Archive for the 'Studien' Category

Suchprozente

Wednesday, July 19th, 2006

Golem meldet neue Nutzeranteile der Suchmaschinen:

Auch im Juni 2006 konnte Google seinen Anteil am US-Suchmaschinen-Markt weiter ausbauen, vermeldet der Marktforscher comScore. Demnach kam Google im Juni 2006 auf einen Marktanteil von 44,7 Prozent, 0,5 Prozentpunkte mehr als im Mai. Im Juni 2005 lag Google nur bei 36,9 Prozent.

Allerdings konnte auch der zweitplatzierte Yahoo seinen Marktanteil in den USA steigern, von 28,0 Prozent im Mai auf 28,5 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr musste Yahoo aber Marktanteile abgeben, damals kam das Unternehmen noch auf 30,4 Prozent.

Das Leben geht weiter…

Tuesday, July 11th, 2006

… trotz Internet. Dies ist das Ergebnis einer US-amerikanischen Studie des Pew Internet & American Life Projects (gelesen bei politik-digital.de).

Die wesentlichen Ergebnisse in poldi-Worten:

  • Das Internet verstärkt soziale Bindungen in einer modernen Gesellschaft und unterstützt die Bildung von „social capital“.
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  • Der einzelne Mensch versucht in seinem Netzwerk für bestimmte Probleme oder Situationen die jeweils geeignete(n) Person(en) zu kontaktieren. Die einseitige Orientierung an (s)einer (traditionellen) Gemeinschaft wird aufgegeben.
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  • Interessanter ist ein anderes Ergebnis der Studie: Internet-Nutzer in den USA haben mehr soziale Bindungen als Nicht-Nutzer.
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  • Die Studie weist nach, dass Internet-Nutzer im Vergleich zu Nicht-Nutzern mit größerer Wahrscheinlichkeit Hilfe bei der Bewältigung ihrer Anliegen bekommen. Im Vorteil sind dabei insbesondere diejenigen, die über viele „significant ties“ verfügen und Kontakt zu Personen aus einer großen Bandbreite von Berufsfeldern haben.

Die Innovationskraft des Internets

Monday, November 21st, 2005

Warum das Internet so erfolgreich ist und was seinen weiteren Siegeszug gefährden könnte, fragte sich Barbara van Schewick in ihrer Dissertation “Architecture and Innovation: The Role of the End-to-End Arguments in the Original Internet”. Die Wissenschaftlerin im Fachgebiet Telekommunikationsnetze an der Technischen Universität Berlin sieht das Internet am Scheideweg stehen (gefunden via golem.de).

Das Internet sei mit Entwicklungen wie E-Mail oder der Internet-Telefonie ein Tummelplatz für Innovationen - noch, so van Schewick. Denn, so die Wissenschaftlerin laut Pressemeldung, der bisherige Garant des Fortschritts, die Offenheit der Übertragungsnetze, drohe ins Wanken zu geraten:

“Die Offenheit der Netze ist daher die Grundvoraussetzung, um weiterhin eine Vielfalt von Innovationen im Internet zu ermöglichen. Das Internet steht nun am Scheideweg. Wettbewerb alleine ist nicht die Lösung. Es geht darum, welche Architektur sich in Zukunft durchsetzen wird”

Betreut wurde die Dissertation von bekannten Wissenschaftlern wie Bernd Lutterbeck und Lawrence Lessig.

Dies erinnert mich an eine Konferenz der Heinrich-Böll-Stiftung im letzten Jahr zum Thema Open Innovation.

Innovation ist mit der modernen, fortschrittsorientierten Gesellschaft unauflösbar verbunden. Die Politik redet von ihr gerade dann immer, wenn es hakt mit dem Fortschreiten. Doch auch Innovationsmodelle fallen nicht vom Himmel und müssen dem Neuen, das nicht zuletzt durch die technische und mediale Entwicklung möglich geworden ist, Raum geben. Die Konferenz Open Innovation! lotete aus, welche Anregungen für eine zeitgemäße Innovationsoffensive aus dem Geist des Internet zu gewinnen sind, der wichtigsten Basisinnovation der vernetzten, digitalen Gesellschaft.

Hierzu sollte eigentlich längst auch ein Reader unter der Federführung von Stefan Krempl erscheinen…

Demokratie reloaded

Thursday, October 13th, 2005

Das Internet wird zu einem ernst zu nehmenden politischen Raum, das haben auch die etablierten Politikaktivisten erkannt. Dieser Wandel geschieht aber nicht automatisch und ohne eine gezielte Ausgestaltung durch zahlreiche Netz-Aktivisten:

Zwar wird das Grundrecht auf freie Meinungsäußerung im Internet theoretisch realisiert. Jeder kann sich in Blogs und Chaträumen allen anderen Interessierten mitteilen. Doch allein durch sein Vorhandensein, das zeigt sich derzeit in China, löst das World Wide Web keine Demokratisierungsprozesse aus. Es ist ein neutrales Medium, das demokratische Werte und Normen zwar transportieren, aber bei entsprechendem Handeln der Akteure auch in genau die andere Richtung wirken kann. (Handelsblatt vom 22.9.2005)

Politik Digital hat nun einen kleinen Schwerpunkt zum Thema (Dossier nennt sich das) produziert gezaubert, der die bisherigen Aktivitäten und Erfahrungen bilanziert. Anlass ist der Forschungsbericht “Analyse netzbasierter Kommunikation unter kulturellen Aspekten” im Auftrag des Büros für Technikfolgenabschätzung (TAB) des Deutschen Bundestages. (Wer kann den “Zukunfstforschern” eigentlich mal eine zukünftsträchtige Website basteln?) Leider sind einige dröge Texte darunter. Ich habe einmal die lesbaren Artikel mit Aussage aufgelistet.

1. Netzbasierte Kommunikation in der Politik fördern

Der Forschungsbericht ‘Analyse netzbasierter Kommunikation unter kulturellen Aspekten’ zeigt in die richtige Richtung. Doch gefragt ist eine bessere Innovationskultur im Bereich der politischen Kommunikation. Ein Essay von Christoph Dowe.

2. Copyright-Diskurs im Internet

Viel Information, wenig Kommunikation, keine Partizipation. Das sind die Ergebnisse des Gutachtens von politik-digital.de, in dem ueber 10.000 Teilnehmer zum Thema ‘Copyright und Urheberrecht’ befragt wurden.

3. Besonderheiten der Online-Kommunikation

Der Wissenschaftler Prof. Dieter Rucht hat in seiner Untersuchung ‘Die Besonderheiten netzbasierter politischer Kommunikation am Beispiel des Genfood-Diskurses’ analysiert.

4. Das Internet als Kanal für Demokratiekultur

Das Internet als Kanal fuer Demokratiekultur: “Gleichwohl ist das Internet nicht schon von Natur aus demokratisch. In der netzgestützten Kommunikation müssen die demokratischen Spielregeln immer von neuem durchgesetzt werden.”

5. Was der Bundestag von Großbritannien lernen kann

Matthias Trénel untersuchte in seiner Studie die Online-Anhoerungen am Britischen Parlament und beschrieb, was der Deutsche Bundestag diesbezueglich aus Grossritannien lernen kann.

6. Transnationale Öffentlichkeiten im Internet

In seinem Gutachten untersucht Prof. Rainer Winter, wie sich verschiedene Akteure in der Netzöffentlichkeit verhalten.

7. Online-Dialoge von Bundestag und Regierung

Michaela Woelk hat in ihrem Gutachten die Staerken und Schwaechen der Online-Kommunikation zwischen Buergern und Politik in Deutschland herausgearbeitet.

8. Die Netzkommunikation von NGOs und zivilgesellschaftlichen Organisationen

Die Frage nach konkreten Aktions- und Protestmustern von NGOs und zivilgesellschaftlichen Organisationen wurde in einem zweiten Gutachten von Klaus Schönberger erneut aufgegriffen und vertieft.

9. Direkte Personalisierte Wählerkommunikation im WWW

Dr.Thomas Zittel untersuchte im Rahmen des TA-Projekts den Stand der personalisiertenWählerkommunikation in der Bundesrepublik. Mit dem Begriff wird eine intensivierte Form der direkten politischen Kommunikation zwischen Abgeordneten und ihren Wählern bezeichnet.

Die Gesamtstudie mit ihren insgesamt 13 Teilprojekten erscheint demnächst als Buch. Frohes Lesen!

Hinweis “Wie ich blogge?!”

Wednesday, October 5th, 2005

Noch bevor ich den ersten “echten” Beitrag für dieses Blog schreiben kann, kommt schon ein Hinweis in eigener Sache: Zur Zeit führe ich die Online-Befragung “Wie ich blogge?!” durch, die sich an Autoren und Leser von Weblogs richtet. Ich würde mich freuen, wenn Besucher dieses Blogs die Umfrage unterstützen (Dauer: ca. 10-15 Minuten).

http://ww3.unipark.de/uc/wieichblogge2005/

Nähere Informationen finden sich hier:
http://www.bamberg-gewinnt.de/wordpress/wieichblogge2005/

Wie ich blogge?!

Die Technik hinter der Google-Gesellschaft

Monday, October 3rd, 2005

Im Beitrag vorher habe ich es schon kurz angedeutet: Dirk Lewandowski, Informationswissenschaftler und freier Berater zum Thema Suchmaschinen, stellt sein Buch “Web Information Retrival - Technologien zur Informationssuche im Internet” frei zugänglich ins Netz. Wohl auch in der Hoffnung, dass die Leute dann doch das gedruckte Exemplar bevorzugen (so @-web).

Schon Janko Röttgers hat mit seinem Buch “Mix, Burn & R.I.P. Das Ende der Musikindustrie” und einer Veröfentlichung im Internet gute Erfahrungen gemacht. Dieser aber stellt sein Buch zudem unter Creative Commons-Lizenz ins Netz. Nachahmenswert!

Landowskis Werk ist eine umfassende Betrachtung der technischen Hintergründe der Google-Gesellschaft: Er behandelt die strukturellen Eigenheiten des WWW und der Dokumente ebenso wie die Suchmaschinen und deren Logiken. Ein ideales Werk, um immer wieder mal Details zu den Prinzipien der Suchmaschinen nachzuschlagen, um Quellen zu finden und Statistiken zu zitieren.

Eine ausführliche Besprechung zum Buch gibt es bei @-web.

Informationswunder Internet

Tuesday, September 13th, 2005

Eigentlich wollte ich ja im vorherigen Beitrag gar nicht über Medienkonvergenz sprechen, sondern kurz filtern, was uns die ARD/ZDF-Online-Studie zur Wissens- Google-Gesellschaft verrät. Einige Daten lassen sich rauslesen, viel substanzielles ist es leider nicht:

Wege ins Internet

  • Die Nutzer bewegen sich oft auf eingeübten Trampelpfaden und nutzen bestimmte Angebote regelmäßig.
  • Zwei Suchstrategien legen sie an den Tag, wenn es gilt Neues zu entdecken oder altbekanntes zu nutzen: die themengebundene Suche über Suchmaschinen und durch die direkte Eingabe der Webadresse.
  • Interessant: Deutlich zurückgegangen ist das Ansurfen von Webseiten auf Grund von Tipps in Zeitungen und im Fernsehen.

Das Globale Gehirn

  • Das Web wird dabei vorwiegend als Informationsmedium zu aktuellen Geschehnissen und als Wissensplattform sowie für Service- und Ratgeber-Themen genutzt. Unterhaltungsangebote haben zwar gerade bei Jugendlichen und jungen Menschen einen hohen Stellenwert, über alle Nutzer hinweg interessiert das Thema Unterhaltung aber nur jeden zehnten Onliner.
  • Etwas kryptisch formuliert wird die klassische Tageszeitung zum Verlierer gegenüber dem Internet ernannt.
  • Newsletter und Newsticker (RSS-Feeds?) werden immer häufiger abonniert. 28 Prozent aller Online taten dies laut der Studie 2005. Kaum abonniert werden dabei Angebote von Medien (lediglich 6 Prozent aller Abonnenten).

Kostenpflichtiges

  • 81 Prozent der Onliner sind nicht bereit, für Informationen Geld auszugeben (2001: 73 Prozent). ZITAT: Der Bereich Information gehört für die Nutzer damit immer noch zur Gratiswelt des Internets.
  • 15 Prozent haben dennoch 2005 für Inhalte gezahlt, wenn auch nur selten. Häüfiger haben dies nur 4 Prozent getan.
  • Große Summen wurden dabei nicht ausgegeben: Bis zu 10 Euro in aller Regel.
  • Deutlicher häufiger wird Geld für Musik ausgegeben: Jeder Vierte hat dies bereits 2005 getan.
  • Weitere Infos zu Paid Content hier (PDF)
  • Das ganze erledigt der durchschnittliche Bundesbürger in46 Minuten am Tag.

Interessant wäre es, zu erfahren, wie Informationstechniken subsituiert werden oder ob bestimmte Bedürfnisse vorher gar nicht befriedigt wurden. Wissen wir vielleicht heute mehr als früher?

Oder ob die Nutzung des Internets im Sinne einer Informationrecherche zu Lasten anderer nicht-elektronischer Medien geht. Zumindest scheint es keinen Verdrängungswettbwerb unter den elektronischen Medien TV, Radio und Internet zu geben. Das zeitliche Volumen steigt hier über alle Medien.

In qualitativen Interviews sollte man dann noch mal nachfragen, mit welchen Werten, Visionen und Erwartungen die Nutzer das Internet als Informationsmedium aufladen. Diese Daten würden dann helfen den (Bewusstseins-)Wandel deutlicher zu kennzeichnen, der durch das Internet entsteht.