Artikel in der Kategorie 'Yahoo!'

Suchprozente

Golem meldet neue Nutzeranteile der Suchmaschinen:

Auch im Juni 2006 konnte Google seinen Anteil am US-Suchmaschinen-Markt weiter ausbauen, vermeldet der Marktforscher comScore. Demnach kam Google im Juni 2006 auf einen Marktanteil von 44,7 Prozent, 0,5 Prozentpunkte mehr als im Mai. Im Juni 2005 lag Google nur bei 36,9 Prozent.

Allerdings konnte auch der zweitplatzierte Yahoo seinen Marktanteil in den USA steigern, von 28,0 Prozent im Mai auf 28,5 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr musste Yahoo aber Marktanteile abgeben, damals kam das Unternehmen noch auf 30,4 Prozent.

Von Kai Lehmannam 19.07.06 um 15:32 Kommentieren

Von China Lernen

Die aktuellen Diskussionen um Googles China-Politik zeigen, welche Rolle Suchmaschinenanbieter für die staatliche Informationskontrolle spielen, namentlich wenn sie ein defacto-Monopol haben, wie heute Google.

Vorweg: Die politisch-moralische Aufregung über Googles Verhalten ist verständlich. „Wir haben ganz einfach keine Wahl“, hat der Google-Chef Eric Schmidt nach einer Meldung der “Welt” unlängst die China-Politik seines Unternehmens legitimiert. Dem kann ethisch leicht begegnet werden: Menschen haben immer eine Wahl. Unternehmen auch. Google ist nicht gezwungen, Märkte um jeden Preis zu erobern. Hinzuzufügen ist allerdings auch, dass andere Portal- und Suchmaschinenbetreiber sich genauso verhalten: „Ungesunde Inhalte“ würde man in Zukunft blockieren, heißt es in einer Erklärung, die 14 Unternehmen kürzlich in China abgegeben haben. Und weiter: „Wir sind eine ernstzunehmende Opposition gegen Online-Inhalte, die die öffentliche Moral, die Kultur und die Traditionen der Menschen in China untergraben“. Besser hätte auch George Orwell die Zurichtung der Wirklichkeit durch Sprachpolitik („Neusprech“) nicht beschreiben können. Die Unternehmen kapitulieren nicht nur vor der Diktatur – sie machen sich auch noch deren Sprache und Wirklichkeitskonstruktion zu Eigen.

Unter dieser Perspektive macht der ‚Fall China’ nur noch einmal für die allgemeine Öffentlichkeit klar, was in der Szene der Suchmaschinenprofis (vgl. das Interview mit Wolfgang Sander-Beuermann) schon lange bekannt war: Der Zugang zum Wissen wird heute von Unternehmen beherrscht, die nur ein Motiv haben und nur eine einzige Zielsetzung kennen – die Maximierung ihrer Profitrate. Wozu heute eben insbesondere die Positionierung auf den globalen Wachstumsmärkten gehört. Fragen von Demokratie, Menschenrechten und Grundfreiheiten sind für Unternehmen stets nur von strategischer Bedeutung. Man führt sie vor, wenn sie in einem bestimmten Umfeld nützlich sind (wie Googles Zehn Gebote in den westlichen Demokratien), ignoriert sie jedoch, wenn man Geschäfte in Staaten machen will, in denen eine weniger demokratische Staatsräson gilt. Verlogen, mögen die einen sagen – nur konsequent erfolgsorientiert, werden die anderen entgegnen.

Was aber ist aus dem ‚Fall China’ zu lernen, wenn man die Ebene moralischer Entrüstung verlässt? Ich denke dreierlei:

  1. Wirtschaftsunternehmen sind Wirtschaftsunternehmen. Sie handeln nach ökonomischem Kalkül. Alle anderen Faktoren, wie etwa politische Argumente oder ethische Prinzipien, stellen für sie nichts als Rahmenbedingungen dar, die es – jeweils in der einen oder anderen Weise – einzukalkulieren bzw. strategisch zu handhaben gilt. Diese Grundtatsache gilt es sich, gerade auch angesichts zahlreicher Träumen von der ‚schönen neuen Google-Gesellschaft’, stets vor Augen zu halten.
  2. Für Staaten, die es sich zum Ziel gesetzt haben, die netzwerkbasierte Kommunikation ihrer Bürger zu kontrollieren, stellen privatwirtschaftliche Suchmaschinen- und Portalbetreiber die perfekten Agenten dar. Als Gegenleistung für entsprechende wirtschafts- und rechtspolitische Entscheidungen einer Regierung stellen sie das Werkzeug zur Kontrolle der Bevölkerung bereit: Die von ihren Algorithmen realisierten Normen sind für ihre Nutzer ebenso unhintergehbar, wie sie für sie in aller Regel unsichtbar bleiben. Suchmaschinen wie Google China gaukeln den Nutzern freien Zugang zu einem globalen Informationsraum vor – liefern tatsächlich aber nur dessen ideologisch zugerichteten Abklatsch: eine der Informationskontrolle dienende Schattenwelt.
  3. . Wenn von Unternehmen aufgrund ihrer ökonomischen Funktionslogik nicht erwartet werden kann, moralisch zu handeln, etwa demokratische Prinzipien, Menschenrechte oder Grundfreiheiten zu respektieren (oder gar aktiv zu vertreten), stellt sich die Frage welche (netz-)politischen Akteure überbordenden nationalstaatlichen Kontrollinteressen überhaupt die Stirn bieten können. Die These von der ‚Unzensierbarkeit’ der Netze gilt nur so lange, wie der Zugang zu ihnen nicht von Betreibern geregelt wird, die sich willfährig jedem staatlichen Kontrollansinnen unterwerfen. Es wird deshalb höchste Zeit, sich Gedanken darüber zu machen, wie alternative, nicht von privatwirtschaftlichen Profitraten oder staatlichen Kontrollinteressen gesteuerte Zugänge zum Informationsraum Cyberspace aussehen könnten.

Machen wir uns nichts vor: China ist überall.

Von Michael Schetscheam 22.04.06 um 09:06 1 Kommentar

Google makes the world go round?

Schneller als von uns zu schaffen gedacht, hat die Universität Freiburg über den informationsdienst wissenschaft (idw) eine Pressemeldung zum Buch und Start dieses Weblogs gepostet veröffentlicht.

Ein Auszug hier im Blog:

Wie wir Wissen verändern, speichern und verbreiten wandelt sich in Zeiten von Google & Co. radikal. Im Sammelband “Die Google-Gesellschaft” ziehen Praktiker, Journalisten und Wissenschaftler Bilanz. Maßgeblich beteiligt am Band sind Nina Degele und Michael Schetsche vom Institut für Soziologie der Universität Freiburg.

Die Mediensoziologin Prof. Nina Degele erklärt in ihrem Buchbeitrag, wie sich die Kompetenzen im Umgang mit den neuen Medien verändern müssen: “Der konsequente letzte Schritt der veränderten Wissensproduktion wird eine dazu passende Vermittlung von Wissen sein. Hier sind gerade auch die Universitäten gefragt.”

Michael Schetsche, Privatdozent am Soziologischen Institut und einer der beiden Herausgeber des Bandes, weist auf generelle Veränderungen hin: “Die entscheidenden sozialen und kulturellen Veränderungen gehen heute von den digitalen Wissensnetzen aus. Wer deren Regeln nicht kennt, wird unweigerlich scheitern - sozial, ökonomisch und politisch.”

Und sein Mitherausgeber, der Berliner PR-Redakteur Kai Lehmann, ergänzt: “Das Internet bietet neue Chancen. Aber nur, wenn wir sie bewusst gestalten, können wir davon profitieren. Sonst marschieren wir geradewegs in eine digitale Wissensödnis.”

Von Kai Lehmannam 10.09.05 um 00:19 Kommentieren

Willkommen in der Google-Gesellschaft

Die Google-Gesellschaft ist mehr als ein Buch: Als kontinuierliches Projekt begleitet es den Weg in die digitale Wissensgesellschaft. Mit dem gleichnamigen Buch ist eine erste Bilanz vorgelegt worden.

Weitere Projekte folgen:

  • Ab sofort startet das Blog zum Buch, das Aktuelles, Wissenswertes und Termine rund um die Google-Gesellschaft aufschnappt und eindampft.
  • google-gesellschaft.de, die Website zum Buch, soll um Texte, Interviews und Diskussionen ergänzt werden. Entsprechend sammelt das Blog hierfür Materialien.
  • Die Texte der Google-Gesellschaft werden ein Jahr nach Erscheinen unter Creative Commons-Lizenz gestellt. In einem Wiki werden zentrale Beiträge online gestellt. Gemeinsam können alle Interessierten diese Beiträge weiterentwickeln und an der aktualisierten zweiten Ausgabe mitarbeiten.

Weitere Ideen?

Von Kai Lehmannam 6.09.05 um 22:23 Kommentieren


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