Es gab neue Zahlen zu Marktanteilen von Suchmaschinen. Die wichtigste Nachricht: Alles bleibt wie bisher, Google auf Platz 1, dann Yahoo!, MSN, AOL und Ask.
Welche minimalen Veränderungen welches Institut wem bescheinigt, kann man bei @-Web nachlesen.
Von Markus Franzam 24.08.06 um 20:10
Am 11. Juli 2006 hatten wir, der SuMa e.V., die “Erklaerung des SuMa-eV zur Quaero-Initiative” herausgegeben, welche die dezentrale Informationsinfrastruktur als wesentlichen Baustein der Wissens-
und Informationsgesellschaft fordert.
Diesen Baustein haben wir mittlerweile in einer weiteren Schrift praezisiert, welche ich Ihnen im folgenden zur Kenntnis gebe. Sie finden den Text auch als PDF-Datei gern zur weiteren Verbreitung.
Konzept einer dezentralen Informationsinfrastruktur
Eine dezentrale Informationsinfrastruktur kann unter mindestens drei Aspekten beschrieben werden:
- Aus gesellschaftspolitischer-,
- aus technischer-,
- und aus wirtschaftlicher Sicht.
Gesellschaftspolitisch sollte eine verteilte Struktur den Pluralismus unserer Gesellschaft in einer Vielfalt von Informationszugängen wiederspiegeln. Die Möglichkeiten der selektiven Informationsauswahl oder -Unterdrückung durch Informationsanbieter sollten dadurch so gering wie möglich sein.
Aus technischer Sicht kann die verteilte Struktur durch ein Netzwerk von kleinen Suchmaschinen (Minisuchern) realisiert werden. Die technischen Voraussetzungen an Hard- und Software sind heutzutage prinzipiell gegeben. Woran es noch fehlt, ist eine Software, die auch für technische Laien einfach zu laden und zu betreiben ist. Aus wirtschaftlicher Sichtweise muss auch eine dezentrale Informationsinfrastruktur nach einer Startphase selbstfinanzierend sein. D.h. jeder Minisucher muss sich selber finanzieren können, ebenso wie die gesamte Verbundstruktur.
Realisierung des Konzeptes
Wir halten dies durch ein Konzept realisierbar, welches dem Franchising nahe steht: Eine „Dachorganisation“ (ähnlich dem Franchising-Geber) stellt (weiterentwickelte) Suchmaschinensoftware zur Verfügung, mit der auch technische Laien einen überschaubaren Bereich des Internet auf dem eigenen PC oder einer bereitgestellten Plattform erfassen können. Die Idee dahinter ist, dass jeweils Spezialisten eines bestimmten Themas zu ihrem Spezialgebiet eine eigene kleine Suchmaschine für ihre Community betreiben. Diese Spezialisten (ähnlich den Franchising-Nehmern) können ihren Bereich in einer Art und Weise beurteilen, wie es Generalisten einer allgemeinen Suchmaschine nicht möglich ist; d.h. konkret, dass die Qualität der resultierenden Suchergebnisse wesentlich höher sein wird, als bei „general purpose“ Suchmaschinen.
Denn die „Enthusiasten der Szene“ werden sehr strikt darauf achten, dass nicht der sonst allgegenwärtige „Kommerzmüll“ auch ihre Community überschwemmt. Wenn es nun für sehr viele Spezialgebiete eigene kleine Suchmaschinen gibt, dann werden diese jeweils ihre eigene Nutzergemeinde haben. Hierdurch ist dann auch die Möglichkeit gegeben, Erträge zu erwirtschaften, sei es durch Spezialdienste, die kostenpflichtig sind, sei es durch zielgruppengenaue Werbung. Es ist aber auch zu erwarten (und widerspricht dem Konzept in keiner Weise), dass Enthusiasten eine solche Spezialsuche allein um der Sache willen und ohne Ertrag betreiben. Dieses Phänomen der Community-Bildung ist gerade gegenwärtig an vielen Beispielen im Internet zu beobachten.
Jeder Betreiber einer solchen Spezialsuche muss sich nun andererseits verpflichten, dass seine Suchmaschine als Datenfeed für eine übergeordnete Metasuche zur Verfügung steht. Durch die Zusammenführung all der vielen kleinen Spezialdienste entsteht dann auf der Meta-Ebene wiederum eine „general purpose“ Suchmaschine. Denn der „Normaluser“ wird sich üblicherweise nicht die Mühe machen, für seine Suchanfragen erst zu recherchieren, ob es denn nicht eine geeignete Spezialsuche gibt, sondern er wird - zunächst zumindest - eine Allzweck-Suchmaschine befragen, die immer für die Masse der Nutzer zuständig ist. Damit wird diese Suchmaschine auch hohe Nutzerzahlen erreichen. Letzteres ist bekanntermaßen im Internet die Voraussetzung, um Ertrag zu erwirtschaften.
Durch diese Erträge ist die übergeordnete Suche mit ihrer Metasuche und der gesamten Verbundstruktur finanzierbar. Die Abfragezahlen werden hier gegenüber bisherigen Allzweck-Suchmaschinen ansteigen, da die Ergebnisqualität durch die Spezialisten und Enthusiasten auf der unteren Ebene gesichert wird. Diese wiederum profitieren ebenfalls davon, denn durch den Weg über die obere Ebene werden sie neue Nutzer für ihre Communities gewinnen können.
Erfordernisse
Wir halten dieses Konzept jeder Allzweck-Suchmaschine überlegen. Für seine Durchsetzung ist es erforderlich:
- Die vorhanden Open-Source Suchmaschinensoftware (z.B. Nutch) so weit zu entwickeln, dass sie in diesem Konzept zunächst zur textbasierten Suche einsetzbar ist. Dieser Aufwand ist überschaubar. Sobald Suchmaschinensoftware vorhanden ist, die auch multimediale Inhalte erfasst, kann sie in diesem Konzept genauso eingesetzt werden.
- Eine organisatorische Struktur zu schaffen, welche die Minisucher und ihre Betreiber
koordiniert.
- Ein Regelwerk („war darf was und was nicht?“) für alle Beteiligten exakt zu definieren.
Wir halten dieses Konzept darüber hinaus für die einzige Möglichkeit, bei realistisch finanzierbarem Aufwand mit den gegenwärtigen Quasi-Monopolen konkurrieren zu können: zunächst die Entwicklung der Struktur in vielen speziellen Nischen und dann der Zusammenschluss zu einem Verbund mit Marktrelevanz.
Von Wolfgang Sander-Beuermannam 17.08.06 um 15:45
“Suchmaschinen in der modernen Kommunikation. Verantwortlichkeit und Haftung von Suchmaschinenanbietern für Inhalte in ihren Ergebnislisten” nennt sich eine Tagung, die am 21. September 2006 in Berlin stattfinden wird.
Ausrichter ist die Selbstkontrolle Suchmaschinen der FSM. In dieser Arbeitsgruppe der Freiwilligen Selbstkontrolle der Multmedia-Dienstleister sind die großen Suchmaschinen organisiert, um gemeinsam reugulative und politische Initiativen abzusprechen oder auf Einwände der Politik zu reagieren.
Neben der Frage der Rolle der Suchmaschinen für das Internet und zukünftigen Suchtrends geht es auch um juristische Bedingungen für Suchmaschinenbetreiber. Abschließend gibt es eine Lobbyrunde Podiumsdiskussion mit Politikern der Großen Koalition und den Juristen der Suchmaschinenbetreiber. Große Erkenntnisse sind hier sicherlich nicht zu erwarten. Vielleicht lässt sich aber Ablesen, welche Gesetze denn demnächst von der FSM und den Suchmaschinenlobbyisten angegangen werden.
Das PDF-Programm gibt es hier.
Von Kai Lehmannam 16.08.06 um 16:12
Dieser Blog dreht sich um “Die Google-Gesellschaft”. Und in dieser hat sich im Sprachschatz von fast jedem fas Wort googlen als Synonym für suchen finden eingebürgert. Das meint auch das Oxford English Dictionary.
Google meint aber, das Verb googlen verletze aber vielleicht Recht des Unternehmens. Eigentlich haben wir doch alle mit Google einmal irgendwas gelernt - aber jetzt verschickt man blaue Briefe an die eigenen bösen Schüler, um zu klären, ob googlen wirklich gut ist.
Die ganze Geschichte gibts auf der Website des New Zealand Herald.
Von Markus Franzam 14.08.06 um 13:14