Artikel in der Kategorie 'Blogs'
Die Idee des Semantic Web, in dem Inhalte über maschinenlesbare semantische Informationen verfügen, geistert fast seit den Anfangstagen des Webs durch das Netz. Außer vollmundigen Versprechungen und diversen Arbeitsgruppen blieb diese Idee aber weitestgehend nebulös und ohne praktische Anwendung. Mit structured blogging gibt es jetzt eine pragmatische Implementation für Blogs.
Per Plugin für Wordpress oder Movable Type werden vordefinierte Artikelschablonen zur Verfügung gestellt, z.B. für Reviews, Events, Produktvorstellungen, etc. Jede dieser Vorlagen verfügt über bestimmte, auf die jeweilige Kategorie zugeschnittene, Metainformationen. Bei einem Buch-Review wären das Titel, Autor, ISBN-Nummer und die Bewertung. Diese Metainformationen werden im maschinenlesbaren RSS-Format in die Artikel integriert. Durch die maschinenlesbarkeit sind structured Blogs optimales Futter für Suchmaschinen und Datenbanken, da sich über die Metaangaben Inhalte themenrelevant zuordnen lassen.
Neben dem klassischen Veröffentlichen im eigenen Blog ist es auch möglich Einträge in mehrere Blogs zu posten oder per Tagging an Verzeichnisse oder Aggregator-Dienste weiterzugeben. Als Nutzer habe ich also die Möglichkeit meinen Content anderen Diensten dynamisch zur Verfügung zustellen, ohne dass ich gleich meine Rechte am Artikel abgebe, wie es z.B. bei Amazon oder Ebay der Fall ist. Hier offenbart sich das Potential von structured blogging, da so die Bindung der Nutzer an einen bestimmten Dienstanbieter aufgelöst werden kann.
Die Idee des structured blogging klingt spannend. Zwar wird dadurch das Web nicht automatisch zu einem intelligenten Wesen, wie es die Visionäre des Semantischen Web prophezeien, aber der Aspekt des websiteübergreifenden Datenaustausch könnte die Beziehung zwischen Usern und Content-Diensten verändern. Umgekehrt kann dies aber auch zu einer neuen Form des Spams führen, wenn jeder Blog-Artikel doppelt und dreifach durchs Web geistert. Die zentrale Frage jedoch ist, was in einer “strukturierten” Blogosphäre mit Content passieren würde, für den es keine Schablone gibt. Wäre dieser automatisch weniger wert, da nicht maschinenlesbar?
Von Christian Schliekeram 26.05.06 um 13:30
Interview mit Thomas Knüwer, Handelsblatt
Thomas Knüwer ist Redakteur beim Handelsblatt. Mit seinem Weblog »Indiskretion Ehrensache« berichtet er mit bissiger Feder über die spannenden Nebensächlichkeiten seiner Arbeit. Dieses Interview ist eine leicht erweiterte Fassung eines Interviews, das in Einblicke, der Agenturzeitung von wbpr Public Relations, erschienen ist.
E-Mail, WWW und Google haben unsere Sicht auf die Welt verändert. Nun kommen mit Weblogs und Podcast neue Möglichkeiten hinzu. Ist das Internet revolutionär?
Revolution würde umstürzen bedeuten. Das Internet ist eine Evolution, wie…
Von Kai Lehmannam 20.12.05 um 16:54
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…als man selbst!
Zum Jahresende wird es gerne etwas stressig: Projekte wollen abgeschlossen und Weihnachtseinkäufe getätigt sein. Nur Weblogs drängen sich wie ein permant unbeschriebenes Blatt in das schlechte Gewissen: Nach dem Posting ist vor dem Posting.
Und auch das Netz steht nicht still (auch wenn es sich eigentlich gar nicht bewegt - nur in sich höchstens). Anbei eine kleine Zusammenschau über die Dinge, die ich in den letzten zwei Wochen spannend fand…
Von Kai Lehmannam 29.11.05 um 15:45
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Russland nimmt nicht nur bezüglich einer Blogger-Zahl von ca. 170 000 registrierten Nutzern einen engagierten Platz ein, sondern beansprucht neuerdings für sich auch, Blogs erfunden zu haben: Ein findiger russischer Blogger hat herausgefunden, dass das Phänomen bereits 1837 vom russischen Prinzen Wladimir Odojewskij vorausgesagt wurde.
Von Monika Lenhardam 14.11.05 um 10:12
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Das Wichtigste vorweg: Einen herzlichen Dank an das jonet-Team für die viele Arbeit, um 400 diskussionswütigen Medienmenschen ein Forum zu bieten. Ich bin gut erhalten und inhaltlich angereichert wieder in Berlin angekommen.
Was bleibt mir, der nicht (mehr) als Journalist sein Brot verdient, vom jonet-Tag?
(1) Als aller erstes erst einmal eine nüchterne Sicht auf die deutsche Medienlandschaft: Ich bin überrascht über die Ehrlichkeit, mit der die Situation des deutschen Journalismus diskutiert wurde.
Dieser befindet sich nach meinem Eindruck zwischen zwei Fronten: Auf der einen Seite der dynamische Meinungsmarkt, in dem neben Unternehmen, Verbände, PR-Agenturen und Politik die Journalisten eine schwierigere werdende Aufgabe und ein schlechter werdendes Standing haben. Auf der anderen Seite sind die vielen “Mikromedien”, wie sie auf dem jonet-Tag hießen: Wikis, Blogs, Podcasts - alle machen den klassischen Medien ordentlich Dampf unter’m Arsch. Dabei, auch das ist wichtig, ist die Lage der freien Journalisten um einiges dramatischer als das der meist gut situierten festangestellten Redakteure.
Was sagt uns das für die Google-Gesellschaft? Öffentlichkeiten sind im Umbruch, eben auch weil Mikromedialisten und Politagitatoren viel leichter Meinungen machen können und sich am sozialen Aushandlungsprozess über “Tatsachen” ordentlich einmischen.
(2) Wenn Blogger übers Bloggen bloggen sprechen, wird es nicht automatisch spannend. Ich plädiere an alle Tagungsorganisatoren: Ladet Blogger ein, aber lasst sie nicht unter sich diskutieren. Und: Ladet Menschen ein, die sich für Umwelt, Politik oder Nachbarschaft engagieren und darüber bloggen. Lasst sie berichten, was sich für sie in ihrer Arbeit ändert. Nämlich dann lässt sich auch nachzeichnen, wie die Neuen Medien Gesellschaft verändern.
Alle Blogger-Blogger rufe ich auf, mehr über die eigenen Standards zu diskutieren. Was ist ein ethisches und handwerkliches Mindestgerüst, um die neue Kulturtechnik Bloggen verantwortungsvoll zu betreiben? Wer mag mit mir einen Vorschlag in die Runde werfen?
(3) Live-Blogging ist spannend, verwegen und anstrengend.
Bei technorati mehr zum jonet-tag
Von Kai Lehmannam 13.11.05 um 21:59
Christoph Fischer wurde gerade etwas lauter und regte sich wortgewaltig über Garbowskis Vorschlag auf, schlechte Medien umtauschen zu können bzw. eine Gewährleistungspflicht für Medien einzuführen.
Von der Muppet Show zu Spitting Image…
Er konnte nur mit Mühe beruhigt werden. Erinnert mich an einen Text über Choleriker, den ich letztens auf einem Poetry Slam hörte.
So weit, ich gebe zurück in die angeschlossenen Funkhäuser.
Von Kai Lehmannam 12.11.05 um 17:52
Deutlich in der Diskussion wird, dass das Spannungsfeld “PR und Journalismus” vor allem im Hause der Medien gerade gebogen werden muss: Schlechte Bezahlung, zu wenig Mitarbeiter und unzureichende Kenntnisse über die rechtlichen Grundlagen führen zu einem journalistischen Standard, der eigentlich als solcher nicht mehr bezeichnet werden dürfte.
Veronika Hucke, Leiterin Unternehmenskommunikation Philips, macht deutlich, dass es natürlich nicht im Interesse von Unternehmen sein kann, dass Redaktionen zunehmend unbezahlte Beiträge ins Blatt nehmen. Denn dann, so Hucke, würde es irgendwann nur noch darum gehen, welches Unternehmen am meisten für eine Geschichte zahlt. Auch Unternehmen müssen an einem sauberen Journalismus interessiert sein. Ein Statement, dass ich nur unterstreichen kann.
Abstrus finde ich das Argument, dass Unternehmen doch PR lieben müssten, weil sie dann auf Werbung verzichten könnten. Das eine hat wohl nur wenig mit dem anderen zu tun.
Garbowski weist zu Recht darauf hin, dass die Diskussionen immer nur mit den Guten geführt werden würden. Springer würde sich nicht auf ein solches Podium setzen.
jonettag: Alle Statements wurden natürlich nicht mit den Rednern gegengecheckt.
Von Kai Lehmannam 12.11.05 um 17:24
Peter Garbowski benennt eines der Probleme im Verhältnis von Journalismus und PR: Die Vergütung von Journalisten. Wie soll sich ein Journalist auch für 40 Euro pro Beitrag über Wasser halten? Entsprechend müssten diese auf andere Einnahmequellen zurückgreifen.
Andreas Kunze berichtet über seine Auseinandersetzung mit dem Springer-Verlag: Als Leser eines Springer-Mediums verlangte er sein Geld zurück, weil ein ihn interessierender Beitrag eigentlich nur Schleichwerbung sei.
Auf den Hinweis, dass es journalistische Gepflogenheit sei, Quellen gegenzuchecken und mehrere Quellen zu befragen, antwortete die Springer-Rechtsabteilung: Diese Gepflogenheiten würden im deutschen Verlagswesen nicht existieren.
jonettag: Alle Statements wurden natürlich nicht mit den Rednern gegengecheckt.
Von Kai Lehmannam 12.11.05 um 17:03
Zitat des Tages kommt von Christoph Fischer:
“Was macht man, wenn man nicht mehr weiter weiß? Man gründet einen Arbeitskreis!”
..und verweist darauf, dass Unternehmen längst mehr als Pressemeldungen verschicken. Sie, so Fischer, gründen mit Hilfe von wirtschaftsnahen Wissenschaftlern einfach wissenschaftliche Gremien, die die gewünschte Meinung transportieren.
jonettag: Alle Statements wurden natürlich nicht mit den Rednern gegengecheckt.
Von Kai Lehmannam 12.11.05 um 16:54
Christoph Fischer, ehemaliger Ressortchef Medizin bei BILD, eröffnet das Panel mit einigen interessanten Statements: “Es gibt auch gute PR. Sie ist qualitativ besser geworden.” Er sagte aber auch: “Man kann sich gegen PR nicht wehren.” Man würde ja auch für Leser schreiben und die würden eben in einer Markenwelt leben.
Peter Grabowski vom Netzwerk Recherche hält PR für eine höchst legitime Sache und möchte nicht als PR-Hasser dastehen. Was aber nicht ginge, so Garbowski, sei es, Gesetze zu brechen und verweist auf das Thema “Schleichwerbung”.
“Wo sind die Grenzen?”, dies sei die eigentliche Frage.
Eigentlich ist das ganze doch eine Diskussion, die Journalisten, wären sie konsequent, für sich ad acta legen könnten: Nämlich dann, wenn sie gar keine Informationen von PR-Agenturen übernehmen würden, lieber selbst recherieren und produzieren würden - bzw. wenn Verlage die Redaktionen besser ausstatten würden. Sind also PR-Agenturen wirklich das Problem?
jonettag: Alle Statements wurden natürlich nicht mit den Rednern gegengecheckt.
Von Kai Lehmannam 12.11.05 um 16:47
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