Artikel in der Kategorie 'Suchmaschinen'

Marktanteil Google über 90%

Gestern ist zum ersten Mal das geschehen, was schon lange zu
befürchten war: Google hat in Deutschland die magische Grenze eines
Marktanteils von 90% überschritten.

In der Statistik für den 17.9.06 (www.webhits.de) ist dies
fuer die TOP6 folgendermaßen nachzulesen:

Google 86.3%
Yahoo 3.3%
MSN Web-Suche 2.9%
AOL Suche 2.2%
T-Online 1.4%
suche.freenet.de 0.4%

Google hat dort scheinbar einen Anteil von “nur” 86.3%, da jedoch die
Suchdienste von AOL, T-Online und freenet.de lediglich Google
Ergebnisse “durchreichen” (=Google-Klones, zu erkennen an den Logos
auf den Seiten), sind deren Zugriffsanteile in Wirklichkeit ebenfalls
Google-Zugriffe. Damit erreicht Google einen Marktanteil von:

90.3% - Google Marktanteil 17.9.2006

Dies ist kein Vorwurf an Google: dazu kann man jeder Firma nur
gratulieren. Aber es ist ein Wahrzeichen für den Zustand der
Informationstechnologie in Deutschland und Europa, für die massiven
Versäumnisse in Politik und Wirtschaft.

Von Wolfgang Sander-Beuermannam 18.09.06 um 07:35 9 Kommentare

Konzept einer dezentralen Informationsinfrastruktur

Am 11. Juli 2006 hatten wir, der SuMa e.V., die “Erklaerung des SuMa-eV zur Quaero-Initiative” herausgegeben, welche die dezentrale Informationsinfrastruktur als wesentlichen Baustein der Wissens-
und Informationsgesellschaft fordert.

Diesen Baustein haben wir mittlerweile in einer weiteren Schrift praezisiert, welche ich Ihnen im folgenden zur Kenntnis gebe. Sie finden den Text auch als PDF-Datei gern zur weiteren Verbreitung.

Konzept einer dezentralen Informationsinfrastruktur
Eine dezentrale Informationsinfrastruktur kann unter mindestens drei Aspekten beschrieben werden:

  • Aus gesellschaftspolitischer-,
  • aus technischer-,
  • und aus wirtschaftlicher Sicht.

Gesellschaftspolitisch sollte eine verteilte Struktur den Pluralismus unserer Gesellschaft in einer Vielfalt von Informationszugängen wiederspiegeln. Die Möglichkeiten der selektiven Informationsauswahl oder -Unterdrückung durch Informationsanbieter sollten dadurch so gering wie möglich sein.

Aus technischer Sicht kann die verteilte Struktur durch ein Netzwerk von kleinen Suchmaschinen (Minisuchern) realisiert werden. Die technischen Voraussetzungen an Hard- und Software sind heutzutage prinzipiell gegeben. Woran es noch fehlt, ist eine Software, die auch für technische Laien einfach zu laden und zu betreiben ist. Aus wirtschaftlicher Sichtweise muss auch eine dezentrale Informationsinfrastruktur nach einer Startphase selbstfinanzierend sein. D.h. jeder Minisucher muss sich selber finanzieren können, ebenso wie die gesamte Verbundstruktur.

Realisierung des Konzeptes
Wir halten dies durch ein Konzept realisierbar, welches dem Franchising nahe steht: Eine „Dachorganisation“ (ähnlich dem Franchising-Geber) stellt (weiterentwickelte) Suchmaschinensoftware zur Verfügung, mit der auch technische Laien einen überschaubaren Bereich des Internet auf dem eigenen PC oder einer bereitgestellten Plattform erfassen können. Die Idee dahinter ist, dass jeweils Spezialisten eines bestimmten Themas zu ihrem Spezialgebiet eine eigene kleine Suchmaschine für ihre Community betreiben. Diese Spezialisten (ähnlich den Franchising-Nehmern) können ihren Bereich in einer Art und Weise beurteilen, wie es Generalisten einer allgemeinen Suchmaschine nicht möglich ist; d.h. konkret, dass die Qualität der resultierenden Suchergebnisse wesentlich höher sein wird, als bei „general purpose“ Suchmaschinen.

Denn die „Enthusiasten der Szene“ werden sehr strikt darauf achten, dass nicht der sonst allgegenwärtige „Kommerzmüll“ auch ihre Community überschwemmt. Wenn es nun für sehr viele Spezialgebiete eigene kleine Suchmaschinen gibt, dann werden diese jeweils ihre eigene Nutzergemeinde haben. Hierdurch ist dann auch die Möglichkeit gegeben, Erträge zu erwirtschaften, sei es durch Spezialdienste, die kostenpflichtig sind, sei es durch zielgruppengenaue Werbung. Es ist aber auch zu erwarten (und widerspricht dem Konzept in keiner Weise), dass Enthusiasten eine solche Spezialsuche allein um der Sache willen und ohne Ertrag betreiben. Dieses Phänomen der Community-Bildung ist gerade gegenwärtig an vielen Beispielen im Internet zu beobachten.

Jeder Betreiber einer solchen Spezialsuche muss sich nun andererseits verpflichten, dass seine Suchmaschine als Datenfeed für eine übergeordnete Metasuche zur Verfügung steht. Durch die Zusammenführung all der vielen kleinen Spezialdienste entsteht dann auf der Meta-Ebene wiederum eine „general purpose“ Suchmaschine. Denn der „Normaluser“ wird sich üblicherweise nicht die Mühe machen, für seine Suchanfragen erst zu recherchieren, ob es denn nicht eine geeignete Spezialsuche gibt, sondern er wird - zunächst zumindest - eine Allzweck-Suchmaschine befragen, die immer für die Masse der Nutzer zuständig ist. Damit wird diese Suchmaschine auch hohe Nutzerzahlen erreichen. Letzteres ist bekanntermaßen im Internet die Voraussetzung, um Ertrag zu erwirtschaften.

Durch diese Erträge ist die übergeordnete Suche mit ihrer Metasuche und der gesamten Verbundstruktur finanzierbar. Die Abfragezahlen werden hier gegenüber bisherigen Allzweck-Suchmaschinen ansteigen, da die Ergebnisqualität durch die Spezialisten und Enthusiasten auf der unteren Ebene gesichert wird. Diese wiederum profitieren ebenfalls davon, denn durch den Weg über die obere Ebene werden sie neue Nutzer für ihre Communities gewinnen können.

Erfordernisse
Wir halten dieses Konzept jeder Allzweck-Suchmaschine überlegen. Für seine Durchsetzung ist es erforderlich:

  • Die vorhanden Open-Source Suchmaschinensoftware (z.B. Nutch) so weit zu entwickeln, dass sie in diesem Konzept zunächst zur textbasierten Suche einsetzbar ist. Dieser Aufwand ist überschaubar. Sobald Suchmaschinensoftware vorhanden ist, die auch multimediale Inhalte erfasst, kann sie in diesem Konzept genauso eingesetzt werden.
  • Eine organisatorische Struktur zu schaffen, welche die Minisucher und ihre Betreiber
    koordiniert.
  • Ein Regelwerk („war darf was und was nicht?“) für alle Beteiligten exakt zu definieren.

Wir halten dieses Konzept darüber hinaus für die einzige Möglichkeit, bei realistisch finanzierbarem Aufwand mit den gegenwärtigen Quasi-Monopolen konkurrieren zu können: zunächst die Entwicklung der Struktur in vielen speziellen Nischen und dann der Zusammenschluss zu einem Verbund mit Marktrelevanz.

Von Wolfgang Sander-Beuermannam 17.08.06 um 15:45 3 Kommentare

Konferenz: SuMa in der Gesetzgebung

“Suchmaschinen in der modernen Kommunikation. Verantwortlichkeit und Haftung von Suchmaschinenanbietern für Inhalte in ihren Ergebnislisten” nennt sich eine Tagung, die am 21. September 2006 in Berlin stattfinden wird.

Ausrichter ist die Selbstkontrolle Suchmaschinen der FSM. In dieser Arbeitsgruppe der Freiwilligen Selbstkontrolle der Multmedia-Dienstleister sind die großen Suchmaschinen organisiert, um gemeinsam reugulative und politische Initiativen abzusprechen oder auf Einwände der Politik zu reagieren.

Neben der Frage der Rolle der Suchmaschinen für das Internet und zukünftigen Suchtrends geht es auch um juristische Bedingungen für Suchmaschinenbetreiber. Abschließend gibt es eine Lobbyrunde Podiumsdiskussion mit Politikern der Großen Koalition und den Juristen der Suchmaschinenbetreiber. Große Erkenntnisse sind hier sicherlich nicht zu erwarten. Vielleicht lässt sich aber Ablesen, welche Gesetze denn demnächst von der FSM und den Suchmaschinenlobbyisten angegangen werden.

Das PDF-Programm gibt es hier.

Von Kai Lehmannam 16.08.06 um 16:12 2 Kommentare

Suchprozente

Golem meldet neue Nutzeranteile der Suchmaschinen:

Auch im Juni 2006 konnte Google seinen Anteil am US-Suchmaschinen-Markt weiter ausbauen, vermeldet der Marktforscher comScore. Demnach kam Google im Juni 2006 auf einen Marktanteil von 44,7 Prozent, 0,5 Prozentpunkte mehr als im Mai. Im Juni 2005 lag Google nur bei 36,9 Prozent.

Allerdings konnte auch der zweitplatzierte Yahoo seinen Marktanteil in den USA steigern, von 28,0 Prozent im Mai auf 28,5 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr musste Yahoo aber Marktanteile abgeben, damals kam das Unternehmen noch auf 30,4 Prozent.

Von Kai Lehmannam 19.07.06 um 15:32 Kommentieren

Google - Die Macht einer Suchmaschine (II)

Mittlerweile gibt es auf tagesschau.de eine Zusammenfassung der ZAPP-Spezials “Google - Die Macht einer Suchmaschine” mit zahlreichen Interviews.

Guckst du hier: http://service.tagesschau.de/multimedia-box/index.php?id=google

Das Original wird noch einmal am 15.7.2006 ausgestrahlt.

Von Kai Lehmannam 3.07.06 um 10:02 Kommentieren

SuMa-Konferenz in Berlin

Der Sommer ist gerade angekommen, da wirft der Herbst schon erste (Termin-)Schatten: Der SuMa e.V. veranstaltet am 28. September 2006 in Berlin sein 3. SuMa-ev-Forum:

Die zentrale Rolle der Suchmaschinen in der Informationsgesellschaft hat sich auf hohem Niveau etabliert. Gleichzeitig waechst von vielen Seiten die Kritik an den monopolartigen Strukturen des digitalen Wissenszugangs und der Ruf nach Alternativen wird (endlich) unueberhoerbar lauter.

Im diesjaehrigen Forum werden Trends, Richtungen, Probleme und Alternativen dieser Schluesseltechnologie der Informationsgesellschaft vorstellt und diskutiert. Dabei werden drei Bereiche genauer betrachtet:

- Entwicklungen in der Technik,
- in der Wirtschaft und
- deren Reflexionen in der Medienkunst.

Die Veranstaltung findet in der Landesvertretung Niedersachsen statt. Das Programm und die Anmeldemodalitäten finden sich unter http://suma-ev.de/forum06.

Von Kai Lehmannam 26.06.06 um 18:24 Kommentieren

Google TV: Die Suchmaschine, die aus dem Bildschirm kam

Nachdem der digitale Raum weitestgehend erobert ist, nimmt Google jetzt auch die Welt außerhalb des Bildschirms in Angriff. Der Mantel der Unschuld ist bereits abgelegt und die Satellitendaten hat man ja eh bereits.

In den Google Laboren wird an einer Technik gewerkelt, um über ein computerintegriertes Mikrophon, das Fernsehprogramm der Nutzer zu belauschen verfolgen. Mit diesen Daten soll es zukünftig möglich sein, am Computer kontextrelevante Informationen zum aktuellen Fernsehprogramm zu präsentieren. Läuft eine politische Debatte sollen passende Diskussionsforen angezeigt werden, zur Daily Soap gibt es gleich den passenden Chat-Room.

Die Anwendungen liegen auf der Hand: Im nächsten Schritt könnte man den Dienst sicherlich auf den Google-Hauptgeschäftszweig: kontextsensitive Werbung erweitern und auch die übrigen Raumgeräusche miteinbeziehen. Bei lautem Babygeschrei würden dann gleich die passenden Adwords für Babysitter geschaltet werden. Zusätzlich zu Content-Geboten könnten Adwords Professionals dann also auch Gebote auf hohe Dezibel-Zahlen abgeben. Impulskauf par exellance.

Vielleicht war es nur die Sommerhitze, aber als ich zum ersten Mal las, dass Google diese neue wohnzimmerinvasive Technik plant, musste ich urplötzlich an den Japan-Shocker Ringu (hierzulande bekannt durch das Hollywood-Remake: The Ring) denken und an das kleine Mädchen, dass aus dem Bildschirm krabbelt, um seine Opfer per bösem Blick zu goog.. äh zu schocken. In diesem Sinne: Frohes Zappen!

Von Christian Schliekeram 16.06.06 um 13:09 1 Kommentar

Infokrake Google

Schnell mal einen Hinweis aus dem SuMa-ev-Newsletter geklaut weitergeleitet:

In der Ausgabe 11/2006 der Computerzeitschrift CT hat der oben genannte Artikel aus dem vorigen Heft ein heftiges Echo an Leserbriefen hervorgerufen. Anders als noch vor ein bis zwei Jahren zeigen saemtliche dieser Leserbriefe, dass das Google-Monopol als massives Problem wahrgenommen wird. Die CT-Redaktion hat dankenswerterweise saemtliche Artikel der Serie zum “Kraken Google” freigegeben und oeffentlich lesbar ins Web gestellt; unter www.heise.de/ct/06/10/006/ finden Sie zum Anklicken die Artikel aus der CT 10/2006:

  • Der unheimliche Erfolg, S. 162
  • Das Datensammel-Imperium, S. 168
  • Konkurrenten: Quaero, MetaGer2 und Co., S. 17
  • Alternativen zum Such-Primus, S. 176

Von Kai Lehmannam 29.05.06 um 22:24 1 Kommentar

Google Booksearch

Um Googles Projekt Booksearch (ehemals Print) gabs ja schon einigen Wirbel. Nicht zuletzt die Bibliothekare in ganz Europa haben sich hier zu Wort gemeldet. Aber auch der deutsche Buchhandel blieb - in einer ganz eigenen Geschwindigkeit - nicht untätig. “Volltextsuche online”, so der schmissige Name, soll dem Buchdurchsuchprojekt von Google Paroli bieten, vor allem aber dafür sorgen, dass die Inhalte in den Händen der Verlage bleiben.

Auf der Frankfurter Buchmesse im Oktober 2006 soll der Prototyp vorgestellt werden. Die Kosten des Projektes werden nach Kalkulation der MVB unter einer Million Euro liegen.

Das Newsportal de.internet.com weiß Details zum Projekt zu berichten:

Durch “Volltextsuche online” kann dann künftig auf digitale Inhalte zugegriffen werden, die Kontrolle über die Texte behalten die Verlage. Damit würden Inhalte der deutschen Literatur als Volltextdateien verfügbar, hieß es weiter. Über ein gemeinsames Netzwerk bekommen Suchmaschinenbetreiber die Möglichkeit, die Volltexte der Bücher zu durchsuchen und für die Kunden verfügbar zu machen.

Wesentliches Ziel des Projektes ist es, die Rechte der Verleger auch auf elektronischer Ebene zu sichern. Gleichzeitig wird es allen Verlagen ermöglicht, an einem solchen System teilzunehmen. Mit diesem Schritt bereite der deutsche Buchhandel die technische und juristische Grundlage dafür, dass Buchinhalte in Zukunft in elektronischer Form verfügbar und handelbar werden.

Von Kai Lehmannam 29.05.06 um 21:56 1 Kommentar

Digitale Machtübernahme – Weltherrscher Google?

Über die Rolle Googles für das neue Leitmedium Google wird auf dem Jahrestreffen des “netzwerk recherche” diskutiert.

Unter dem Titel “Digitale Machtuebernahme - Weltherrscher Google?” diskutieren am Samstag, dem 20.5., um 16.30 Uhr im NDR-Konferenzzentrum Hamburg Prof. Hendrik Speck, Dr. Wolfgang Sander-Beuermann und ich über Google, die Medien und den Alternativen.

An einen Vertreter von Google auf dem Podium glaube ich nicht - auch wenn er noch im Programm steht. Moderator ist SPIEGEL-Redakteur Markus Brauck.

Mehr zur Konferenz und Diskussion beim netzwerk recherche.

Von Kai Lehmannam 16.05.06 um 08:35 4 Kommentare

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