Wenn das Netz sich schneller dreht…

…als man selbst!

Zum Jahresende wird es gerne etwas stressig: Projekte wollen abgeschlossen und Weihnachtseinkäufe getätigt sein. Nur Weblogs drängen sich wie ein permant unbeschriebenes Blatt in das schlechte Gewissen: Nach dem Posting ist vor dem Posting.

Und auch das Netz steht nicht still (auch wenn es sich eigentlich gar nicht bewegt - nur in sich höchstens). Anbei eine kleine Zusammenschau über die Dinge, die ich in den letzten zwei Wochen spannend fand…

Politik Online
Politik Digital hat zu einer Diskussion zum Thema “E-Participation in Election Times - a suitable Tool for Voter Relationship Management”. Jan Schmidt war vor Ort und stellt in seinem Blog die Tools vor, die Tom Steinberg von mysociety.org “mitbrachte”: WriteToThem und Pledgebank. Auch heise online war dort:

“Das Internet taugt ganz schlecht zu Wahlkampfzwecken”, zugleich sei es aber “die einzige Hoffnung zur Rettung der Demokratie, die wir haben”. Auf diese widersprüchliche Formel brachte Tom Steinberg, einer der herausragenden Akteure der britischen e-Democracy-Debatte, auf einer Veranstaltung von Politik-Digital in Berlin den Stand der Erkenntnisse in Sachen Politik und Neue Medien. In Wahlkampfzeiten richteten die Parteimanager alle Anstrengungen darauf, die noch unentschlossenen Wähler zu mobilisieren und auf ihre Seite zu ziehen, “da sind die Massenmedien nicht zu schlagen”, meint der Brite. Denn das Web biete keine Möglichkeiten, die Unentschlossenen gezielt zu erreichen, und auch die Möglichkeiten des Blogging als Gegenöffentlichkeit würden maßlos überschätzt. “Meinung ist billig, Fakten sind teuer”, begründet Steinberg, warum die Weblog-Initiativen einzelner nur in Ausnahmefällen einen Einfluss auf die politischen Auseinandersetzungen ausüben könnten.

Weblogs
Selbiger Jan Schmidt wie oben zeichnet auch für die Sonderausgabe des Online-Journals kommunikation@gesellschaft mitverantwortlich. Thema der Ausgabe: “Erkundungen des Bloggens. Sozialwissenschaftliche Ansätze und Perspektiven der Weblogforschung”

Die europäische Google-Gesellschaft
Eurostat, die Erbsenzähler der EU, haben die Internetnutzung in Europa untersucht (PDF). Wie zu Erwarten war, gibt es eine Digitale Kluft, die vor allem durch Faktoren wie Alter, Stellung im Erwerbsleben und Bildungsniveau bedingt ist. Dies sind insgesamt alte Befunde, die z.B. auch der (N)ONLINER Atlas der Initiative D21 herausgreift. Schön dennoch mal die Unterschiede im europäischen Verleich zu sehen:

Die größte bildungsbedingte Kluft gibt es laut Eurostat in Portugal, wo zwar 84 Prozent der Personen mit hohem, aber nur 13 Prozent der Personen mit geringem Bildungstand das Internet nutzten. Lediglich in Schweden (70 Prozent), Dänemark (64 Prozent), Finnland (54 Prozent) und Deutschland (51 Prozent) habe mehr als die Hälfte der Personen mit geringerem Bildungsstand im ersten Quartal 2004 das Internet genutzt, während der Anteil der Personen mit höherer Bildung nur in Litauen (38 Prozent) und in Griechenland (48 Prozent) unter 50 Prozent gelegen habe. (heise)

In diesem Zusammenhang ein kurzer Hinweis auf den Wettbewerb “Wege ins Netz 2005″, den ich mit Kollegen für das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit (so hieß es da noch) durchgeführt habe. Der Wettbewerb zeichnet Projekte aus, die eben jene Digitale Kluft überwinden soll, die Studien immer wieder beschreiben.

Politik Online II
Keine Teilhabe ohne Bürgerengagement, meldet Politik Online.

“Kommunikationsexpertin Anna Paucher hat sich mit Informations-, Kommunikations- und Partizipationsleistungen der Bundesregierung im Netz befasst und Vorschläge fuer eine Erweiterung der partizipativen Elemente des Portals bundesregierung.de aufgestellt.”

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