Archive for the 'News' Category

Jonet-Tag (10): PR und Journalismus III

Saturday, November 12th, 2005

Zitat des Tages kommt von Christoph Fischer:

“Was macht man, wenn man nicht mehr weiter weiß? Man gründet einen Arbeitskreis!”

..und verweist darauf, dass Unternehmen längst mehr als Pressemeldungen verschicken. Sie, so Fischer, gründen mit Hilfe von wirtschaftsnahen Wissenschaftlern einfach wissenschaftliche Gremien, die die gewünschte Meinung transportieren.

: Alle Statements wurden natürlich nicht mit den Rednern gegengecheckt.

Jonet-Tag (9): PR und Journalismus II

Saturday, November 12th, 2005

Christoph Fischer, ehemaliger Ressortchef Medizin bei BILD, eröffnet das Panel mit einigen interessanten Statements: “Es gibt auch gute PR. Sie ist qualitativ besser geworden.” Er sagte aber auch: “Man kann sich gegen PR nicht wehren.” Man würde ja auch für Leser schreiben und die würden eben in einer Markenwelt leben.

Peter Grabowski vom Netzwerk Recherche hält PR für eine höchst legitime Sache und möchte nicht als PR-Hasser dastehen. Was aber nicht ginge, so Garbowski, sei es, Gesetze zu brechen und verweist auf das Thema “Schleichwerbung”.

“Wo sind die Grenzen?”, dies sei die eigentliche Frage.

Eigentlich ist das ganze doch eine Diskussion, die Journalisten, wären sie konsequent, für sich ad acta legen könnten: Nämlich dann, wenn sie gar keine Informationen von PR-Agenturen übernehmen würden, lieber selbst recherieren und produzieren würden - bzw. wenn Verlage die Redaktionen besser ausstatten würden. Sind also PR-Agenturen wirklich das Problem?

: Alle Statements wurden natürlich nicht mit den Rednern gegengecheckt.

Jonet-Tag (8): PR und Journalismus

Saturday, November 12th, 2005

Gleich kommen wir zu meinem Lieblingsthema: Journalismus und PR. Als PR-Redakteur, ehemaliger freier Journalist und Mediensoziologe habe ich da meine ganz eigene Meinung :-) .

Ich hatte ja schon im prblogger geschrieben, dass ich von PR-Bashing nicht viel halte. Zum einen sollte der Journalismus erkennen, dass er auf dem hohen Ross, auf dem er gerne sitzen würde, meistens eben nicht sitzt (es sei denn man arbeitet beim Spiegel). Zumindest die Klagen hier auf der Tagung über den Weg des Journalismus machen deutlich, dass die Kollegen die Situation anders als rosig bezeichnen.

Zum anderen muss man Unternehmen und Institutionen zugestehen, dass sie sich in einer Mediengesellschaft kommunikativen Rat holen. Auf dieser Basis gilt es dann zu entscheiden, wie beide Interessen sich treffen können.

Gleich auf dem Podium:

Christoph Fischer, ehem. Ressortleiter Medizin bei „Bild“

Veronika Hucke, Leiterin Unternehmenskommunikation Philips

Andreas Kunze, Chefredakteur “Fintext”

Peter Grabowski, freier Journalist

Justin Westhoff, Freier Journalist und Öffentlichkeitsarbeiter

Ins Gespräch bringen uns Kerstin Hoffmann und Albrecht Ude

: Alle Statements wurden natürlich nicht mit den Rednern gegengecheckt.

Jonet-Tag (7): Kodex für Blogs

Saturday, November 12th, 2005

In der Mittagspause endlich Erik Möller persönlich kennen gelernt. Mit Alexander Haentzschel haben wir dann ein kontroverses Gespräch über die Rolle von Weblogs (weiter)geführt.

Spannende Frage, die dort auftauchte: Gibt es eigentlich einen Ehrenkodex für Blogger? So ein Verhaltenskodex würde der Diskussion um “Weblogs vs. Journalismus” eine neue Richtung geben. Denn: Auch Blogger haben eine Verantwortung mit ihren Veröffentlichungen - gegenüber den Beschriebenen und dem Beschriebenem.

Wie könnte ein solcher Ehrenkodex aussehen? Vielleicht lohnt es sich bei den Journalisten (PDF) oder den PR-Leuten einiges abzuschauen. Sicherlich müsste man stärker betonen, dass sich Blogger bewusst sein müssen, dass ihre Texte eine Auswirkung auf Personen und Unternehmen haben können. Sie müssen sich also entsprechend sicher sein, dass die Informationen tragfähig und die Meinungen fair sind.

: Alle Statements wurden natürlich nicht mit den Rednern gegengecheckt.

Jonet-Tag (6): Bürgerjournalismus? V

Saturday, November 12th, 2005

Heiko Hebig mischt die Diskussion auf: Brauchen Medien ein Weblog, wo die doch sowieso eine Leserschaft haben? Weblogs sind demnach für die Menschen ohne klassischem Verlag im Rücken.

Julius Endert, Redaktionsleiter Handelsblatt online, hält dagegen und begründet warum das Handelsblatt in Weblogs macht: Für uns ist das ein Entwicklungsthema. “Ich möchte Dinge ausprobieren.”

Das Thema schwenkt um auf Medienkompetenz: In Deutschland gäbe es keine Vermittlung von Medienkompetenz in den Schulen, so ein Statement aus dem Publikum. Raunen im Publikum…

Wohin geht es mit Dem Spreeblick-Verlag II: Johnny möchte sich als Indie-Label sehen. Viele kleine gute Satellitenblogs fördern, pflegen und hegen. Und er wehrt sich gegen eine reine Ökonomisierung seiner Arbeit: “Mindestens ein Drittel der Überlegungen gehen dahin: Wir wollen es einfach tun.”

Statement aus dem Publikum: Gibt es die Gefahr, dass Welogs als Guerillia-Marketing von zahlungskräftigen Unternehmen übernommen? Als Beispiel dienen mehrere hundert Weblogs von Microsoft-Mitarbeitern, die meist nicht als diese gekennzeichnet sind.

Bleibt die Frage aus dem Publikum: Können Journalisten mit Weblogs Geld verdienen? Klare Antwort: Jein, denn es wird schwierig. Mögliche Quellen sind nach Erik Möller Spenden und Google-Ads.

: Alle Statements wurden natürlich nicht mit den Rednern gegengecheckt.

Jonet-Tag (5): Bürgerjournalismus? IV

Saturday, November 12th, 2005

Johnny Haeusler lässt sich in die Karten schauen: Spreeblick wird in der kommenden Woche eine Kommentarfunktion für Podcasts einführen. Hörerinnen und Hörer können dann per Telefon (via 030-Nummer) Kommentare loslassen.

: Alle Statements wurden natürlich nicht mit den Rednern gegengecheckt.

Jonet-Tag (4): Bürgerjournalismus? III

Saturday, November 12th, 2005

Nun endlich zu meiner liebsten Frage: Warum brauchen wir einen Podcastverband?

Leider gibt es keine wirklich befriedigende Antwort von Thomas Wanhof. Als Anlaufstelle wolle man dienen. Dass das ganze eine geschickte PR-Aktion sein könnte, bleibt im Raum stehen: Eröffne einen Verband und mache Dich zum Vorsitzenden. Fortan fragen alle Dich!

Warum mich das so nervt? Naja, weil die Medienrevolution durch die Neuen Medien hier mit einer Antwort aus der alten Gesellschaft beantwortet wird. Denn auch ohne einen Verband haben es Weblogs in die Medien geschafft. Und Journalisten haben Interviewpartner ohne solch einen Verband gefunden. Zumal die neuen Impulse wie Weblogs, Feeds und Podcasts doch gerade von ihrer Vernetzung leben; es also leicht sein müsste Menschen aufzufinden, die in den einzelnen Bereichen unterwegs sind.

Also eben doch nur ein geschickter PR-Gag, der sich für Thomas Wanhof wohl gelohnt haben dürfte?

: Alle Statements wurden natürlich nicht mit den Rednern gegengecheckt.

Jonet-Tag (2): Bürgerjournalismus?

Saturday, November 12th, 2005

So, nun auf zu: Mikromedien: Meinen Journalismus mache ich mir selbst (Dort auch alle Hintergründe zu den Referenten). Im Publikum in erster Linie Blogger und Podcaster. Von den 400 Teilnehmern haben sich nur rund 50 hier her verirrt. Sixtus moderiert, Johnny Haeusler macht den Einstieg zu Weblogs und Journalismus.

Spannende Frage, die ich heute geklärt haben möchte: Warum brauchen wir einen Podcasting-Verband? Mal schauen, ob wir auch solche Nischenfragen klären können ;-)

: Alle Statements wurden natürlich nicht mit den Rednern gegengecheckt.

Arbeiten

Tuesday, November 8th, 2005

Nun verbringen wir schon jeden Tag durchschnittlich 10 Stunden mit Medien, doch will es mit der Innovation und Wissenskultur nicht so recht klappen, wie Michael Domsalla hier anmerkt.

Wer sich einmal in der Blogosphäre umschaut, entdeckt schnell, warum es mit dem Land nicht voran geht:

Beobachtungen zur Medienkonvergenz verweist auf eine Untersuchung der University of California at Irvine. Demnach werden wir im Berufsleben alle 11 Minuten durch Anrufe, Kollegen oder E-Mails in unserem Arbeitsfluss unterbrochen. Danach, so die Untersuchung, würde es durchschnitlich 25 Minuten dauern, bis wir wieder dort weitermachen, wo wir unterbrochen worden sind. Andreas Göldi bezieht sich auf einen Beitrag des N.Y. Times Magazine “Meet the Lifes Hacker”. Dort werden auch Alternativen aufgezeigt:

Aber es gibt auch Low-Tech-Ansätze, und damit beschäftigen sich die im Titel erwähnten “Life Hacker”: Einfache Ansätze der Selbstorganisation, häufig mit altmodischen papierbasierten Hilfsmitteln, sind oft sehr viel wirkungsvoller als raffinierte Spezialsoftware mit künstlicher Intelligenz.

Und gleich ganz ohne Netz würden auch die Mitarbeiter davon abgehalten, ständig Blogs zu lesen. Denn, so der prblogger: Blogs lenken von der Arbeit ab.

Laut dem US-Branchenmagazin Advertising Age (Adage) sollen US-Arbeitnehmer in diesem Jahr in ihrer Arbeitszeit insgesamt 551.000 Jahre lang Blogs gelesen haben, die nichts mit ihrem Business zu tun haben. 35 Millionen Berufstätige verlieren demnach durch ihre Blog-Lektüre im Durchschnitt rund 3,5 Stunden oder neun Prozent ihrer wöchentlichen Arbeitszeit.

Und es kommt noch schlimmer, denn Beobachtungen zur Medienkonvergenz konstatiert eine Aufmerksamkeitskrise:

Wie viele RSS-Feeds kann der Mensch auf die Dauer sinnvoll konsumieren? 10? 50? 100? Wie geht man mit dieser Informationsflut um, wie verteilt man seine Aufmerksamkeit richtig? Denn letztlich ist jeder von uns daran interessiert, maximalen “Return on Attention” zu bekommen.

Mein Kommentar dazu im Blog von Andreas:

Wieso sollte es denn Weblogs und Feeds anders ergehen, als den zig Milliarden Webseiten im Netz? Auch diese befinden sich potenziell in einer Aufmerksamkeitskrise.

In diesem Sinne wird es auch bei Weblogs zukünftig Trampelpfade geben. Mit den so genannten A-Bloggern haben wir sie ja schon heute.

Und: Es wird daneben auch Nischenblogs geben, die nur eine geringe Anzahl von Lesern erreichen oder ein so spezielles Thema aufgreifen, das andere eben nicht abdecken.

Information Overload, oder Informationsflut, ist dabei kein Kind des Internets. Schon in den Achtziger Jahren wurden 99 Prozent der Printmedien von den Bürgerinnen und Bürgern missachtet.

Ich glaube, dass uns hier eine Flutrethorik nicht weiterhilft.

Wie die ARD-ZDF-Studie Massenkommunikation herausgefunden hat, verbringen wir immer mehr Zeit mit Medien. Momentan rund 10 Stunden am Tag. Aber auch unsere Zeit ist endlich (das ist halt die Ökonomie der Aufmerksamkeit).

Ich glaube, wir müssen uns davon lösen, zu glauben, alles sei wichtig,

Klassische Medien werden in einem begrenzten Umfang auch weiterhin eine Rolle spielen, in dem sie den Minimalkonsens des öffentlichen Geschehens rekapitulieren. Darüber hinaus werden wir uns alle eine eigene Wirklichkeit patchworkartig zusammenstückeln.

Immer eben in Abhängigkeit von technischen Maschinen wie Google und Technorati, bzw. von Webseiten und Webogs, die auf solche Maschinen zurückgreifen.

Literatur in Fragmenten

Thursday, November 3rd, 2005

Mit dem Hypertext wurde Anfang der 90er Jahre auch die Idee einer neuen Literatur geboren. Leider hat sich Netzliteraturbis heute kaum durchgesetzt und erleidet ein ähnliches Nischendasein wie die Netzkunst (nicht mich digitaler Kunst zu verwechseln).

In Stuttgart gibt es nächste Woche vom 9.-11.11. dennoch ein Festival der Netzliteratur: Literatur und Strom: Code - Interface - Concept. Das Programm klingt spannend - nur nach Stuttgart werde ich es leider nicht schaffen. Jemand anders?

Code und Interface verhalten sich in der Praxis der Netzkunst und Netzliteratur oft antagonistisch. Glaubt die eine Seite, die Hacker seien die eigentlichen Künstler und das Bildschirmereignis sei nur sekundär, betrachtet die andere den Code als bloßes Mittel zum Zweck und die Programmierer als die Handwerker der digitalen Welt. Dabei sind Code und Interface doch zwei Seiten einer Medaille. Auch verbindet beide Lager die Entmaterialisierung des künstlerischen Produkts und damit unweigerlich die Tendenz zum Konzept.

Mit von der Partie, der Berliner Florian Cramer, der für unser Buch Netzwerker-Perspektiven folgende Code-Literatur beigesteuert hat:

SELF
#!/usr/bin/perl open (IT, “< self”); while () {
push @it, $_}
close (IT);
open (IT,
“>> self”); print IT join (“\n “,
@it); close (IT);

SELF ist ein PERL-Skript, das sich selbst öffnet, liest, ausdruckt und schließt. Es war als Beitrag der Intermediale 2003 in Berlin zu sehen.