Archive for the 'Google-Gesellschaft' Category

Konzept einer dezentralen Informationsinfrastruktur

Thursday, August 17th, 2006

Am 11. Juli 2006 hatten wir, der SuMa e.V., die “Erklaerung des SuMa-eV zur Quaero-Initiative” herausgegeben, welche die dezentrale Informationsinfrastruktur als wesentlichen Baustein der Wissens-
und Informationsgesellschaft fordert.

Diesen Baustein haben wir mittlerweile in einer weiteren Schrift praezisiert, welche ich Ihnen im folgenden zur Kenntnis gebe. Sie finden den Text auch als PDF-Datei gern zur weiteren Verbreitung.

Konzept einer dezentralen Informationsinfrastruktur
Eine dezentrale Informationsinfrastruktur kann unter mindestens drei Aspekten beschrieben werden:

  • Aus gesellschaftspolitischer-,
  • aus technischer-,
  • und aus wirtschaftlicher Sicht.

Gesellschaftspolitisch sollte eine verteilte Struktur den Pluralismus unserer Gesellschaft in einer Vielfalt von Informationszugängen wiederspiegeln. Die Möglichkeiten der selektiven Informationsauswahl oder -Unterdrückung durch Informationsanbieter sollten dadurch so gering wie möglich sein.

Aus technischer Sicht (more…)

Konferenz: SuMa in der Gesetzgebung

Wednesday, August 16th, 2006

“Suchmaschinen in der modernen Kommunikation. Verantwortlichkeit und Haftung von Suchmaschinenanbietern für Inhalte in ihren Ergebnislisten” nennt sich eine Tagung, die am 21. September 2006 in Berlin stattfinden wird.

Ausrichter ist die Selbstkontrolle Suchmaschinen der FSM. In dieser Arbeitsgruppe der Freiwilligen Selbstkontrolle der Multmedia-Dienstleister sind die großen Suchmaschinen organisiert, um gemeinsam reugulative und politische Initiativen abzusprechen oder auf Einwände der Politik zu reagieren.

Neben der Frage der Rolle der Suchmaschinen für das Internet und zukünftigen Suchtrends geht es auch um juristische Bedingungen für Suchmaschinenbetreiber. Abschließend gibt es eine Lobbyrunde Podiumsdiskussion mit Politikern der Großen Koalition und den Juristen der Suchmaschinenbetreiber. Große Erkenntnisse sind hier sicherlich nicht zu erwarten. Vielleicht lässt sich aber Ablesen, welche Gesetze denn demnächst von der FSM und den Suchmaschinenlobbyisten angegangen werden.

Das PDF-Programm gibt es hier.

Lektüre zum Wochenende

Friday, July 14th, 2006

In der letzten Zeit sind drei Texte erschienen, die ich Euch nicht vorenthalten will. Heute einmal in einer kompakten Presseschau:

Wir glauben an das Gute
- Interview mit Wikipedia-Gründer Jimmy Wales in der Welt

Wikipedia ist zwar als Institution in vielerlei Hinsicht egalitaristisch und basisdemokratisch - aber andererseits sind wir Wikipedianer auch elitär. Wir glauben, daß manche Leute Idioten sind und besser nicht an einer Enzyklopädie mitschreiben sollten.

http://www.welt.de/data/2006/06/26/932122.html

 
55 Ways to Have Fun With Google
Etwas länger dauert die Lektüre des Buches “55 Ways to Have Fun With Google” von Phillipp Lenssen, der auch für das lesenswerte Blog Google Blogoscope verantwortlich zeichnet.

Das Buch mit seinen 220 Seiten ist als klassisches Buch oder PDF-Dokument erhältlich. Zudem steht es unter einer Creative Commons-Lizens, die es erlaubt, die Texte nach Belieben zu verändern und für nicht-kommerzielle Zwecke zu verwenden und zu verbreiten.

 
Die große unerzählte Google-Geschichte
Richtig vom Leder zieht Nordeuropa-KasparChef Phillipp Schneider, der den Werbeumsatz von Google damit in die Höhe treiben will:

Google stellt für kleine und mittlere Unternehmen das Tor zur Welt dar.

Weil per Internet mehr Menschen als mit jedem anderen Medium zu erreichen sind, sollen die Unternehmen gefälligst online werben. Da angeblich 20 Prozent der Medienzeit online verbracht wird (was hier widerlegt wird), sollten die Unternehmen doch bitte schön diese 20 ihres Werbebudgets statt der bisherigen 4 Prozent im Internet investieren.

Wir werden in Deutschland sehr hohe Zuwächse in de Online-Werbung haben. Google wird in Deutschland noch sehr viel Spaß haben, sagt Schindler der FAZ in der Ausgabe vom 12. Juni 2006.

Anscheinend zaubern ihm die vermutlich 200 Millionen Euro Gewinn im letzten Jahr in Deutschland noch kein Lächeln auf die Lippen.

Der Beitrag ist leider mittlerweile kostenpflichtig.

Das Leben geht weiter…

Tuesday, July 11th, 2006

… trotz Internet. Dies ist das Ergebnis einer US-amerikanischen Studie des Pew Internet & American Life Projects (gelesen bei politik-digital.de).

Die wesentlichen Ergebnisse in poldi-Worten:

  • Das Internet verstärkt soziale Bindungen in einer modernen Gesellschaft und unterstützt die Bildung von „social capital“.
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  • Der einzelne Mensch versucht in seinem Netzwerk für bestimmte Probleme oder Situationen die jeweils geeignete(n) Person(en) zu kontaktieren. Die einseitige Orientierung an (s)einer (traditionellen) Gemeinschaft wird aufgegeben.
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  • Interessanter ist ein anderes Ergebnis der Studie: Internet-Nutzer in den USA haben mehr soziale Bindungen als Nicht-Nutzer.
  •  

  • Die Studie weist nach, dass Internet-Nutzer im Vergleich zu Nicht-Nutzern mit größerer Wahrscheinlichkeit Hilfe bei der Bewältigung ihrer Anliegen bekommen. Im Vorteil sind dabei insbesondere diejenigen, die über viele „significant ties“ verfügen und Kontakt zu Personen aus einer großen Bandbreite von Berufsfeldern haben.

SuMa-Konferenz in Berlin

Monday, June 26th, 2006

Der Sommer ist gerade angekommen, da wirft der Herbst schon erste (Termin-)Schatten: Der SuMa e.V. veranstaltet am 28. September 2006 in Berlin sein 3. SuMa-ev-Forum:

Die zentrale Rolle der Suchmaschinen in der Informationsgesellschaft hat sich auf hohem Niveau etabliert. Gleichzeitig waechst von vielen Seiten die Kritik an den monopolartigen Strukturen des digitalen Wissenszugangs und der Ruf nach Alternativen wird (endlich) unueberhoerbar lauter.

Im diesjaehrigen Forum werden Trends, Richtungen, Probleme und Alternativen dieser Schluesseltechnologie der Informationsgesellschaft vorstellt und diskutiert. Dabei werden drei Bereiche genauer betrachtet:

- Entwicklungen in der Technik,
- in der Wirtschaft und
- deren Reflexionen in der Medienkunst.

Die Veranstaltung findet in der Landesvertretung Niedersachsen statt. Das Programm und die Anmeldemodalitäten finden sich unter http://suma-ev.de/forum06.

Der Anti-Google

Friday, June 23rd, 2006

Brewster Kahle möchte das ganze Internet archivieren. Es ist ihm wichtig, daß kein Unternehmen den Zugang zum Wissen der Menschheit im Profit-Sinne nutzt.

Alexandria 2.0 nennt er das Projekt. Webseiten, aber auch Bücher, Musik, Filme - alles Digitale soll in einer öffentlichen Bibliothek zugänglich sein und dem Wohle der Menschheit dienen. So die Kurzversion eines Artikels bei ZDNet.

Jetzt frage ich mich sofort, was das Ganze soll. Das Internet ist doch ein großes Archiv seiner Selbst? Auch wenn mal was verschwindet, alles Wesentliche bleibt doch erhalten. Wie beim menschlichen Gehirn.

Das Internet verwaltet sich als soziales Gehirn selbst. Müll fliegt raus, der Rest bleibt. Und der Zugang verschwindet doch auch nicht? Egal, was Google noch so treibt, es wird nie das Internet selbst verwalten können.
Nun, der Gute hat mal WAIS verkauft und weiss sicher, was er macht…

Google TV: Die Suchmaschine, die aus dem Bildschirm kam

Friday, June 16th, 2006

Nachdem der digitale Raum weitestgehend erobert ist, nimmt Google jetzt auch die Welt außerhalb des Bildschirms in Angriff. Der Mantel der Unschuld ist bereits abgelegt und die Satellitendaten hat man ja eh bereits.

In den Google Laboren wird an einer Technik gewerkelt, um über ein computerintegriertes Mikrophon, das Fernsehprogramm der Nutzer zu belauschen verfolgen. Mit diesen Daten soll es zukünftig möglich sein, am Computer kontextrelevante Informationen zum aktuellen Fernsehprogramm zu präsentieren. Läuft eine politische Debatte sollen passende Diskussionsforen angezeigt werden, zur Daily Soap gibt es gleich den passenden Chat-Room.

Die Anwendungen liegen auf der Hand: Im nächsten Schritt könnte man den Dienst sicherlich auf den Google-Hauptgeschäftszweig: kontextsensitive Werbung erweitern und auch die übrigen Raumgeräusche miteinbeziehen. Bei lautem Babygeschrei würden dann gleich die passenden Adwords für Babysitter geschaltet werden. Zusätzlich zu Content-Geboten könnten Adwords Professionals dann also auch Gebote auf hohe Dezibel-Zahlen abgeben. Impulskauf par exellance.

Vielleicht war es nur die Sommerhitze, aber als ich zum ersten Mal las, dass Google diese neue wohnzimmerinvasive Technik plant, musste ich urplötzlich an den Japan-Shocker Ringu (hierzulande bekannt durch das Hollywood-Remake: The Ring) denken und an das kleine Mädchen, dass aus dem Bildschirm krabbelt, um seine Opfer per bösem Blick zu goog.. äh zu schocken. In diesem Sinne: Frohes Zappen!

Google Booksearch

Monday, May 29th, 2006

Um Googles Projekt Booksearch (ehemals Print) gabs ja schon einigen Wirbel. Nicht zuletzt die Bibliothekare in ganz Europa haben sich hier zu Wort gemeldet. Aber auch der deutsche Buchhandel blieb - in einer ganz eigenen Geschwindigkeit - nicht untätig. “Volltextsuche online”, so der schmissige Name, soll dem Buchdurchsuchprojekt von Google Paroli bieten, vor allem aber dafür sorgen, dass die Inhalte in den Händen der Verlage bleiben.

Auf der Frankfurter Buchmesse im Oktober 2006 soll der Prototyp vorgestellt werden. Die Kosten des Projektes werden nach Kalkulation der MVB unter einer Million Euro liegen.

Das Newsportal de.internet.com weiß Details zum Projekt zu berichten:

Durch “Volltextsuche online” kann dann künftig auf digitale Inhalte zugegriffen werden, die Kontrolle über die Texte behalten die Verlage. Damit würden Inhalte der deutschen Literatur als Volltextdateien verfügbar, hieß es weiter. Über ein gemeinsames Netzwerk bekommen Suchmaschinenbetreiber die Möglichkeit, die Volltexte der Bücher zu durchsuchen und für die Kunden verfügbar zu machen.

Wesentliches Ziel des Projektes ist es, die Rechte der Verleger auch auf elektronischer Ebene zu sichern. Gleichzeitig wird es allen Verlagen ermöglicht, an einem solchen System teilzunehmen. Mit diesem Schritt bereite der deutsche Buchhandel die technische und juristische Grundlage dafür, dass Buchinhalte in Zukunft in elektronischer Form verfügbar und handelbar werden.

Neues aus der Welt der Ueberflaechen

Monday, May 29th, 2006

Das internationale eJournal „Flusser Studies“ ist dem Denken des tschechisch-brasilianischen Medienphilosophen Vilem Flusser (1920-1991) gewidmet. Publiziert werden nicht nur bislang unveröffentlichte Arbeiten des visionären Denkers, sondern auch aktuelle Studien, die in seiner Tradition stehen: Arbeiten zur Kommunikationstheorie, zur Kulturanthropologie und zu den ‚Neuen Medien’.

Die aktuelle Ausgabe der Flusser Studies beginnt mit einem (zuerst in deutsch verfassten) Originaltext Flussers zum Thema „Haut“. Thomas Temme und ich hätten uns keinen besseren Kontext für unseren nun erschienenen Einführungstext in die Theorie der Ueberflaeche wünschen können. Die Herausgeber Rainer Guldin und Anke Finger empfehlen denn auch in ihrem Vorwort die gemeinsame Lektüre: “ ‘Haut’ and ‘Skin’ might be read together with Michael T. Schetsche’s and Thomas Temme’s ‘Theory of a Superface’ with which they share many philosophical dimensions.”

Unser Beitrag fasst die theoretischen Überlegungen zusammen, die Grundlage des wissenschaftlich-künstlerischen Netzprojekts „Ueberflaechen“ waren. Der – zugegeben sehr dichte – Text kann gleichzeitig als Vorstudie zu einer hermetischen Medientheorie gelesen werden. Im Mittelpunkt stehen Überlegungen zum (komplexen) Verhältnis von digitalem Code, technischer Bildfläche und menschlicher Wahrnehmungsweise.

Deutsche Fassung: Einige kurze Bemerkungen zu einer Theorie der Ueberflaeche

Englische Fassung: Some Brief Remarks on a Theory of Superface

Bloggen für die Suchmaschine

Friday, May 26th, 2006

Die Idee des Semantic Web, in dem Inhalte über maschinenlesbare semantische Informationen verfügen, geistert fast seit den Anfangstagen des Webs durch das Netz. Außer vollmundigen Versprechungen und diversen Arbeitsgruppen blieb diese Idee aber weitestgehend nebulös und ohne praktische Anwendung. Mit structured blogging gibt es jetzt eine pragmatische Implementation für Blogs. (more…)