig könnten Blogger schreiben, was sie möchten. Aber können Blogger auch mit ihrer Arbeit Geld verdienen? Der Spreeblick-Macher zeigt mit Sponsoren-Beispielen und mögliche Aufmerksamkeit für kleine und mittlere Unternehmen, die auf großen Portalen keinen Zugang finden, Wege auf.

SPON-Chef Mathias Müller v. Blumencron: Wir machen ein Blog - und das heißt Spiegel Online… Ansonsten hält er nicht viel von der Diskussion über Journalismus und Weblogs - und legt sich mit Jonny Haeusler an, indem er Blogs in die Bashing-Ecke stellt. Der kontert leicht mit Beispielen, die zeigen wie sich der Journalismus bei SPON durch Werbung verwässert.

Wird der Journalismus in den Blogs neu erfunden? Annette Milz vom Medium Magazin hat da eine klare Antwort: Nein! Aber: Der klassische Journalismus würde seine Deutungshoheit verlieren, sagt Milz. Dies habe ich ja schon im prblogger ausführlich dargelegt :-)

Gibt es einen Durst bei den Rezipienten nach Meinung?, fragt Jochen Wegner. Ja, sagt Manfred Bissinger, denn bei den vielen Bildern und Informationen brauchen die Menschen eine Orientierung und eine Meinung dazu. Weblogs würden da nicht anders funktionieren als klassische Medien, denn auch die bräuchten auch Subjekt, Prädikat und Objekt. In diesem Sinne vertraue er auf das Internet, dass von dort Impulse kämen.

Müller v. Blumencron: SPON wird mehr Geschichten in Bildern und auch Videos erzählen und verweist auf den Erfolg von flickr. Also Bilder statt Meinung? Zumindest sei Meinung nicht alles, so der SPON-Chef. Annette Milz vom Medium Magazin hält dagegen und ein Plädoyer für Meinung. Jonny berichtet, wie ihm seine Meinung als Blogger schon zwei Kunden gekostet hat, für die er Webdesign gemacht hat: “Du kannst gerne eine eigene Meinung haben, aber du musst sie ja nicht öffentlich äußern.”

Interessanterweise dreht sich die Diskussion viel ums Netz, obwohl das Thema über die Zukunft des Journalismus’ ja deutlich breiter diskutiert werden könnte. Wird das Internet also doch die Heimat eines neuen, frechen und innovativen Journalismus? Der jonet-Tag wird es weiterdiskutieren.

: Alle Statements wurden natürlich nicht mit den Rednern gegengecheckt.