Du bist eine Stichwortwolke

Wie war das in der Kommunikationstheorie nochmal mit dem “blinden Fleck”? Alles was ich selbst von mir nicht wahrnehmen kann. Der Teil meines Selbst, den ich nicht erkenne, ohne den ich aber auch nicht vollkommen bin.

Unter diesem Aspekt kann auch hier das Web2.0 Nachhilfe leisten. Nachdem man zu allem Möglichen im Web seinen Senf - in Web2.0 Sprache “Tag” [englisch: täck]- also seinen Tag hinzugeben kann, geht das jetzt endlich auch mit der eigenen Person.

“Tagge dich selbst!” ruft also eine amerikansiche Stellenbörse. Und nach dem Taggen, also der Beschreibung der eigene Person in Stichworten, entsteht eine persönliche Tagcloud - eine Stichwortwolke.

Die kann ich jetzt mit den Stellenangeboten abgleichen. Das ist natürlich - siehe oben: blinder Fleck - nur die halbe Wahrheit. Wenn mich jetzt also noch die halbe Verwandschaft taggen würde, dann könnte ich vielleicht wirklich einen passenden Job finden.
Auf der sozialen Ebene, also die Tagcloud aller Stellenangebote, macht es dann aber wieder Sinn. Man bekommt ein Echtzeitabbild des Stellenmarktes mit einigen spannenden Begriffen, wie ich hier bereits bemerkte.

Na, wird schon noch.

2 Responses to “Du bist eine Stichwortwolke”

  1. RiFID Says:

    Spontan erinnert mich diese Entwicklung an einen Artikel von Verena Mayer (DIE ZEIT 07/2005), in der sie bei Kontaktbörsen von einer gezielten Übertragung der “Mechanismen des Arbeitsmarktes” spricht. Wenn man dieser Auffassung folgt, scheint das keine Einbahnstraße zu sein. ;-)

  2. Michael Domsalla Says:

    “never eat bread where you bake it” ;-) ) Ja, ja, es gibt schon viele Arbeits-Pärchen…

    Spannend finde ich aber den Hinweis auf die Kontaktbörsen. Man bekommt wahrhaftig den Eindruck eines Viehmarktes..

    Es wird also Zeit für eine Web2.0 Kontaktbörse.. mit integriertem Stellenmarkt ;-)

    Die Emotionalisierung des Arbeitsmarktes sozusagen…

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