Artikel in der Kategorie 'Medien'
Um Googles Projekt Booksearch (ehemals Print) gabs ja schon einigen Wirbel. Nicht zuletzt die Bibliothekare in ganz Europa haben sich hier zu Wort gemeldet. Aber auch der deutsche Buchhandel blieb - in einer ganz eigenen Geschwindigkeit - nicht untätig. “Volltextsuche online”, so der schmissige Name, soll dem Buchdurchsuchprojekt von Google Paroli bieten, vor allem aber dafür sorgen, dass die Inhalte in den Händen der Verlage bleiben.
Auf der Frankfurter Buchmesse im Oktober 2006 soll der Prototyp vorgestellt werden. Die Kosten des Projektes werden nach Kalkulation der MVB unter einer Million Euro liegen.
Das Newsportal de.internet.com weiß Details zum Projekt zu berichten:
Durch “Volltextsuche online” kann dann künftig auf digitale Inhalte zugegriffen werden, die Kontrolle über die Texte behalten die Verlage. Damit würden Inhalte der deutschen Literatur als Volltextdateien verfügbar, hieß es weiter. Über ein gemeinsames Netzwerk bekommen Suchmaschinenbetreiber die Möglichkeit, die Volltexte der Bücher zu durchsuchen und für die Kunden verfügbar zu machen.
Wesentliches Ziel des Projektes ist es, die Rechte der Verleger auch auf elektronischer Ebene zu sichern. Gleichzeitig wird es allen Verlagen ermöglicht, an einem solchen System teilzunehmen. Mit diesem Schritt bereite der deutsche Buchhandel die technische und juristische Grundlage dafür, dass Buchinhalte in Zukunft in elektronischer Form verfügbar und handelbar werden.
Von Kai Lehmannam 29.05.06 um 21:56
Ein Aufschrei ging (und geht) durch die Netzwelt: Seit der Nacht vom 17. auf den 18. Januar ging Wikipedia Deutschland scheinbar vom Netz ging. Dabei wurde die Weiterleitung von www.wikipedia.de auf de.wikipedia.org abgeschaltet. Das eigentliche Projekt ist auch weiterhin unter de.wikipedia.org zu erreichen. Stattdessen gibt es nun auf wikipedia.de dieses hier zu lesen:
Liebe Freunde Freien Wissens,
durch eine vor dem Amtsgericht Berlin-Charlottenburg am 17. Januar 2006 erwirkte einstweilige Verfügung wurde dem Verein Wikimedia Deutschland – Gesellschaft zur Förderung Freien Wissens e.V. untersagt, von dieser Domain auf die deutschsprachige Ausgabe der freien Enzyklopädie Wikipedia (wikipedia.org) weiterzuleiten.
Wir lassen derzeit durch unsere Rechtsanwälte alle möglichen Schritte prüfen, um Ihnen schnellstmöglich wieder einen unkomplizierten Zugang zur freien Enzyklopädie Wikipedia zu bieten. Bitte haben Sie dafür Verständnis, dass wir aus rechtlichen Gründen bis auf Weiteres keine weiteren Stellungnahmen in dieser Sache abgeben werden.
Wikimedia Deutschland – Gesellschaft zur Förderung Freien Wissens e.V.
Berlin, 18. Januar 2006
Von Kai Lehmannam 19.01.06 um 22:56
Mehr...
Bringt uns dieser Wunsch nach permanentem Austausch gleich einer Kollektiv-Zivilisation näher, wie wir sie bislang nur aus der Science-Fiction kennen? Wird diese so aussehen müssen, wie das Kollektiv der „Borg“, welche die Fernsehserie Startrek einst als negativen Gegenhorizont zur menschlichen Individualität zeichnete? Fraglich ist, ob ein Wunsch immer gleich zum inneren Zwang erklärt werden und Besorgnis auslösen muss. Krankhafter Drang zur medial vermittelten Kommunikation?
Von Michael Schetscheam 9.12.05 um 08:34
Mehr...
Russland nimmt nicht nur bezüglich einer Blogger-Zahl von ca. 170 000 registrierten Nutzern einen engagierten Platz ein, sondern beansprucht neuerdings für sich auch, Blogs erfunden zu haben: Ein findiger russischer Blogger hat herausgefunden, dass das Phänomen bereits 1837 vom russischen Prinzen Wladimir Odojewskij vorausgesagt wurde.
Von Monika Lenhardam 14.11.05 um 10:12
Mehr...
Das Wichtigste vorweg: Einen herzlichen Dank an das jonet-Team für die viele Arbeit, um 400 diskussionswütigen Medienmenschen ein Forum zu bieten. Ich bin gut erhalten und inhaltlich angereichert wieder in Berlin angekommen.
Was bleibt mir, der nicht (mehr) als Journalist sein Brot verdient, vom jonet-Tag?
(1) Als aller erstes erst einmal eine nüchterne Sicht auf die deutsche Medienlandschaft: Ich bin überrascht über die Ehrlichkeit, mit der die Situation des deutschen Journalismus diskutiert wurde.
Dieser befindet sich nach meinem Eindruck zwischen zwei Fronten: Auf der einen Seite der dynamische Meinungsmarkt, in dem neben Unternehmen, Verbände, PR-Agenturen und Politik die Journalisten eine schwierigere werdende Aufgabe und ein schlechter werdendes Standing haben. Auf der anderen Seite sind die vielen “Mikromedien”, wie sie auf dem jonet-Tag hießen: Wikis, Blogs, Podcasts - alle machen den klassischen Medien ordentlich Dampf unter’m Arsch. Dabei, auch das ist wichtig, ist die Lage der freien Journalisten um einiges dramatischer als das der meist gut situierten festangestellten Redakteure.
Was sagt uns das für die Google-Gesellschaft? Öffentlichkeiten sind im Umbruch, eben auch weil Mikromedialisten und Politagitatoren viel leichter Meinungen machen können und sich am sozialen Aushandlungsprozess über “Tatsachen” ordentlich einmischen.
(2) Wenn Blogger übers Bloggen bloggen sprechen, wird es nicht automatisch spannend. Ich plädiere an alle Tagungsorganisatoren: Ladet Blogger ein, aber lasst sie nicht unter sich diskutieren. Und: Ladet Menschen ein, die sich für Umwelt, Politik oder Nachbarschaft engagieren und darüber bloggen. Lasst sie berichten, was sich für sie in ihrer Arbeit ändert. Nämlich dann lässt sich auch nachzeichnen, wie die Neuen Medien Gesellschaft verändern.
Alle Blogger-Blogger rufe ich auf, mehr über die eigenen Standards zu diskutieren. Was ist ein ethisches und handwerkliches Mindestgerüst, um die neue Kulturtechnik Bloggen verantwortungsvoll zu betreiben? Wer mag mit mir einen Vorschlag in die Runde werfen?
(3) Live-Blogging ist spannend, verwegen und anstrengend.
Bei technorati mehr zum jonet-tag
Von Kai Lehmannam 13.11.05 um 21:59
Christoph Fischer wurde gerade etwas lauter und regte sich wortgewaltig über Garbowskis Vorschlag auf, schlechte Medien umtauschen zu können bzw. eine Gewährleistungspflicht für Medien einzuführen.
Von der Muppet Show zu Spitting Image…
Er konnte nur mit Mühe beruhigt werden. Erinnert mich an einen Text über Choleriker, den ich letztens auf einem Poetry Slam hörte.
So weit, ich gebe zurück in die angeschlossenen Funkhäuser.
Von Kai Lehmannam 12.11.05 um 17:52
Langsam lehnt sich das Publikum gegen das Podium auf… Vielleicht kommt die zwar durchaus unterhaltsame Alt-Herren-Erzählweise der moralisierende Plauderton doch nicht so gut an
Stilistisch, weniger inhaltlich, ist das Panel wie eine doppelte Muppet-Show: In der Mitte Frau Hucke, links und rechts zwei alte Herren in bester Laune.
jonettag: Alle Statements wurden natürlich nicht mit den Rednern gegengecheckt.
Von Kai Lehmannam 12.11.05 um 17:44
Deutlich in der Diskussion wird, dass das Spannungsfeld “PR und Journalismus” vor allem im Hause der Medien gerade gebogen werden muss: Schlechte Bezahlung, zu wenig Mitarbeiter und unzureichende Kenntnisse über die rechtlichen Grundlagen führen zu einem journalistischen Standard, der eigentlich als solcher nicht mehr bezeichnet werden dürfte.
Veronika Hucke, Leiterin Unternehmenskommunikation Philips, macht deutlich, dass es natürlich nicht im Interesse von Unternehmen sein kann, dass Redaktionen zunehmend unbezahlte Beiträge ins Blatt nehmen. Denn dann, so Hucke, würde es irgendwann nur noch darum gehen, welches Unternehmen am meisten für eine Geschichte zahlt. Auch Unternehmen müssen an einem sauberen Journalismus interessiert sein. Ein Statement, dass ich nur unterstreichen kann.
Abstrus finde ich das Argument, dass Unternehmen doch PR lieben müssten, weil sie dann auf Werbung verzichten könnten. Das eine hat wohl nur wenig mit dem anderen zu tun.
Garbowski weist zu Recht darauf hin, dass die Diskussionen immer nur mit den Guten geführt werden würden. Springer würde sich nicht auf ein solches Podium setzen.
jonettag: Alle Statements wurden natürlich nicht mit den Rednern gegengecheckt.
Von Kai Lehmannam 12.11.05 um 17:24
Peter Garbowski benennt eines der Probleme im Verhältnis von Journalismus und PR: Die Vergütung von Journalisten. Wie soll sich ein Journalist auch für 40 Euro pro Beitrag über Wasser halten? Entsprechend müssten diese auf andere Einnahmequellen zurückgreifen.
Andreas Kunze berichtet über seine Auseinandersetzung mit dem Springer-Verlag: Als Leser eines Springer-Mediums verlangte er sein Geld zurück, weil ein ihn interessierender Beitrag eigentlich nur Schleichwerbung sei.
Auf den Hinweis, dass es journalistische Gepflogenheit sei, Quellen gegenzuchecken und mehrere Quellen zu befragen, antwortete die Springer-Rechtsabteilung: Diese Gepflogenheiten würden im deutschen Verlagswesen nicht existieren.
jonettag: Alle Statements wurden natürlich nicht mit den Rednern gegengecheckt.
Von Kai Lehmannam 12.11.05 um 17:03
Zitat des Tages kommt von Christoph Fischer:
“Was macht man, wenn man nicht mehr weiter weiß? Man gründet einen Arbeitskreis!”
..und verweist darauf, dass Unternehmen längst mehr als Pressemeldungen verschicken. Sie, so Fischer, gründen mit Hilfe von wirtschaftsnahen Wissenschaftlern einfach wissenschaftliche Gremien, die die gewünschte Meinung transportieren.
jonettag: Alle Statements wurden natürlich nicht mit den Rednern gegengecheckt.
Von Kai Lehmannam 12.11.05 um 16:54
Ältere Artikel