Archive for May, 2006

Infokrake Google

Monday, May 29th, 2006

Schnell mal einen Hinweis aus dem SuMa-ev-Newsletter geklaut weitergeleitet:

In der Ausgabe 11/2006 der Computerzeitschrift CT hat der oben genannte Artikel aus dem vorigen Heft ein heftiges Echo an Leserbriefen hervorgerufen. Anders als noch vor ein bis zwei Jahren zeigen saemtliche dieser Leserbriefe, dass das Google-Monopol als massives Problem wahrgenommen wird. Die CT-Redaktion hat dankenswerterweise saemtliche Artikel der Serie zum “Kraken Google” freigegeben und oeffentlich lesbar ins Web gestellt; unter www.heise.de/ct/06/10/006/ finden Sie zum Anklicken die Artikel aus der CT 10/2006:

  • Der unheimliche Erfolg, S. 162
  • Das Datensammel-Imperium, S. 168
  • Konkurrenten: Quaero, MetaGer2 und Co., S. 17
  • Alternativen zum Such-Primus, S. 176

Google Booksearch

Monday, May 29th, 2006

Um Googles Projekt Booksearch (ehemals Print) gabs ja schon einigen Wirbel. Nicht zuletzt die Bibliothekare in ganz Europa haben sich hier zu Wort gemeldet. Aber auch der deutsche Buchhandel blieb - in einer ganz eigenen Geschwindigkeit - nicht untätig. “Volltextsuche online”, so der schmissige Name, soll dem Buchdurchsuchprojekt von Google Paroli bieten, vor allem aber dafür sorgen, dass die Inhalte in den Händen der Verlage bleiben.

Auf der Frankfurter Buchmesse im Oktober 2006 soll der Prototyp vorgestellt werden. Die Kosten des Projektes werden nach Kalkulation der MVB unter einer Million Euro liegen.

Das Newsportal de.internet.com weiß Details zum Projekt zu berichten:

Durch “Volltextsuche online” kann dann künftig auf digitale Inhalte zugegriffen werden, die Kontrolle über die Texte behalten die Verlage. Damit würden Inhalte der deutschen Literatur als Volltextdateien verfügbar, hieß es weiter. Über ein gemeinsames Netzwerk bekommen Suchmaschinenbetreiber die Möglichkeit, die Volltexte der Bücher zu durchsuchen und für die Kunden verfügbar zu machen.

Wesentliches Ziel des Projektes ist es, die Rechte der Verleger auch auf elektronischer Ebene zu sichern. Gleichzeitig wird es allen Verlagen ermöglicht, an einem solchen System teilzunehmen. Mit diesem Schritt bereite der deutsche Buchhandel die technische und juristische Grundlage dafür, dass Buchinhalte in Zukunft in elektronischer Form verfügbar und handelbar werden.

Neues aus der Welt der Ueberflaechen

Monday, May 29th, 2006

Das internationale eJournal „Flusser Studies“ ist dem Denken des tschechisch-brasilianischen Medienphilosophen Vilem Flusser (1920-1991) gewidmet. Publiziert werden nicht nur bislang unveröffentlichte Arbeiten des visionären Denkers, sondern auch aktuelle Studien, die in seiner Tradition stehen: Arbeiten zur Kommunikationstheorie, zur Kulturanthropologie und zu den ‚Neuen Medien’.

Die aktuelle Ausgabe der Flusser Studies beginnt mit einem (zuerst in deutsch verfassten) Originaltext Flussers zum Thema „Haut“. Thomas Temme und ich hätten uns keinen besseren Kontext für unseren nun erschienenen Einführungstext in die Theorie der Ueberflaeche wünschen können. Die Herausgeber Rainer Guldin und Anke Finger empfehlen denn auch in ihrem Vorwort die gemeinsame Lektüre: “ ‘Haut’ and ‘Skin’ might be read together with Michael T. Schetsche’s and Thomas Temme’s ‘Theory of a Superface’ with which they share many philosophical dimensions.”

Unser Beitrag fasst die theoretischen Überlegungen zusammen, die Grundlage des wissenschaftlich-künstlerischen Netzprojekts „Ueberflaechen“ waren. Der – zugegeben sehr dichte – Text kann gleichzeitig als Vorstudie zu einer hermetischen Medientheorie gelesen werden. Im Mittelpunkt stehen Überlegungen zum (komplexen) Verhältnis von digitalem Code, technischer Bildfläche und menschlicher Wahrnehmungsweise.

Deutsche Fassung: Einige kurze Bemerkungen zu einer Theorie der Ueberflaeche

Englische Fassung: Some Brief Remarks on a Theory of Superface

Bloggen für die Suchmaschine

Friday, May 26th, 2006

Die Idee des Semantic Web, in dem Inhalte über maschinenlesbare semantische Informationen verfügen, geistert fast seit den Anfangstagen des Webs durch das Netz. Außer vollmundigen Versprechungen und diversen Arbeitsgruppen blieb diese Idee aber weitestgehend nebulös und ohne praktische Anwendung. Mit structured blogging gibt es jetzt eine pragmatische Implementation für Blogs. (more…)

Wikipedia im Hörsaal

Friday, May 19th, 2006

Um die Kooperation zwischen Wikipedia und etablierter Wissenschaft zu verbessern, findet am 16. & 17. Juni die Wikipedia Academy in Göttingen statt. Eingeladen sind Dozenten und Studierende aller Fachrichtungen. Neben Workshops zum Arbeiten mit Wikipedia im universitären Rahmen, soll diskutiert werden, wie sich der Wissenstransfer von akademischer Forschung in die freie Enzyklopädie fördern lässt.

Digitale Machtübernahme – Weltherrscher Google?

Tuesday, May 16th, 2006

Über die Rolle Googles für das neue Leitmedium Google wird auf dem Jahrestreffen des “netzwerk recherche” diskutiert.

Unter dem Titel “Digitale Machtuebernahme - Weltherrscher Google?” diskutieren am Samstag, dem 20.5., um 16.30 Uhr im NDR-Konferenzzentrum Hamburg Prof. Hendrik Speck, Dr. Wolfgang Sander-Beuermann und ich über Google, die Medien und den Alternativen.

An einen Vertreter von Google auf dem Podium glaube ich nicht - auch wenn er noch im Programm steht. Moderator ist SPIEGEL-Redakteur Markus Brauck.

Mehr zur Konferenz und Diskussion beim netzwerk recherche.

Du bist eine Stichwortwolke

Tuesday, May 16th, 2006

Wie war das in der Kommunikationstheorie nochmal mit dem “blinden Fleck”? Alles was ich selbst von mir nicht wahrnehmen kann. Der Teil meines Selbst, den ich nicht erkenne, ohne den ich aber auch nicht vollkommen bin.

Unter diesem Aspekt kann auch hier das Web2.0 Nachhilfe leisten. Nachdem man zu allem Möglichen im Web seinen Senf - in Web2.0 Sprache “Tag” [englisch: täck]- also seinen Tag hinzugeben kann, geht das jetzt endlich auch mit der eigenen Person.

“Tagge dich selbst!” ruft also eine amerikansiche Stellenbörse. Und nach dem Taggen, also der Beschreibung der eigene Person in Stichworten, entsteht eine persönliche Tagcloud - eine Stichwortwolke.

Die kann ich jetzt mit den Stellenangeboten abgleichen. Das ist natürlich - siehe oben: blinder Fleck - nur die halbe Wahrheit. Wenn mich jetzt also noch die halbe Verwandschaft taggen würde, dann könnte ich vielleicht wirklich einen passenden Job finden.
Auf der sozialen Ebene, also die Tagcloud aller Stellenangebote, macht es dann aber wieder Sinn. Man bekommt ein Echtzeitabbild des Stellenmarktes mit einigen spannenden Begriffen, wie ich hier bereits bemerkte.

Na, wird schon noch.

Hallo!

Thursday, May 11th, 2006

Dies ist mein erster Beitrag hier in diesem Blog … was kann ich da besseres sagen als “Hallo”!? Ein freundliches “Hallo” also an Leser und hoffentlich Kommentar-Schreibende! Ich will mit meinem ersten Beitrag hier auch nicht gleich “in medias res” hineinspringen - das kommt schon noch - sondern erstmal ein paar mehr allgemeine Sätze zu diesem treffend gewählten Ausdruck “Google-Gesellschaft” und meine grundsätzliche Position zu diesem Quasi-Monopol der Informationsgesellschaft.

Ich denke, wir müssen zwei Dinge unterscheiden: einmal das, was die Firma Google tut, wie sie tatsächlich handelt - und zum zweiten das, was andere NICHT tun. Es kann nach meiner Auffassung kein Vorwurf an Google sein, dass diese Firma den Status eines Quasi-Monopols erreicht hat. Mein Vorwurf geht vielmehr an alle diejenigen, welche diesen Status durch NICHTSTUN ermöglicht haben und ihn fördern.

Es ist legitimes Prinzip unseres Wirtschaftssystems, dass eine Firma durch ihre besondere Leistung Monopolist wird. Das ist mir tausendmal lieber, als ein staatlich verordnetes Monopol. Und wir wollen uns nichts vormachen: Google HAT durch hervorragende Leistungen diesen Status des Quasi-Monopols erreicht. Dass es ausserdem Kritik am konkreten Handeln dieser Firma gibt, ist eine zweite Sache.

Meine härteste Kritik geht aber dahin, dass bisher kaum jemand etwas dagegen getan hat, dass Google diese Monopolstellung erreichen konnte. DAS ist der Punkt, an dem sich in erster Linie etwas ändern muss. Ich erinnere mich noch an genügend Gespräche mit “Führungskräften” aus Politik und Wirtschaft, die immer dann, wenn das Thema auf Google und Vorschläge zur Entwicklung eigener Suchmaschinen-Technologie kam, sagten “was wollen Sie da?? Hier bei uns nehmen alle Google zum Suchen - die sind doch gut, warum soll da noch was entwickelt werden??”

DAS ist “des Pudels Kern”.