Archive for the 'Google' Category

Marktanteil Google über 90%

Monday, September 18th, 2006

Gestern ist zum ersten Mal das geschehen, was schon lange zu
befürchten war: Google hat in Deutschland die magische Grenze eines
Marktanteils von 90% überschritten.

In der Statistik für den 17.9.06 (www.webhits.de) ist dies
fuer die TOP6 folgendermaßen nachzulesen:

Google 86.3%
Yahoo 3.3%
MSN Web-Suche 2.9%
AOL Suche 2.2%
T-Online 1.4%
suche.freenet.de 0.4%

Google hat dort scheinbar einen Anteil von “nur” 86.3%, da jedoch die
Suchdienste von AOL, T-Online und freenet.de lediglich Google
Ergebnisse “durchreichen” (=Google-Klones, zu erkennen an den Logos
auf den Seiten), sind deren Zugriffsanteile in Wirklichkeit ebenfalls
Google-Zugriffe. Damit erreicht Google einen Marktanteil von:

90.3% - Google Marktanteil 17.9.2006

Dies ist kein Vorwurf an Google: dazu kann man jeder Firma nur
gratulieren. Aber es ist ein Wahrzeichen für den Zustand der
Informationstechnologie in Deutschland und Europa, für die massiven
Versäumnisse in Politik und Wirtschaft.

Suchprozente

Wednesday, July 19th, 2006

Golem meldet neue Nutzeranteile der Suchmaschinen:

Auch im Juni 2006 konnte Google seinen Anteil am US-Suchmaschinen-Markt weiter ausbauen, vermeldet der Marktforscher comScore. Demnach kam Google im Juni 2006 auf einen Marktanteil von 44,7 Prozent, 0,5 Prozentpunkte mehr als im Mai. Im Juni 2005 lag Google nur bei 36,9 Prozent.

Allerdings konnte auch der zweitplatzierte Yahoo seinen Marktanteil in den USA steigern, von 28,0 Prozent im Mai auf 28,5 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr musste Yahoo aber Marktanteile abgeben, damals kam das Unternehmen noch auf 30,4 Prozent.

Google - Die Macht einer Suchmaschine (II)

Monday, July 3rd, 2006

Mittlerweile gibt es auf tagesschau.de eine Zusammenfassung der ZAPP-Spezials “Google - Die Macht einer Suchmaschine” mit zahlreichen Interviews.

Guckst du hier: http://service.tagesschau.de/multimedia-box/index.php?id=google

Das Original wird noch einmal am 15.7.2006 ausgestrahlt.

Google TV: Die Suchmaschine, die aus dem Bildschirm kam

Friday, June 16th, 2006

Nachdem der digitale Raum weitestgehend erobert ist, nimmt Google jetzt auch die Welt außerhalb des Bildschirms in Angriff. Der Mantel der Unschuld ist bereits abgelegt und die Satellitendaten hat man ja eh bereits.

In den Google Laboren wird an einer Technik gewerkelt, um über ein computerintegriertes Mikrophon, das Fernsehprogramm der Nutzer zu belauschen verfolgen. Mit diesen Daten soll es zukünftig möglich sein, am Computer kontextrelevante Informationen zum aktuellen Fernsehprogramm zu präsentieren. Läuft eine politische Debatte sollen passende Diskussionsforen angezeigt werden, zur Daily Soap gibt es gleich den passenden Chat-Room.

Die Anwendungen liegen auf der Hand: Im nächsten Schritt könnte man den Dienst sicherlich auf den Google-Hauptgeschäftszweig: kontextsensitive Werbung erweitern und auch die übrigen Raumgeräusche miteinbeziehen. Bei lautem Babygeschrei würden dann gleich die passenden Adwords für Babysitter geschaltet werden. Zusätzlich zu Content-Geboten könnten Adwords Professionals dann also auch Gebote auf hohe Dezibel-Zahlen abgeben. Impulskauf par exellance.

Vielleicht war es nur die Sommerhitze, aber als ich zum ersten Mal las, dass Google diese neue wohnzimmerinvasive Technik plant, musste ich urplötzlich an den Japan-Shocker Ringu (hierzulande bekannt durch das Hollywood-Remake: The Ring) denken und an das kleine Mädchen, dass aus dem Bildschirm krabbelt, um seine Opfer per bösem Blick zu goog.. äh zu schocken. In diesem Sinne: Frohes Zappen!

Infokrake Google

Monday, May 29th, 2006

Schnell mal einen Hinweis aus dem SuMa-ev-Newsletter geklaut weitergeleitet:

In der Ausgabe 11/2006 der Computerzeitschrift CT hat der oben genannte Artikel aus dem vorigen Heft ein heftiges Echo an Leserbriefen hervorgerufen. Anders als noch vor ein bis zwei Jahren zeigen saemtliche dieser Leserbriefe, dass das Google-Monopol als massives Problem wahrgenommen wird. Die CT-Redaktion hat dankenswerterweise saemtliche Artikel der Serie zum “Kraken Google” freigegeben und oeffentlich lesbar ins Web gestellt; unter www.heise.de/ct/06/10/006/ finden Sie zum Anklicken die Artikel aus der CT 10/2006:

  • Der unheimliche Erfolg, S. 162
  • Das Datensammel-Imperium, S. 168
  • Konkurrenten: Quaero, MetaGer2 und Co., S. 17
  • Alternativen zum Such-Primus, S. 176

Google Booksearch

Monday, May 29th, 2006

Um Googles Projekt Booksearch (ehemals Print) gabs ja schon einigen Wirbel. Nicht zuletzt die Bibliothekare in ganz Europa haben sich hier zu Wort gemeldet. Aber auch der deutsche Buchhandel blieb - in einer ganz eigenen Geschwindigkeit - nicht untätig. “Volltextsuche online”, so der schmissige Name, soll dem Buchdurchsuchprojekt von Google Paroli bieten, vor allem aber dafür sorgen, dass die Inhalte in den Händen der Verlage bleiben.

Auf der Frankfurter Buchmesse im Oktober 2006 soll der Prototyp vorgestellt werden. Die Kosten des Projektes werden nach Kalkulation der MVB unter einer Million Euro liegen.

Das Newsportal de.internet.com weiß Details zum Projekt zu berichten:

Durch “Volltextsuche online” kann dann künftig auf digitale Inhalte zugegriffen werden, die Kontrolle über die Texte behalten die Verlage. Damit würden Inhalte der deutschen Literatur als Volltextdateien verfügbar, hieß es weiter. Über ein gemeinsames Netzwerk bekommen Suchmaschinenbetreiber die Möglichkeit, die Volltexte der Bücher zu durchsuchen und für die Kunden verfügbar zu machen.

Wesentliches Ziel des Projektes ist es, die Rechte der Verleger auch auf elektronischer Ebene zu sichern. Gleichzeitig wird es allen Verlagen ermöglicht, an einem solchen System teilzunehmen. Mit diesem Schritt bereite der deutsche Buchhandel die technische und juristische Grundlage dafür, dass Buchinhalte in Zukunft in elektronischer Form verfügbar und handelbar werden.

Digitale Machtübernahme – Weltherrscher Google?

Tuesday, May 16th, 2006

Über die Rolle Googles für das neue Leitmedium Google wird auf dem Jahrestreffen des “netzwerk recherche” diskutiert.

Unter dem Titel “Digitale Machtuebernahme - Weltherrscher Google?” diskutieren am Samstag, dem 20.5., um 16.30 Uhr im NDR-Konferenzzentrum Hamburg Prof. Hendrik Speck, Dr. Wolfgang Sander-Beuermann und ich über Google, die Medien und den Alternativen.

An einen Vertreter von Google auf dem Podium glaube ich nicht - auch wenn er noch im Programm steht. Moderator ist SPIEGEL-Redakteur Markus Brauck.

Mehr zur Konferenz und Diskussion beim netzwerk recherche.

Von China Lernen

Saturday, April 22nd, 2006

Die aktuellen Diskussionen um Googles China-Politik zeigen, welche Rolle Suchmaschinenanbieter für die staatliche Informationskontrolle spielen, namentlich wenn sie ein defacto-Monopol haben, wie heute Google.

Vorweg: Die politisch-moralische Aufregung über Googles Verhalten ist verständlich. „Wir haben ganz einfach keine Wahl“, hat der Google-Chef Eric Schmidt nach einer Meldung der “Welt” unlängst die China-Politik seines Unternehmens legitimiert. Dem kann ethisch leicht begegnet werden: Menschen haben immer eine Wahl. Unternehmen auch. Google ist nicht gezwungen, Märkte um jeden Preis zu erobern. Hinzuzufügen ist allerdings auch, dass andere Portal- und Suchmaschinenbetreiber sich genauso verhalten: „Ungesunde Inhalte“ würde man in Zukunft blockieren, heißt es in einer Erklärung, die 14 Unternehmen kürzlich in China abgegeben haben. Und weiter: „Wir sind eine ernstzunehmende Opposition gegen Online-Inhalte, die die öffentliche Moral, die Kultur und die Traditionen der Menschen in China untergraben“. Besser hätte auch George Orwell die Zurichtung der Wirklichkeit durch Sprachpolitik („Neusprech“) nicht beschreiben können. Die Unternehmen kapitulieren nicht nur vor der Diktatur – sie machen sich auch noch deren Sprache und Wirklichkeitskonstruktion zu Eigen. (more…)

Googles Herausforderung

Tuesday, March 28th, 2006
Googles HerausforderungRund ein Jahr, nachdem das französische Original erschienen ist, kam dieser Tage mit “Googles Herausforderung. Für eine europäische Bibliothek” die deutsche Übersetzung Jean-Noel Jeanneneys Streitschrift heraus. Mit einer Buchpräsentation in der französischen Botschaft in Berlin stellte der Präsident der französischen Nationalbibliothek seine Sicht vom Kampf der Digitalisierung von Büchern dar. Eine kurze Zusammenfassung der Buchvorstellung findet sich bei Face2Net.
Bei Googles Herausforderung geht es um die zentrale Frage, wie wir zukünftig unser kulturelles Gedächtnis definieren; wie wir es aufbereiten, speichern und zugänglich machen wollen. Mit Googles Ankündigung, 15 Millionen Bücher einschannen zu wollen, bekam die erlahmte Diskussion um die Digitalisierung von Bibliotheksbeständen in Europa neue Fahrt. Mit Google Book Search gibt es ein konkretes Angebot, Bücher digital zu durchsuchen.

(more…)

Der kleine Unterschied - ist weg

Tuesday, February 14th, 2006

tiananmen, tianamen oder Tiananmen (Platz des Himmlischen Friedens) - das ist war hier die Frage.

Rund um den Start des chinesischen Google-Ablegers gab und gibt es viele Diskussionen zum Buckeln der Mountain Viewer vor dem schnöden Mammon der chinesischen Regierung und ihrer Bereitstellung gefilterter, staatskonformer Ergebnisse. Während unterschiedliche Schreibweisen (groß/klein z.b.) in der letzten Woche noch unterschiedliche Ergebnisse brachten, sind diese nun harmonisiert, wie man im Politikdeutsch sagen würde.

Peter Schlegel hat es in seinem Kommentar zum entsprechenden Beitrag auf Netzpolitk.org vorhergesehen:

Die hier oefters geaeusserte Freude darueber, dass Googles Filter (und die von anderen Anbietern ja auch) noch nicht “zufriedenstellend” funktionieren, ist schon ein bisschen naiv…das wird sich aendern. Deshalb sind solche Filter generell zu aechten.

Rund 400 Treffer sind bei Google.cn’s Bildersuche zum Stichwort tiananmen zu finden. Im US-amerikanischen Angebot von Google sind es rund 22.000 Bilder und Grafiken.

Die Initiative OpenNet, die Filter und Zensur im Netz anpragert, veranschaulicht die Ergebnisse der schizophrenen Google-Philosophie: Unter http://opennet.net/google_china/lassen sich die chinesische und die amerikanische Google-Datenbank vergleichend durchforsten. Hier die Beispiele für den Begriff Tibet. Die Ergebnisse sprechen für sich.

Dont’t be evil
Google zieht damit mit der Konkurrenz MSN und Yahoo! gleich. Bisher waren Suchergebnisse von us-amerikanischen Google-Servern zwar ebenfalls eingeschränkt, aber deutlich weniger umfangreich. Der Wechsel erfolgt nun wegen der Performance-Probleme. Chinesische Nutzer können nun wesentlich schneller nichts finden.

Google rechtfertigt sein Verhalten damit, dass es besser sei, den chinesischen Nutzern nur Teile von Informationen zur Verfügung zu stellen als gar keine. Welchen Teil diese aber bekommen und welchen nicht, bleibt für die Nutzer im Unklaren. Zudem argumentiert Google immer wieder damit, dass das Unternehmen nationale Gesetzgebung zu befolgen habe.

Wie weit diese Logik gehen kann, blieb auch auf der Buchpräsentation der Google-Gesellschaft offen: Google-Pressesprecher Stefan Keuchel wurde auf dem Podium gefragt, inwieweit das Unternehmen mit dem Nationalsozialismus zusammengearbeitet hätte. Auch wenn dies damals mit einem Raunen des Publikums beantwortet wurde, legt die Frage doch den Finger in die Wunde: Wie universell sind Menschenrechte?

Googles Argument, lediglich ein Technologieunternehmen zu sein und nicht politisch zu handeln, trägt offensichtlich nicht. Technik ist aber nie unpolitisch - und auch nicht per se gut. Zum Revoltionspotenzial des Internets schrieb das Handelsblatt im September 2005:

Zwar wird das Grundrecht auf freie Meinungsäußerung im Internet theoretisch realisiert. Jeder kann sich in Blogs und Chaträumen allen anderen Interessierten mitteilen. Doch allein durch sein Vorhandensein, das zeigt sich derzeit in China, löst das World Wide Web keine Demokratisierungsprozesse aus. Es ist ein neutrales Medium, das demokratische Werte und Normen zwar transportieren, aber bei entsprechendem Handeln der Akteure auch in genau die andere Richtung wirken kann.

Um Politik dürfte es Google aber in der Tat nicht gehen, sondern um den wirtschaftlichen Erfolg. Immerhin hängt Google auf dem so genannten Zukunftsmarkt China deutlich hinter dem lokalen Favoriten Baidu hinter her, wie heise online zu berichten weiß.

Dagegen mag die Debatte um die Herausgabe aggregierte Daten an die US-Regierung wie ein PR-Gag wirken. Denn hierbei sind weit aus weniger sensible Daten angefragt worden, als sie in der Regel von allen Suchmaschinenbetreibern und Internet-Service-Providern bei Ermittlungsfällen längst tagtäglich an die Behörden weitergegeben werden. Der Kern ist ein anderer: Sowohl bei Google China und den Daten in den USA geht es um das Geschäft. Googles Kapital sind die nämlich eben diese aggregierten Daten über das Nutzungsverhalten von Milliarden Menschen weltweit. Dass sie diese nicht rausrücken wollen, hängt sicherlich nicht mit dem schrägen Datenschutzverständnis der Mountain Viewer zusammen.

Technik beschränkt, Technik beflügelt
Peter Schlegel ergänzt zu Googles Filterungen bei netzpolitik.org:

Der einzig gangbare Weg scheint sich in den USA anzubahnen, naemlich den Suchmaschinenbetreibern den Einsatz von Filtertechniken / Zensur zu verbieten. Dieses Verbot ist auch auf Tochtergesellschaften im Ausland auszudehnen. Vergleichbare Gesetze existieren z.B. beim Handel mit Kriegsmaterial, der nicht einfach ueber Tochtergesellschaften in im Ausland abgewickelt werden kann, wenn es dem Mutterhaus nicht erlaubt ist, direkt zu liefern.

Durch ein solches Verbot waeren auch Google und Yahoo fein raus und koennten sich nicht mehr durch repressive Regimes erpressen lassen.

Dass China einfach auf den Gebrauch von Suchmaschinen “verzichten” wuerde, ist kaum anzunehmen. Auch die chin. Wirtschaft und Forschung ist auf diese mehr und mehr angewiesen, sonst waeren sie schnell mal weg vom Fenster. Natuerlich versuchen solche Regimes, eigene Suchmaschinen zu entwickeln, deren Effizienz wird aber noch lange hinter Google hinterherhinken.

Im uebrigen lassen sich Filter einfach umgehen, auch in D-Land: Anleitung Zensur und Ueberwachung umgehen

Welche Lücken und Nischen de chinesischen Bürgerinnen und Bürger in der Zukunft finden, wird sich zeigen. Ideale Voraussetzungen für eine demokratische Bewegung sind das jedenfalls nicht.