Sacharbeiter machen Wirtschaft kaputt
Hat ein Unternehmen mehr Erfolg, weil es mehr Geld in die Forschung steckt? Immerhin leben wir in einer Wissens-Wirtschaft und Innovation ist einer der anerkannt wichtigsten Faktoren für die Wettbewerbsfähigkeit.
Nein. Ein Unternehmen hat dann mehr Erfolg, wenn es bessere Forschung macht, nicht “mehr Forschung”. Und die benötigt einen gewissen Rahmen. Diesen Rahmen kennen wir bereits aus den Ansätzen zum Wissensmanagement. Nun taucht er im Gewand der “Innovationskraft” wieder auf.
Unternehmen haben einen natürlichen Drang zur Innovation. Denn was nicht innovativ ist - und wir reden von echten Innovationen - kommt billig aus China.
In welchem Klima gedeihen Innovationen besonders gut? Das Handelsblatt berichtet in einer Studie von Booz Allen Hamilton über folgende Probleme und Erfolgsfaktoren:
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- stockender Informationsfluss innerhalb einer Abteilung
- kein Austausch zwischen Abteilungen
- die Qualität der Ideen ist schlecht (echtes Engagement fehlt)
- Harte Faktoren “Strategie, Prozesse, Methoden” müssen stimmen
- Weiche Faktoren aber auch (Unternehmenskultur, Menschenbilder
der Führungskräfte, flache Hierarchien, Freiräume für Mitarbeiter)
- Mut und Fehlerkultur müssen vorhanden sein
Eben genau die Dinge, die im Wissensmanagement immer wieder gefordert werden. Anders gesagt, genau die Dinge, die in einer wissensbasierten Wirtschaft die Basis wirtschaftlichen Handelns darstellen sollten.
Und so resümiert Goldbrunner (Booz Allen): Nötig sind also Manager, die ihren Mitarbeitern vermitteln, dass Innovationen gewollt und auch ausgefallene Ideen willkommen sind. Doch die sind in vielen Unternehmen eher Mangelware, kritisiert Goldbrunner. „Oft herrscht der Typus Sachbearbeiter vor. Mit neuen Ideen kann der nicht viel anfangen.“
Warum das spannend ist? Die Wissensgesellschaft und die Wissenswirtschaft heißen selten so und sind nicht an der Nasenspitze zu erkennen. Aber sie verändern unser Leben. In diesem Fall spricht eine der anerkanntesten Beratungsfirmen eben über die Innovationsfähigkeit großer Unternehmen.
Nebenbei erinnert mich das an Googles Regel Nr. 8: The need for information crosses all borders. (Googles Philosophie)
Michael Domsalla
November 8th, 2005 at 15:25
Ideen eines Angestellten sind soweit nützlich, wie sie dem direkten Vorgesetzten dienen. Ein kreativer Mitarbeiter kann eine Gefahr für den “innerbetrieblichen Frieden” darstellen, weil er u.U. mit Konventionen und Gewohntem bricht und somit nicht in das Konzept der per Organigramm festgelegten, statischen Ordnung eines Unternehmens paßt.
In einem Unternehmen ist die Denk- und Machthierarchie vorgegeben. Wer neue Wege geht, rüttelt an dem Machtgefüge und der Hierarchie.
Es tauchen Fragen auf, wie die, warum bestimmte Ideen nicht den dafür Zuständigen Mitarbeitern eingefallen sind?
Die Situation erzeugt Druck.
Innovation ist höchst unangenehm für alle Beteiligten, wenn sie nicht verordnet von den dafür Auserkorenen geboren und durchgeführt wird.
November 8th, 2005 at 17:28
[…] Nun verbringen wir schon jeden Tag durchschnittlich 10 Stunden mit Medien, doch will es mit der Innovation und Wissenskultur nicht so recht klappen, wie Michael Domsalla hier anmerkt. […]
November 29th, 2005 at 0:38
> Ein Unternehmen hat dann mehr Erfolg, wenn es bessere Forschung macht, nicht “mehr Forschung”.
“Laut einer Studie der US-Unternehmensberatung Booz Allen Hamilton gibt es nämlich keinen direkten Zusammenhang zwischen F&E-Ausgaben und wichtigen Messzahlen des Firmenerfolgs wie Wachstum oder Profitabilität.” Quelle: lese hier