Artikel in der Kategorie 'Wissensgeschichte'
Brewster Kahle möchte das ganze Internet archivieren. Es ist ihm wichtig, daß kein Unternehmen den Zugang zum Wissen der Menschheit im Profit-Sinne nutzt.
Alexandria 2.0 nennt er das Projekt. Webseiten, aber auch Bücher, Musik, Filme - alles Digitale soll in einer öffentlichen Bibliothek zugänglich sein und dem Wohle der Menschheit dienen. So die Kurzversion eines Artikels bei ZDNet.
Jetzt frage ich mich sofort, was das Ganze soll. Das Internet ist doch ein großes Archiv seiner Selbst? Auch wenn mal was verschwindet, alles Wesentliche bleibt doch erhalten. Wie beim menschlichen Gehirn.
Das Internet verwaltet sich als soziales Gehirn selbst. Müll fliegt raus, der Rest bleibt. Und der Zugang verschwindet doch auch nicht? Egal, was Google noch so treibt, es wird nie das Internet selbst verwalten können.
Nun, der Gute hat mal WAIS verkauft und weiss sicher, was er macht…
Von Michael Domsallaam 23.06.06 um 16:52
Vor rund einem Jahr brannte in Weimar das Weltkulturerbe Anna-Amalia-Bibliothek aus. Das Feuer machte Anfang September 2004 deutlich, wie vergänglich Wissensbestände sein können.
Gedruckte Werke können aber noch als recht robust gegenüber den Zeichen der Zeit gelten. Digitalen Daten dagegen sind nämlich alles andere als pflegeleicht zu archivieren. In der aktuellen Ausgabe der c’t beschäftigt sich Jürgen Rink mit der Frage, wie digitale Inhalte erhalten werden können: Digitales für die Ewigkeit. Die unterschiedlichen Datenformate, aber auch die schiere Menge an Material stellen Archive und Bibliotheken vor ziemlichen Herausforderungen.
Digitale Inhalte verlangen nach ständiger Pflege: Datenträger fehlen nach wenigen Jahrzehnten die Lesegeräte, Formate und Plattformen ändern sich, der Zugang zu digitalen Dokumenten ist wegen Rechtefragen (…)
Von Kai Lehmannam 25.10.05 um 09:32
Mehr...
Immer wieder wird gern bestritten, dass es einen tatsächlichen vielfältigen Wandel durch das Internet gäbe. Gern zitierte Argumente sind dann, es sei doch durch das Internet nur “alles etwas schneller” geworden oder dadurch “erreicht man nur mehr Leute“.
Das es doch einen nachhaltigen Wandel gibt, zeigt sich auch an neuen oder sich verändernden Berufen. In “Arbeit und Spaß dabei” habe ich das Thema vor ein paar Tagen aufgegriffen.
Habe in meiner Bibliothek gekramt und möchte Euch ein Buch einer Mitautorin der Google-Gesellschaft ans Herz legen:
Informiertes Wissen. Eine Wissensoziologie der computerisierten Gesellschaft.
Von Kai Lehmannam 14.10.05 um 12:52
Mehr...
Nichtwissen - ein wichtiges Thema gerade auch in der Google-Gesellschaft.
Dieses Themas nimmt sich eine philosophische Zeitschrift an, die nun zum zwölften Mal erschienen ist:
ungewußt. Die Zeitschrift für angewandtes Nichtwissen
Viele der Beiträge sind spannend, einige launig, manche scheinen auch nicht so ganz ernst gemeint. Aber: genau weiß ich das nicht. Und da wären wir ja schon wieder beim Thema.
Das einzige, was den Netzwerker stört: Die Zeitschrift insgesamt kommt ein wenig traditions- und geschichtslastig daher. Viele Fragen weisen in die Vergangenheit, wenige in die Zukunft. Auch im aktuellen Heft gilt wieder: weitgehend Fehlanzeige in Sachen ‘Neue Medien, Wissen und Nichtwissen’. Dabei böte sich das Thema Suchmaschinen und Nichtwissen hier geradezu an. Wer mag, kann dies als ausdrückliche Aufforderung zur Produktion eines passenden Beitrags ansehen.
Die Nr. 13 der Zeitschrift kommt bestimmt. Vielleicht mit einem kurzen Essay über Nichtwissen in der Google-Gesellschaft?
Von Michael Schetscheam 14.10.05 um 08:50
Die Gesellschaft für Wissenschafts- und Technikforschung e.V. organisiert am 25. und 26. November eine Tagung zum Thema “E-Science? Die Bedeutung des Computers für die Produktion, Vermittlung, Verbreitung und Bewertung wissenschaftlichen Wissens“.
Unter Stichworten wie „E-Science“ wird allenthalben die zunehmende Computerisierung der Wissenschaften als eine wichtige Facette der Wissensgesellschaft verhandelt und entweder als Innovation euphorisch begrüßt oder mit technikkritischen Befürchtungen verbunden. (…)
Doch was wissen wir wirklich über die Reichweite und die Folgen dieses Prozesses? Auf der diesjährigen Jahrestagung wollen wir dieser Frage nachgehen, und zwar sowohl aus der Perspektive konkreter empirischer Studien wie aus der Perspektive der ‚Macher‘ oder ‚Betroffenen‘ dieses Prozesses. Dabei sollen alle Stadien wissenschaftlicher Tätigkeit zum Thema werden.
Spannendes Thema. U. a. geht es darum:
Vielleicht schaff ich es, ein paar Kommentare von der Tagung für unser Blog einzufangen.
Von Kai Lehmannam 10.10.05 um 18:30