Jonet-Tag (1): Wohin geht der Journalismus?
Von Kai Lehmannam 12.11.05 um 11:19
Was, bitte, war noch gleich Journalismus? fragen sich gerade zahlreiche Koryphäen des Journalismus und Blogger Jonny Haeusler auf dem Eröffnungspodium des jonet-Tags in Hamburg.
90 Minuten Streifzug über Medien, Macher und Meinung:
Blogs seien der wirkliche Journalismus, so Jonny Haeusler: Unbezahlt, aber unabhängig könnten Blogger schreiben, was sie möchten. Aber können Blogger auch mit ihrer Arbeit Geld verdienen? Der Spreeblick-Macher zeigt mit Sponsoren-Beispielen und mögliche Aufmerksamkeit für kleine und mittlere Unternehmen, die auf großen Portalen keinen Zugang finden, Wege auf.
SPON-Chef Mathias Müller v. Blumencron: Wir machen ein Blog - und das heißt Spiegel Online… Ansonsten hält er nicht viel von der Diskussion über Journalismus und Weblogs - und legt sich mit Jonny Haeusler an, indem er Blogs in die Bashing-Ecke stellt. Der kontert leicht mit Beispielen, die zeigen wie sich der Journalismus bei SPON durch Werbung verwässert.
Wird der Journalismus in den Blogs neu erfunden? Annette Milz vom Medium Magazin hat da eine klare Antwort: Nein! Aber: Der klassische Journalismus würde seine Deutungshoheit verlieren, sagt Milz. Dies habe ich ja schon im prblogger ausführlich dargelegt
Gibt es einen Durst bei den Rezipienten nach Meinung?, fragt Jochen Wegner. Ja, sagt Manfred Bissinger, denn bei den vielen Bildern und Informationen brauchen die Menschen eine Orientierung und eine Meinung dazu. Weblogs würden da nicht anders funktionieren als klassische Medien, denn auch die bräuchten auch Subjekt, Prädikat und Objekt. In diesem Sinne vertraue er auf das Internet, dass von dort Impulse kämen.
Müller v. Blumencron: SPON wird mehr Geschichten in Bildern und auch Videos erzählen und verweist auf den Erfolg von flickr. Also Bilder statt Meinung? Zumindest sei Meinung nicht alles, so der SPON-Chef. Annette Milz vom Medium Magazin hält dagegen und ein Plädoyer für Meinung. Jonny berichtet, wie ihm seine Meinung als Blogger schon zwei Kunden gekostet hat, für die er Webdesign gemacht hat: “Du kannst gerne eine eigene Meinung haben, aber du musst sie ja nicht öffentlich äußern.”
Interessanterweise dreht sich die Diskussion viel ums Netz, obwohl das Thema über die Zukunft des Journalismus’ ja deutlich breiter diskutiert werden könnte. Wird das Internet also doch die Heimat eines neuen, frechen und innovativen Journalismus? Der jonet-Tag wird es weiterdiskutieren.
jonettag: Alle Statements wurden natürlich nicht mit den Rednern gegengecheckt.
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1. Wikinews&hellip | 14.11.05 um 14:52
Journalisten treffen sich auf dem Hamburger jonet-Tag
Rund 400 Journalisten und Experten trafen sich am Samstag in der Handelskammer in Hamburg auf dem zweiten jonet-Tag.
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