Artikel in der Kategorie 'Wirtschaft'

SuMa-Konferenz in Berlin

Der Sommer ist gerade angekommen, da wirft der Herbst schon erste (Termin-)Schatten: Der SuMa e.V. veranstaltet am 28. September 2006 in Berlin sein 3. SuMa-ev-Forum:

Die zentrale Rolle der Suchmaschinen in der Informationsgesellschaft hat sich auf hohem Niveau etabliert. Gleichzeitig waechst von vielen Seiten die Kritik an den monopolartigen Strukturen des digitalen Wissenszugangs und der Ruf nach Alternativen wird (endlich) unueberhoerbar lauter.

Im diesjaehrigen Forum werden Trends, Richtungen, Probleme und Alternativen dieser Schluesseltechnologie der Informationsgesellschaft vorstellt und diskutiert. Dabei werden drei Bereiche genauer betrachtet:

- Entwicklungen in der Technik,
- in der Wirtschaft und
- deren Reflexionen in der Medienkunst.

Die Veranstaltung findet in der Landesvertretung Niedersachsen statt. Das Programm und die Anmeldemodalitäten finden sich unter http://suma-ev.de/forum06.

Von Kai Lehmannam 26.06.06 um 18:24 Kommentieren

Bloggen für die Suchmaschine

Die Idee des Semantic Web, in dem Inhalte über maschinenlesbare semantische Informationen verfügen, geistert fast seit den Anfangstagen des Webs durch das Netz. Außer vollmundigen Versprechungen und diversen Arbeitsgruppen blieb diese Idee aber weitestgehend nebulös und ohne praktische Anwendung. Mit structured blogging gibt es jetzt eine pragmatische Implementation für Blogs.

Per Plugin für Wordpress oder Movable Type werden vordefinierte Artikelschablonen zur Verfügung gestellt, z.B. für Reviews, Events, Produktvorstellungen, etc. Jede dieser Vorlagen verfügt über bestimmte, auf die jeweilige Kategorie zugeschnittene, Metainformationen. Bei einem Buch-Review wären das Titel, Autor, ISBN-Nummer und die Bewertung. Diese Metainformationen werden im maschinenlesbaren RSS-Format in die Artikel integriert. Durch die maschinenlesbarkeit sind structured Blogs optimales Futter für Suchmaschinen und Datenbanken, da sich über die Metaangaben Inhalte themenrelevant zuordnen lassen.

Neben dem klassischen Veröffentlichen im eigenen Blog ist es auch möglich Einträge in mehrere Blogs zu posten oder per Tagging an Verzeichnisse oder Aggregator-Dienste weiterzugeben. Als Nutzer habe ich also die Möglichkeit meinen Content anderen Diensten dynamisch zur Verfügung zustellen, ohne dass ich gleich meine Rechte am Artikel abgebe, wie es z.B. bei Amazon oder Ebay der Fall ist. Hier offenbart sich das Potential von structured blogging, da so die Bindung der Nutzer an einen bestimmten Dienstanbieter aufgelöst werden kann.

Die Idee des structured blogging klingt spannend. Zwar wird dadurch das Web nicht automatisch zu einem intelligenten Wesen, wie es die Visionäre des Semantischen Web prophezeien, aber der Aspekt des websiteübergreifenden Datenaustausch könnte die Beziehung zwischen Usern und Content-Diensten verändern. Umgekehrt kann dies aber auch zu einer neuen Form des Spams führen, wenn jeder Blog-Artikel doppelt und dreifach durchs Web geistert. Die zentrale Frage jedoch ist, was in einer “strukturierten” Blogosphäre mit Content passieren würde, für den es keine Schablone gibt. Wäre dieser automatisch weniger wert, da nicht maschinenlesbar?

Von Christian Schliekeram 26.05.06 um 13:30 3 Kommentare

Du bist eine Stichwortwolke

Wie war das in der Kommunikationstheorie nochmal mit dem “blinden Fleck”? Alles was ich selbst von mir nicht wahrnehmen kann. Der Teil meines Selbst, den ich nicht erkenne, ohne den ich aber auch nicht vollkommen bin.

Unter diesem Aspekt kann auch hier das Web2.0 Nachhilfe leisten. Nachdem man zu allem Möglichen im Web seinen Senf - in Web2.0 Sprache “Tag” [englisch: täck]- also seinen Tag hinzugeben kann, geht das jetzt endlich auch mit der eigenen Person.

“Tagge dich selbst!” ruft also eine amerikansiche Stellenbörse. Und nach dem Taggen, also der Beschreibung der eigene Person in Stichworten, entsteht eine persönliche Tagcloud - eine Stichwortwolke.

Die kann ich jetzt mit den Stellenangeboten abgleichen. Das ist natürlich - siehe oben: blinder Fleck - nur die halbe Wahrheit. Wenn mich jetzt also noch die halbe Verwandschaft taggen würde, dann könnte ich vielleicht wirklich einen passenden Job finden.
Auf der sozialen Ebene, also die Tagcloud aller Stellenangebote, macht es dann aber wieder Sinn. Man bekommt ein Echtzeitabbild des Stellenmarktes mit einigen spannenden Begriffen, wie ich hier bereits bemerkte.

Na, wird schon noch.

Von Michael Domsallaam 16.05.06 um 00:08 2 Kommentare

Ein Recht auf Existenz? Der Fall BMW

Ein wenig Schadenfreude schwingt hier und dort schon mit, wenn die Blogosphäre über BMWs Rauswurf aus dem Google-Index berichtet. Die “Manipulaton” der eigenen Website, um Google besser zugefallen, wird dabei immer wieder als Old-Economy vs. New Economy gedeutet. Dabei dürfte Google durchaus als Gegner auf Augenhöhe gelten und sollte langsam in den Kommentaren sein Garagen-Image verlieren.

Spannend bei diesem Beispiel ist die Frage: Besitzen Unternehmen, Personen oder Themen ein digitales Existenzrecht?

Von Kai Lehmannam 6.02.06 um 21:39 Mehr... 1 Kommentar

Arbeiten

Nun verbringen wir schon jeden Tag durchschnittlich 10 Stunden mit Medien, doch will es mit der Innovation und Wissenskultur nicht so recht klappen, wie Michael Domsalla hier anmerkt.

Wer sich einmal in der Blogosphäre umschaut, entdeckt schnell, warum es mit dem Land nicht voran geht:

Beobachtungen zur Medienkonvergenz verweist auf eine Untersuchung der University of California at Irvine. Demnach werden wir im Berufsleben alle 11 Minuten durch Anrufe, Kollegen oder E-Mails in unserem Arbeitsfluss unterbrochen. Danach, so die Untersuchung, würde es durchschnitlich 25 Minuten dauern, bis wir wieder dort weitermachen, wo wir unterbrochen worden sind. Andreas Göldi bezieht sich auf einen Beitrag des N.Y. Times Magazine “Meet the Lifes Hacker”. Dort werden auch Alternativen aufgezeigt

Von Kai Lehmannam 8.11.05 um 17:25 Mehr... Kommentieren

Sacharbeiter machen Wirtschaft kaputt

Klassische Unternehmensberatung unterstützt Thesen zum Wissensmanagement. Die Top-Beratung Booz Allen nennt es zwar anders, listet aber gut auf, warauf es ankommt, wenn man erfolgreich sein will.

Hat ein Unternehmen mehr Erfolg, weil es mehr Geld in die Forschung steckt? Immerhin leben wir in einer Wissens-Wirtschaft und Innovation ist einer der anerkannt wichtigsten Faktoren für die Wettbewerbsfähigkeit. (zu Google gibt es auch was ;-) –>

Von Michael Domsallaam 5.11.05 um 11:29 Mehr... 3 Kommentare

Geldmaschine Google

Google verblüfft die Börse, meldete vor wenigen Tagen der Tagesspiegel zu den neuen Quartalszahlen aus Mountain View. Anders als Spiegel Online, schafft es Henrik Mortsiefer aber die Zahlen einzuordnen. So relativiert sich der angeblich versiebenfachte Quartalsgewinn von 381 Mio. Dollar, wenn man weiß, dass Google letztes Jahr im Sommer 201 Mio. Dollar an Yahoo! wegen eines Patentstreites zahlen musste. 39 Prozent seines Umsatzes erwirtschaftet Google im Ausland. Einen Großteil davon dürfte auf Deutschland entfallen, ist es doch das zweitumsatzstärkste Google-Land.

Der Aktienkurs von Google liegt nun bei 300 Prozent seines Ausgabewertes. Das Unternehmen ist demnach knapp unter 100 Mrd. Dollar wert und ungefähr so teuer wie Daimler-Chrysler, BMW und VW zusammen.

Unklar ist weiterhin, was Google mit seinen Barmitteln in Höhe von 7,6 Milliarden Dollar plant. Gerüchten zufolge soll sich Google um den Kauf von AOL bemühen. Kooperationen mit der NASA und SUN beflügeln zudem die Phantasie. Auch die Hotspot-Ambitionen in San Francisco sind ein völlig neuer Bereich des Suchmaschinenbetreibers.

Von Kai Lehmannam 25.10.05 um 14:45 Kommentieren

Blackbox Suchmaschine (V)

Prof. Dr. Marcel Machill von der Universität Leipzig hat im Rahmen eines Projekts für die Bertelsmann Stiftung an der Entwicklung eines »Code of Conduct« (CoC) mitgewirkt. Dies ist der zweite Teil eines Interviews für das Buch “Die Google-Gesellschaft” (Teil I hier).

Studien belegen regelmäßig, dass das unreflektierte Nutzerverhalten erheblich zur Situation beiträgt. Wie ist hier Abhilfe zu schaffen?
Mediennutzung muss bereits in den Schulen stärker verankert werden, nicht nur das Internet betreffend, sondern auch im Hinblick auf Bücher, Zeitschriften und den Rundfunk. Wir leben in einer Wissensgesellschaft, und da gilt mehr denn je: »Wissen ist wissen, wo’s steht«. Hierfür brauchen wir kein neues Fach, aber eine leichte Korrektur aller Fächer – wir müssen den Schülern vernünftiges Recherchieren beibringen.

Wie verhält sich Google als führende Suchmaschine zum CoC?
Aus der Technologieführerschaft von Google ergibt sich automatisch, dass man sich – vor allem im Hinblick auf die Transparenz des Ranking – bedeckt hält. Auch kollidiert die Forderung nach Datensparsamkeit teilweise mit Googles Geschäftsmodellen, bspw. AdSense. Hier besteht großer Nachholbedarf. Andererseits ist Google bei der Kennzeichnung von bezahlten Links, sprich Werbung, sehr vorbildlich zu nennen.

Der CoC plädiert dafür, bestimmtes Wissen auszublenden, indem die Suchergebnisse gefiltert werden. Wie steht es um das Recht auf einen freien Informationszugang?
Es geht vor allem darum, nach geltendem Recht als illegal eingestufte Inhalte auszublenden, bspw. Nazi-Seiten, die Auschwitz leugnen oder Seiten mit Kinderpornographie (…)

Von Kai Lehmannam 24.10.05 um 13:53 Mehr... 1 Kommentar

Informiertes Wissen

Immer wieder wird gern bestritten, dass es einen tatsächlichen vielfältigen Wandel durch das Internet gäbe. Gern zitierte Argumente sind dann, es sei doch durch das Internet nur “alles etwas schneller” geworden oder dadurch “erreicht man nur mehr Leute“.

Degele, Nina: Informiertes WissenDas es doch einen nachhaltigen Wandel gibt, zeigt sich auch an neuen oder sich verändernden Berufen. In “Arbeit und Spaß dabei” habe ich das Thema vor ein paar Tagen aufgegriffen.
Habe in meiner Bibliothek gekramt und möchte Euch ein Buch einer Mitautorin der Google-Gesellschaft ans Herz legen:

Informiertes Wissen. Eine Wissensoziologie der computerisierten Gesellschaft.

Von Kai Lehmannam 14.10.05 um 12:52 Mehr... Kommentieren

Nachgeschlagen: Die neuen Meinungsmacher

Weblogs sind nicht nur ein mediales Phänomen, sondern auch das liebste Internet-Thema der Medien. Umso erstaunlicher ist es, dass es trotz des Booms kaum deutschsprachige Literatur gibt, die sich ihrer annimmt. Mit ihrem Buch „Die neuen Meinungsmacher“ wollen Ansgar Zerfaß und Dietrich Boelter diese Lücke nun schließen.

Das in der Reihe „FastBook“ herausgegebene Werk macht im Untertitel auf seinen Fokus aufmerksam: „Weblogs als Herausforderung für Kampagnen, Marketing, PR und Medien“. Dies lässt erahnen, mit welchem Blick sich die Autoren (beide PR-Experten) dem Thema nähern: Im Gegensatz zu Erik Möllers „heimliche Medienrevolution“ oder Don Alphonsos „Blogs!“ schauen Sie von außen auf die Blogosphäre und fragen, wie die Kommunikationsprofis aus Weblogs reagieren sollen, können, müssen.

Von Kai Lehmannam 11.10.05 um 14:40 Mehr... 1 Kommentar

Ältere Artikel


Kalender

September 2010
M T W T F S S
« Sep    
 12345
6789101112
13141516171819
20212223242526
27282930  

Monatsübersicht

Nach Kategorien