Archive for April, 2006

Lebendige Links I: Cyber-Archäologie

Sunday, April 30th, 2006

Durch das Web2.0 sind eine Reihe von neuen Website-Arten entstanden, die uns helfen sollen mit der vielbeschworenen, durch altbewährte Selektionsmechanismen jedoch immer wieder ausgeblendeten, Informationsflut fertig zu werden. In einem Netz, in dem Nutzer den Content von Blogs und Wikis selber erstellen können, verknüpfen Tags thematisch verwandte Menschen, Bilder und Melodien. Auch die alte Bookmarkliste hat ausgedient, über Social Bookmark-Dienste wie digg oder den, in meiner jetzigen Agentur entwickelten, Mister-Wong wird das Sammeln von Links zu einem kollektiven Prozess.
Der Hintergedanke dabei ist älter als das Web selber: Wie lässt sich der Zugriff auf Wissen effektiv und intelligent organisieren, damit Nutzer genau die Informationen finden, die sie benötigen? (more…)

Umfrage zu Wikis in Unternehmen

Thursday, April 27th, 2006

Auf wikipedistik.de hat Tim Bartel für seine Diplomarbeit eine Umfrage zum Einsatz von Wikis in Unternehmen gestartet. Beteiligen dürfen sich aber auch Unternehmen, die (noch) kein Wiki einsetzen.

Eine angenehm kurze und thematisch gut fokussierte Umfrage, was zu gewinnen gibt’s auch. Online Forschung wie man sie gern hat.

Von China Lernen

Saturday, April 22nd, 2006

Die aktuellen Diskussionen um Googles China-Politik zeigen, welche Rolle Suchmaschinenanbieter für die staatliche Informationskontrolle spielen, namentlich wenn sie ein defacto-Monopol haben, wie heute Google.

Vorweg: Die politisch-moralische Aufregung über Googles Verhalten ist verständlich. „Wir haben ganz einfach keine Wahl“, hat der Google-Chef Eric Schmidt nach einer Meldung der “Welt” unlängst die China-Politik seines Unternehmens legitimiert. Dem kann ethisch leicht begegnet werden: Menschen haben immer eine Wahl. Unternehmen auch. Google ist nicht gezwungen, Märkte um jeden Preis zu erobern. Hinzuzufügen ist allerdings auch, dass andere Portal- und Suchmaschinenbetreiber sich genauso verhalten: „Ungesunde Inhalte“ würde man in Zukunft blockieren, heißt es in einer Erklärung, die 14 Unternehmen kürzlich in China abgegeben haben. Und weiter: „Wir sind eine ernstzunehmende Opposition gegen Online-Inhalte, die die öffentliche Moral, die Kultur und die Traditionen der Menschen in China untergraben“. Besser hätte auch George Orwell die Zurichtung der Wirklichkeit durch Sprachpolitik („Neusprech“) nicht beschreiben können. Die Unternehmen kapitulieren nicht nur vor der Diktatur – sie machen sich auch noch deren Sprache und Wirklichkeitskonstruktion zu Eigen. (more…)

Zum Tod von Stanislaw Lem

Tuesday, April 4th, 2006

Am 27. 3. starb mit Stanislaw Lem einer der großen Denker des Virtuellen. Lem, am Bekanntesten für ambitionierte Science Fiction, etwa die skurille Kurzgeschichtensammlung “Sterntagebücher” (1957, dt. 1961) und den zweifach verfilmten “Solaris” (1961/1972), war einer der brillantesten Analysten des technischen Fortschritts - und des gesellschaftlichen Fortschritts, der normalerweise nicht hinterherkommt.

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