Archive for the 'Freie Software' Category

Kommt jetzt das Multimedia-Wiki?

Tuesday, September 20th, 2005

Wikis revolutionieren die Art, wie wir Texte schreiben können. Statt eines einzelnen Autors sind es in Wikis Gruppen von Personen, die gemeinsam an Dokumenten schreiben. Zur Zeit lässt das Wiki-Prinzip aber in erster Linie Texte zu. Andere Medien können zwar eingebunden werden, aber nicht “verwikit”, d.h. kollektiv bearbeitet werden. So ist die freie Mediensammlung Wikimedia Commons noch auf externe Editoren angewiesen. Dies könnte sich jedoch bald ändern.

Grund dafür sind die eingeschränkten Editiermöglichkeiten unseres Interface: des Browsers. Kann ein Browser, je nach Plugin-Ausstattung, nahe zu jede Medienart anzeigen, sieht es mit den Bearbeitungsmöglichkeiten ganz anders aus. Das höchste der Gefühle ist der Rich Text Editor, mit dem sich zumindest Texte ansprechend gestalten lassen.

Ein Blick in die Zukunft bietet jetzt MagnoliaQT. Ein auf Quicktime basierendes Content-Management-System, welches in der Lage ist Multimediadaten zu bearbeiten. In der gerade erschienen Beta-Version sind die Editiermöglichkeiten noch rudimentär. Vorhanden sind Funktionen wie skalieren, beschneiden und komprimieren. Aber dies alles geschieht im Browser, der lediglich über ein Quicktime-Plugin verfügen muss.

Welches Potential in einer kollektiven Anwendung dieser Multimediabearbeitung liegen würde, lässt sich erahnen wenn man das Netzkunstprojekt Saptakam betrachtet.

UMTS-David gegen Windows-Goliath

Monday, September 12th, 2005

Habe eben ein Interview mit Netzpolitk.org-Macher Markus Beckedahl bei Medienrauschen wiederentdeckt. Markus, der auch Autor des Buches “Die Google-Gesellschaft” ist, erzählt von der Guerillia-Aktion gegen den Lobbyabend von Microsoft im Abgeordnetenhaus Berlin.

Das Netz hilft uns, Themen zu transportieren. Die Idee wurde über Mailinglisten transportiert und diskutiert aber auch offline Treffen war hilfreich. Wenn Greenpeace früher eine Aktion machte, waren sie davon abhängig, dass Kamerateams dabei waren um alles zu dokumentieren. Jetzt haben wir unsere digitalen Tools - und wir wissen diese zu nutzen. Wir haben ja nicht nur Bilder gemacht und diese live via MMS in Blogs gestellt. Auch haben wir erstmals mit UMTS experimentiert, um einen Livestream der Veranstaltung ins Netz zu stellen, der schnell unter anderem via IRC distribuiert wurde. Die Idee war, Lobbying transparent zu machen und Citizen Journalism zu praktizieren. Für die Nachbereitung hatten wir Blogs und Server, um die Bilder online zu stellen und einen Bericht zu schreiben. Dort konnten klassische Medien recherchieren und auf das Material zurückgreifen. Wir haben quasi unsere eigenen Medien und sind nicht mehr von den Massenmedien abhängig.

Was lernen wir?

  • Mit den Neuen Medien kommen neue Chancen für die Bürgergesellschaft.
  • Politik erfindet sich im Netz neu.
  • Freie Software ist eine Sache, für die es sich einzusetzen lohnt.

Mehr Infos zur Pinguin-Party bei Microsoft gibt es bei netzpolitik.org.