Artikel in der Kategorie 'Medien'
Christoph Fischer, ehemaliger Ressortchef Medizin bei BILD, eröffnet das Panel mit einigen interessanten Statements: “Es gibt auch gute PR. Sie ist qualitativ besser geworden.” Er sagte aber auch: “Man kann sich gegen PR nicht wehren.” Man würde ja auch für Leser schreiben und die würden eben in einer Markenwelt leben.
Peter Grabowski vom Netzwerk Recherche hält PR für eine höchst legitime Sache und möchte nicht als PR-Hasser dastehen. Was aber nicht ginge, so Garbowski, sei es, Gesetze zu brechen und verweist auf das Thema “Schleichwerbung”.
“Wo sind die Grenzen?”, dies sei die eigentliche Frage.
Eigentlich ist das ganze doch eine Diskussion, die Journalisten, wären sie konsequent, für sich ad acta legen könnten: Nämlich dann, wenn sie gar keine Informationen von PR-Agenturen übernehmen würden, lieber selbst recherieren und produzieren würden - bzw. wenn Verlage die Redaktionen besser ausstatten würden. Sind also PR-Agenturen wirklich das Problem?
jonettag: Alle Statements wurden natürlich nicht mit den Rednern gegengecheckt.
Von Kai Lehmannam 12.11.05 um 16:47
Gleich kommen wir zu meinem Lieblingsthema: Journalismus und PR. Als PR-Redakteur, ehemaliger freier Journalist und Mediensoziologe habe ich da meine ganz eigene Meinung
.
Ich hatte ja schon im prblogger geschrieben, dass ich von PR-Bashing nicht viel halte. Zum einen sollte der Journalismus erkennen, dass er auf dem hohen Ross, auf dem er gerne sitzen würde, meistens eben nicht sitzt (es sei denn man arbeitet beim Spiegel). Zumindest die Klagen hier auf der Tagung über den Weg des Journalismus machen deutlich, dass die Kollegen die Situation anders als rosig bezeichnen.
Zum anderen muss man Unternehmen und Institutionen zugestehen, dass sie sich in einer Mediengesellschaft kommunikativen Rat holen. Auf dieser Basis gilt es dann zu entscheiden, wie beide Interessen sich treffen können.
Gleich auf dem Podium:
Christoph Fischer, ehem. Ressortleiter Medizin bei „Bild“
Veronika Hucke, Leiterin Unternehmenskommunikation Philips
Andreas Kunze, Chefredakteur “Fintext”
Peter Grabowski, freier Journalist
Justin Westhoff, Freier Journalist und Öffentlichkeitsarbeiter
Ins Gespräch bringen uns Kerstin Hoffmann und Albrecht Ude
jonettag: Alle Statements wurden natürlich nicht mit den Rednern gegengecheckt.
Von Kai Lehmannam 12.11.05 um 16:17
In der Mittagspause endlich Erik Möller persönlich kennen gelernt. Mit Alexander Haentzschel haben wir dann ein kontroverses Gespräch über die Rolle von Weblogs (weiter)geführt.
Spannende Frage, die dort auftauchte: Gibt es eigentlich einen Ehrenkodex für Blogger? So ein Verhaltenskodex würde der Diskussion um “Weblogs vs. Journalismus” eine neue Richtung geben. Denn: Auch Blogger haben eine Verantwortung mit ihren Veröffentlichungen - gegenüber den Beschriebenen und dem Beschriebenem.
Wie könnte ein solcher Ehrenkodex aussehen? Vielleicht lohnt es sich bei den Journalisten (PDF) oder den PR-Leuten einiges abzuschauen. Sicherlich müsste man stärker betonen, dass sich Blogger bewusst sein müssen, dass ihre Texte eine Auswirkung auf Personen und Unternehmen haben können. Sie müssen sich also entsprechend sicher sein, dass die Informationen tragfähig und die Meinungen fair sind.
jonettag: Alle Statements wurden natürlich nicht mit den Rednern gegengecheckt.
Von Kai Lehmannam 12.11.05 um 16:04
Heiko Hebig mischt die Diskussion auf: Brauchen Medien ein Weblog, wo die doch sowieso eine Leserschaft haben? Weblogs sind demnach für die Menschen ohne klassischem Verlag im Rücken.
Julius Endert, Redaktionsleiter Handelsblatt online, hält dagegen und begründet warum das Handelsblatt in Weblogs macht: Für uns ist das ein Entwicklungsthema. “Ich möchte Dinge ausprobieren.”
Das Thema schwenkt um auf Medienkompetenz: In Deutschland gäbe es keine Vermittlung von Medienkompetenz in den Schulen, so ein Statement aus dem Publikum. Raunen im Publikum…
Wohin geht es mit Dem Spreeblick-Verlag II: Johnny möchte sich als Indie-Label sehen. Viele kleine gute Satellitenblogs fördern, pflegen und hegen. Und er wehrt sich gegen eine reine Ökonomisierung seiner Arbeit: “Mindestens ein Drittel der Überlegungen gehen dahin: Wir wollen es einfach tun.”
Statement aus dem Publikum: Gibt es die Gefahr, dass Welogs als Guerillia-Marketing von zahlungskräftigen Unternehmen übernommen? Als Beispiel dienen mehrere hundert Weblogs von Microsoft-Mitarbeitern, die meist nicht als diese gekennzeichnet sind.
Bleibt die Frage aus dem Publikum: Können Journalisten mit Weblogs Geld verdienen? Klare Antwort: Jein, denn es wird schwierig. Mögliche Quellen sind nach Erik Möller Spenden und Google-Ads.
jonettag: Alle Statements wurden natürlich nicht mit den Rednern gegengecheckt.
Von Kai Lehmannam 12.11.05 um 13:18
Johnny Haeusler lässt sich in die Karten schauen: Spreeblick wird in der kommenden Woche eine Kommentarfunktion für Podcasts einführen. Hörerinnen und Hörer können dann per Telefon (via 030-Nummer) Kommentare loslassen.
jonettag: Alle Statements wurden natürlich nicht mit den Rednern gegengecheckt.
Von Kai Lehmannam 12.11.05 um 12:59
Nun endlich zu meiner liebsten Frage: Warum brauchen wir einen Podcastverband?
Leider gibt es keine wirklich befriedigende Antwort von Thomas Wanhof. Als Anlaufstelle wolle man dienen. Dass das ganze eine geschickte PR-Aktion sein könnte, bleibt im Raum stehen: Eröffne einen Verband und mache Dich zum Vorsitzenden. Fortan fragen alle Dich!
Warum mich das so nervt? Naja, weil die Medienrevolution durch die Neuen Medien hier mit einer Antwort aus der alten Gesellschaft beantwortet wird. Denn auch ohne einen Verband haben es Weblogs in die Medien geschafft. Und Journalisten haben Interviewpartner ohne solch einen Verband gefunden. Zumal die neuen Impulse wie Weblogs, Feeds und Podcasts doch gerade von ihrer Vernetzung leben; es also leicht sein müsste Menschen aufzufinden, die in den einzelnen Bereichen unterwegs sind.
Also eben doch nur ein geschickter PR-Gag, der sich für Thomas Wanhof wohl gelohnt haben dürfte?
jonettag: Alle Statements wurden natürlich nicht mit den Rednern gegengecheckt.
Von Kai Lehmannam 12.11.05 um 12:55
So, nun auf zu: Mikromedien: Meinen Journalismus mache ich mir selbst (Dort auch alle Hintergründe zu den Referenten). Im Publikum in erster Linie Blogger und Podcaster. Von den 400 Teilnehmern haben sich nur rund 50 hier her verirrt. Sixtus moderiert, Johnny Haeusler macht den Einstieg zu Weblogs und Journalismus.
Spannende Frage, die ich heute geklärt haben möchte: Warum brauchen wir einen Podcasting-Verband? Mal schauen, ob wir auch solche Nischenfragen klären können
jonettag: Alle Statements wurden natürlich nicht mit den Rednern gegengecheckt.
Von Kai Lehmannam 12.11.05 um 12:14
Was, bitte, war noch gleich Journalismus? fragen sich gerade zahlreiche Koryphäen des Journalismus und Blogger Jonny Haeusler auf dem Eröffnungspodium des jonet-Tags in Hamburg.
90 Minuten Streifzug über Medien, Macher und Meinung:
Blogs seien der wirkliche Journalismus, so Jonny Haeusler: Unbezahlt, aber unabhängig könnten Blogger schreiben, was sie möchten. Aber können Blogger auch mit ihrer Arbeit Geld verdienen? Der Spreeblick-Macher zeigt mit Sponsoren-Beispielen und mögliche Aufmerksamkeit für kleine und mittlere Unternehmen, die auf großen Portalen keinen Zugang finden, Wege auf.
SPON-Chef Mathias Müller v. Blumencron: Wir machen ein Blog - und das heißt Spiegel Online…
Von Kai Lehmannam 12.11.05 um 11:19
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Samstag findet in Hamburg der jonet-Tag 2005. Neue Wege für den Journalismus statt. Ich werde eine Premiere versuchen und per - hoffentlich nicht überlastetem - WLAN aus den Diskussionen berichten. Mit dabei sind auch zahlreicher Blogger wie Jonny Haeusler, Klaus Eck und Wikipedianer wie Erik Möller. Vielleicht reicht es ja auch noch für das eine oder andere Interview.
Bereits letzte Woche fand der “2. Frankfurter Tag des Onlinejournalismus” statt. Schwerpunkt war…
Von Kai Lehmannam 7.11.05 um 10:42
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Zehn Stunden täglich verbringt der durchschnittliche Bundesbürger mit Medien. Dies ist das Ergebnis einer Studie von ARD und ZDF. Im Jahr 2000 umgaben wir uns noch knapp achteinhalb Stunden mit Medien täglich.
Die meiste Zeit widmen die Menschen weiterhin Radio und Fernsehen: Im Schnitt hört jeder Erwachsene ab 14 Jahren täglich 3 Stunden und 41 Minuten Radio und sieht 3 Stunden und 40 Minuten fern.
Auch wenn das Internet jetzt seine Nutzungsdauer verdreifacht hat, kann es mit den etablierten Medien nicht mithalten: Mit 44 Minuten täglich liegt es gleichauf mit dem Hören von Musik über CD/MC oder MP3-Player (45 Minuten täglich).
Die Tageszeitung wird täglich 28 Minuten lang, Bücher 25 Minuten und Zeitschriften 12 Minuten lang gelesen.
Wo es doch so viele Jahrestage gibt, wäre doch einmal ein medienfreier Tag angebracht (ähnlich wie der Autofreie Tag). Aber weniger aus einer kritischen Haltung gegenüber Medien, sondern viel mehr aus Demut gegenüber den Medien.
Von Kai Lehmannam 6.11.05 um 16:58
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