Archive for the 'Literatur' Category

Googles Herausforderung

Tuesday, March 28th, 2006
Googles HerausforderungRund ein Jahr, nachdem das französische Original erschienen ist, kam dieser Tage mit “Googles Herausforderung. Für eine europäische Bibliothek” die deutsche Übersetzung Jean-Noel Jeanneneys Streitschrift heraus. Mit einer Buchpräsentation in der französischen Botschaft in Berlin stellte der Präsident der französischen Nationalbibliothek seine Sicht vom Kampf der Digitalisierung von Büchern dar. Eine kurze Zusammenfassung der Buchvorstellung findet sich bei Face2Net.
Bei Googles Herausforderung geht es um die zentrale Frage, wie wir zukünftig unser kulturelles Gedächtnis definieren; wie wir es aufbereiten, speichern und zugänglich machen wollen. Mit Googles Ankündigung, 15 Millionen Bücher einschannen zu wollen, bekam die erlahmte Diskussion um die Digitalisierung von Bibliotheksbeständen in Europa neue Fahrt. Mit Google Book Search gibt es ein konkretes Angebot, Bücher digital zu durchsuchen.

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Die revolutionäre Google-Gesellschaft diskutiert

Sunday, March 5th, 2006

Nachdem der morgige Vortrag zum Suchen & Finden im Netz bei Martin Röll leider ausfallen muss, hier ein möglicher Nachholtermin und eine Reihe weiterer spannender Diskussionen rund um die Google-Gesellschaft:

(1) Navigieren im Wissensmeer. Von den Klippen der Google-Gesellschaft
Voraussichtlich: 27. März 2006, 20.00 Uhr
Ort: Riesa Efau, Adlergasse 14/16, Dresden-Friedrichstadt. Eintritt kostenlos, Voranmeldung nicht nötig.

Vortrag von mir, der sich ausgehend von den Wurzeln der Wissensgesellschaft in die Niederungen des Suchens & Findens begibt und zum Schluss noch einmal die wissenspolitischen Fragen der Google-Gesellschaft diskutiert.

(2) Das offene Netz. Weblogs und Wikis: partizipative Medienwelten im Internet
Dienstag 7. März um 20.00 Uhr, Eintritt kostenlos
Buchhandlung Lehmanns, Hardenbergstr. 5, 10623 Berlin

Diskussion zur zweiten Auflage des Buches “Die heimliche Medienrevolution” von Erik Moeller. Mit Markus Beckedahl, Johnny Haeusler und Volker Grassmuck.

(3) Das Projekt einer digitalen europäischen Bibliothek
Dienstag, 7. März um 18.30 Uhr
Französische Botschaft, Berlin (Personalausweis nicht vergessen)

Jean-Noel Jeanneney hält einen Vortrag zum Thema »Das Projekt einer digitalen europäischen Bibliothek«. Einführung: Barbara Schneider-Kempf, Generaldirektorin der Staatsbibliothek zu Berlin In französischer Sprache. Der Vortrag wird simultan übersetzt.

(4) Digitale Medien und Wissenschaftskulturen
Donnerstag, 30. März, Neuer Senatssaal, Universität zu Köln

Vortrag von Michael Schetsche zum Thema “Die digitale Wissensrevolution - Netzwerkmedien, kultureller Wandel und die neue soziale Wirklichkeit”, 12 Uhr

(5) Social Skills durch Social Software
23. Mai 2006, 19 Uhr, Salzburg

Buchvorstellung von mir mit anschl. Diskussion

(6)
Immer wieder spannend: Der Webmontag
20. März, newthinking store, Tucholskystraße 48, Berlin

Online-Journalismus - jetzt aber richtig

Tuesday, November 1st, 2005

Die Risiken des Online-Journalismus haben uns die Damen und Herren von den Lübecker Nachrichten ja nun reichlich belegt. Ob das Netzwerk Recherche auch solche Verunstaltungen auf seiner Konferenz im Mai 2005 in Wiesbaden diskutierte, bleibt das Geheimnis der Teilnehmer. In der Dokumentation, einem kleinen, feinen Sammelband, jedenfalls geht es viel mehr um die zukunftsweisenden Themen des Journalismus.

Wikis, Weblogs, Watchblogs und Politik von Unten werden auf 160 Seiten angesprochen und zur Diskussion gestellt. Besonders interessant der Text von Prof. Dr. Dieter Rucht (WZB Berlin) zu Cyberprotest - Möglichkeiten und Grenzen netzgestützter Proteste. Oder der Beitrag von Julia Bönisch zur Rolle von Spiegel Online bei Journalisten. Daneben jede Menge Bekannte(s) und nur wenig Belangloses.

Aus nicht nachvollziehbaren Gründen scheint zur Broschüre nur wenig geschrieben worden zu sein. Das Gute: Die Broschüre gibt es für 1,50 Euronen (frankierter Briefumschlag) per Post oder als PDF-File hier.

Der Pirat des Wissens

Monday, October 24th, 2005

Wiederentdeckt bei Telepolis: Eine kurze Einführung in die Gedankenwelt des französischen Medienphilosophen Michel Serres samt eines Kurzinterviews aus dem Jahre 2001 - von Frank Hartmann und Bernhard Rieder.

Wer an der theoretischen Erschließung der Netzwelten interessiert ist, dem seien die Arbeiten von Serres wärmstens empfohlen. Die Einstimmung dazu findet sich hier

Sie sind also Optimist, wenn es um die neuen Technologien geht, obwohl ein großer Teil der Bevölkerung vom Zugang ausgeschlossen ist und die westliche Welt über Patentrechte und Ähnliches das Wissen in der abendländischen Hemisphäre halten will.

Michel Serres: Natürlich gibt es Hindernisse, aber diese Hindernisse wären ohne die neuen Technologien noch viel größer als mit ihnen. Denn wenn man über keine neuen Technologien verfügt, wird alles kostenintensiver - nehmen wir nur einmal den universitären Campus alten Stils. Es gäbe ohne Technologien gar keine Möglichkeit, das Wissen überhaupt aus unseren Breiten in die Welt hinauszubringen. Die digitale Kluft ist also wesentlich kleiner, als es die Kluft davor gewesen ist.

Meinen Sie, mit “parasitären” Strategien wie illegalem Download oder Hacken von Wissen ließe sich die Kluft noch weiter verringern?

Michel Serres: Das ist natürlich eine ziemlich gute Sache. Es wird vielleicht der Moment kommen, da die dritte Welt eine Piratenflagge hisst. Und auch das wäre eine gute Sache. In meinen Augen ist es niemals ein Verbrechen Wissen zu stehlen. Es ist ein guter Diebstahl. Stehlen Sie doch das pythagoräische Theorem, das würde mir gefallen.

Der Pirat des Wissens ist ein guter Pirat. Wenn ich noch einmal jung wäre, dann würde ich ein Schiff bauen, das so hieße: Pirat des Wissens. Was in der Wissenschaft derzeit schlimm ist, ist dass die Firmen ihr Wissen kaufen und es deshalb geheim halten wollen. Und deshalb werden die Piraten morgen die sein, die im Recht sind. Man wird das Geheimnis piratieren.

Informiertes Wissen

Friday, October 14th, 2005

Immer wieder wird gern bestritten, dass es einen tatsächlichen vielfältigen Wandel durch das Internet gäbe. Gern zitierte Argumente sind dann, es sei doch durch das Internet nur “alles etwas schneller” geworden oder dadurch “erreicht man nur mehr Leute“.

Dass es doch einen nachhaltigen Wandel gibt, zeigt sich auch an neuen oder sich verändernden Berufen. In “Arbeit und Spaß dabei” habe ich das Thema vor ein paar Tagen aufgegriffen.

Habe in meiner Bibliothek gekramt und möchte Euch ein Buch einer Mitautorin der Google-Gesellschaft ans Herz legen: Informiertes Wissen. Eine Wissensoziologie der computerisierten Gesellschaft.

Degele, Nina: Informiertes Wissen

Nina Degele zeigt u.a. anhand von zwei Fallstudien, wie sich die Arbeit von Untenehmensberatern und Homöopathen durch den Einsatz des Computers verändert. Dabei stand in den Fallstudien das Internet noch nicht im Vordergrund. Sowieso gehen die gesellschaftlichen Veränderungen durch Computer auf der einen Seite und denen des Internets auf der anderen Seite ineinander über.

In ihrem Beitrag Neue Kompetenzen im Internet, den sie für die Google-Gesellschaft geschrieben hat, resümiert Degele - durchaus streitbar:

Wissen wird im Internet-Zeitalter zunehmend über Zugänglichkeit und immer weniger über den Code »wahr/falsch« qualifiziert. Deswegen von einer generellen Umwälzung zu sprechen, die das Internet provoziert, würde zu kurz greifen. Ich will für eine differenziertere Betrachtung plädieren: Das Internet ist ein konservatives Medium, wenn es um Kommunikation geht. Es hebt hier etablierte und eingespielte Regeln und Routinen kommunikativen Handelns nicht aus den Angeln, sondern verfestigt sie. Was dagegen den Umgang mit Informationen betrifft, entfaltet das Internet sein eigentliches, veränderndes Potenzial: Es informiert Wissen, gießt Wissen in eine neue, verarbeitungsfreundliche und konsumierfähige Form. (…) Zentrale Anforderungen in der Ära des Internets sind somit Kommunikationsabwehr und Informationsvermeidung.

Google makes the world go round?

Saturday, September 10th, 2005

Schneller als von uns zu schaffen gedacht, hat die Universität Freiburg über den informationsdienst wissenschaft (idw) eine Pressemeldung zum Buch und Start dieses Weblogs gepostet veröffentlicht.

Ein Auszug hier im Blog:

Wie wir Wissen verändern, speichern und verbreiten wandelt sich in Zeiten von Google & Co. radikal. Im Sammelband “Die Google-Gesellschaft” ziehen Praktiker, Journalisten und Wissenschaftler Bilanz. Maßgeblich beteiligt am Band sind Nina Degele und Michael Schetsche vom Institut für Soziologie der Universität Freiburg.

Die Mediensoziologin Prof. Nina Degele erklärt in ihrem Buchbeitrag, wie sich die Kompetenzen im Umgang mit den neuen Medien verändern müssen: “Der konsequente letzte Schritt der veränderten Wissensproduktion wird eine dazu passende Vermittlung von Wissen sein. Hier sind gerade auch die Universitäten gefragt.”

Michael Schetsche, Privatdozent am Soziologischen Institut und einer der beiden Herausgeber des Bandes, weist auf generelle Veränderungen hin: “Die entscheidenden sozialen und kulturellen Veränderungen gehen heute von den digitalen Wissensnetzen aus. Wer deren Regeln nicht kennt, wird unweigerlich scheitern - sozial, ökonomisch und politisch.”

Und sein Mitherausgeber, der Berliner PR-Redakteur Kai Lehmann, ergänzt: “Das Internet bietet neue Chancen. Aber nur, wenn wir sie bewusst gestalten, können wir davon profitieren. Sonst marschieren wir geradewegs in eine digitale Wissensödnis.”

Willkommen in der Google-Gesellschaft

Tuesday, September 6th, 2005

Die Google-Gesellschaft ist mehr als ein Buch: Als kontinuierliches Projekt begleitet es den Weg in die digitale Wissensgesellschaft. Mit dem gleichnamigen Buch ist eine erste Bilanz vorgelegt worden.

Weitere Projekte folgen:

  • Ab sofort startet das Blog zum Buch, das Aktuelles, Wissenswertes und Termine rund um die Google-Gesellschaft aufschnappt und eindampft.
  • google-gesellschaft.de, die Website zum Buch, soll um Texte, Interviews und Diskussionen ergänzt werden. Entsprechend sammelt das Blog hierfür Materialien.
  • Die Texte der Google-Gesellschaft werden ein Jahr nach Erscheinen unter Creative Commons-Lizenz gestellt. In einem Wiki werden zentrale Beiträge online gestellt. Gemeinsam können alle Interessierten diese Beiträge weiterentwickeln und an der aktualisierten zweiten Ausgabe mitarbeiten.

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