Der Anti-Google

Brewster Kahle möchte das ganze Internet archivieren. Es ist ihm wichtig, daß kein Unternehmen den Zugang zum Wissen der Menschheit im Profit-Sinne nutzt.

Alexandria 2.0 nennt er das Projekt. Webseiten, aber auch Bücher, Musik, Filme - alles Digitale soll in einer öffentlichen Bibliothek zugänglich sein und dem Wohle der Menschheit dienen. So die Kurzversion eines Artikels bei ZDNet.

Jetzt frage ich mich sofort, was das Ganze soll. Das Internet ist doch ein großes Archiv seiner Selbst? Auch wenn mal was verschwindet, alles Wesentliche bleibt doch erhalten. Wie beim menschlichen Gehirn.

Das Internet verwaltet sich als soziales Gehirn selbst. Müll fliegt raus, der Rest bleibt. Und der Zugang verschwindet doch auch nicht? Egal, was Google noch so treibt, es wird nie das Internet selbst verwalten können.
Nun, der Gute hat mal WAIS verkauft und weiss sicher, was er macht…

6 Responses to “Der Anti-Google”

  1. Monika Bargmann Says:

    Zum Großteil mag das wohl stimmen, weil viel Information im Netz redundant ist, aber ich sehe immer öfter, dass gute Seiten mit wichtigem Inhalt verschwinden, weil kein Geld für den Betrieb mehr vorhanden ist - in unserer Eventkultur ist anscheinend immer nur (öffentliches) Geld für große Projekte, aber nicht für den anschließenden regulären Betrieb vorhanden. Deswegen finde ich die Idee Alexandria 2.0 nicht schlecht.

  2. Martin Says:

    Ich finde, dass ganz im Gegenteil immer wieder etliche interessante Seiten verschwinden. Zum Beispiel, weil die Meinung, die auf diesen Seiten geäußert wird, auf einmal nicht mehr opportun ist. Oder weil die enthaltenen Infos einfach nicht mehr aktuell sind und daher von der Nachrichtenseite ins (unter Umständen kostenpflichtige) Archiv wandern. Oder, oder, oder…

  3. Michael Says:

    Aus inhaltlicher Sicht mag das stimmen. Aber jetzt schaut mal in euer Gehirn hinein.
    Wie viele Ereignisse und Informationen mögen dort abhanden gekommen sein? Gelöscht.
    Funktioniert Euer Leben deswegen nicht mehr? Oder würde es nicht eher unmöglich werden, wenn alles noch da wäre?

    Falls diese oben genannten Dinge wichtig wären, dann hätten wir einen Krankheitsbefund. Haben wir den?

    Oder ist Eure Einschätzung nicht eher eine spontane individuelle Sicht auf ein soziales Medium?

  4. Monika Bargmann Says:

    Wenn es darum geht, ob das “Leben noch funktioniert” ohne eine bestimmte Information, dann könnten wir auch einfach die meisten Bibliotheken abfackeln, denn für die meisten Leute funktioniert ihr Leben nachher genauso wie vorher (für mich nicht, weil ich Bibliothekarin bin ;-)

  5. Michael Says:

    Gutes Argument, dann macht also Alexandria 2.0 in dem Augenblick Sinn, wo man nicht versucht das Internet zu archivieren, sondern ein Konzept für eine eigene (irgendwie -online-) Bibliothek hat? Dem würde ich mich sofort anschliessen. Nur das Konzept sehe ich leider nicht und das war mein Kernargument. Wer sagt denn, was in die Bibliothek gehört? Wäre da nicht die Wikipedia mit Archivfunktion der bessere Ansatz?

  6. Andre Says:

    GOOGLE VERNICHTEN !!!

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