Artikel in der Kategorie 'Und der ganze Rest...'

Suchmaschinen in Technik, Wirtschaft und Medienkunst

Am 28.9.2006 lud der Gemeinnützige Verein zur Förderung der Suchmaschinen-Technologie und des freien Wissenszugangs e.V., kurz “SuMa-eV”, zu seinem dritten Forum in die niedersächsische Landesvertretung nach Berlin ein. Die SuMa-eV Foren sind in Deutschland zur regelmäßigen und richtungsweisenden Veranstaltung im Bereich der Suchmaschinentechnologie geworden. Im diesjährigen Forum wurden Trends, Richtungen, Probleme und Alternativen dieser Schlüsseltechnologie der Informationsgesellschaft vorgestellt und diskutiert. Dabei wurden drei Bereiche genauer fokussiert: Entwicklungen in der Technik, in der Wirtschaft und deren Reflexionen in der Medienkunst.

In seiner Begrüßungssrede unterstrich der Geschäftsführer des SuMa eV, Herr Dr. Sander-Beuermann, dass es primäres Ziel des SuMa-eV ist, gesellschaftlichen Pluralismus durch technische Strukturen abzubilden. Hierfür seien dezentrale und damit kaum monopolisierbare Suchmaschinen für die Wissensgesellschaft des 21. Jahrhunderts wesentliche Voraussetzung.

Seitens der Bundesregierung unterstrich die Parlamentarische Staatssekretärin Frau Dagmar Wöhrl namens des Bundeswirtschaftsministeriums, dass dieses Problem auch politisch erkannt sei, und im deutsch-französichen Quaero-Projekt eine Antwort finde. Frau Wöhrl lobte in Ihrem Grußwort auch die Arbeit des SuMa-eV auf diesem Gebiet.

Die folgenden Vorträge stellten u.a. technische Ansätze zur Vielfaltsicherung unter den Suchmaschinen vor, wie z. B. P2P-Suchmaschinen und Plattformen für Open-Crawling, die in die Richtung einer Wikipediarisierung der Suchmaschinen gehen. Auch für die immer stärker werdende Multimedialität des Web wurden neue Wege gezeigt.

“Wenn es in Europa nicht gelänge, eigene Wege zum digitalen Weltwissen zu öffnen, dann werde der Niedergang der deutschen und der europäischen Wissensgesellschaft mit all ihren wirtschaftlichen Folgewirkungen beschleunigt”, so der Marktforscher Dr. Alexander Linden im wirtschaftlichen Teil der Vorträge. Dies gelte nicht nur gegenüber der anglo-amerikanischen Welt, sondern genauso für fernöstliche und russische Entwicklungen, deren Standards und Marktanteile sich auf westlichem Niveau befänden. In Westeuropa seien eigene Wege bisher kaum zu erkennen. Prof. Hendrik Speck unterstrich dies durch die eine Analyse wirtschaftlicher Daten und Statistiken.

Die Präsentationen zur Medienkunst stellten dann eindrucksvoll dar, wie gesellschaftliche Veränderungen der Informationsgesellschaft in der Kunst reflektiert und bewusst gemacht werden.

Der SuMa-eV plädierte für die Fortführung der dezentralen Entwicklungen um gesellschaftlichen Pluralismus im digitalen Wissensraum zu sichern, und stellte mit seinen kostenlos verfügbaren Opencrawl-Ansätzen www.opencrawl.de und der YaCy-Platform www.yacy.de eine Basis dafür bereit.

Link: http://suma-ev.de

Von Markus Franzam 30.09.06 um 11:04 2 Kommentare

Jetzt wirds politisch

Wie Heise Online verkündet, gibt es seit gestern nun eine Piraten Partei Deutschland (PPD). Grundsätzlich widmet sie sich dem freien Zugang zum Wissen und “den wichtigen Themen des 21. Jahrhunderts”, wozu nach eigener Aussage vor allem “der gläserne Staat” statt des “gläsernen Bürgers” gehört.

Ob man für dieses Anliegen eine weitere Partei (neben über 30 kleineren und den 14 Parteien, die bei der Bungestagswahl 2005 anzukreuzen waren) benötigt, oder ob es vielleicht auch ausreicht, durch aktives politisches Engagement bestehende Parteiprogramme auszumöbeln, kann nun jeder für sich selbst entscheiden.

Von Markus Franzam 11.09.06 um 18:04 1 Kommentar

Anteile an der Gesellschaft

Es gab neue Zahlen zu Marktanteilen von Suchmaschinen. Die wichtigste Nachricht: Alles bleibt wie bisher, Google auf Platz 1, dann Yahoo!, MSN, AOL und Ask.

Welche minimalen Veränderungen welches Institut wem bescheinigt, kann man bei @-Web nachlesen.

Von Markus Franzam 24.08.06 um 20:10 1 Kommentar

Googlen verboten?

Dieser Blog dreht sich um “Die Google-Gesellschaft”. Und in dieser hat sich im Sprachschatz von fast jedem fas Wort googlen als Synonym für suchen finden eingebürgert. Das meint auch das Oxford English Dictionary.

Google meint aber, das Verb googlen verletze aber vielleicht Recht des Unternehmens. Eigentlich haben wir doch alle mit Google einmal irgendwas gelernt - aber jetzt verschickt man blaue Briefe an die eigenen bösen Schüler, um zu klären, ob googlen wirklich gut ist.

Die ganze Geschichte gibts auf der Website des New Zealand Herald.

Von Markus Franzam 14.08.06 um 13:14 5 Kommentare

Google Permanent

Nein, kein neuer Dienst von Google. Eher ein fürchterliches neues Feature der Google Toolbar: Es wird überwacht, ob ein anderes Programm die eingestellte Standardsuchmaschine ändert. Das dürfte der MSN bzw. Yahoo Toolbar nicht gefallen.

Vor allem wird es aber hässlich für den Nutzer: Er installiert die Google Toolbar und bekommst ständig im Hintergrund die Standardsuchmaschine “richtig” eingestellt.

Von Markus Franzam 30.07.06 um 09:31 1 Kommentar

Lesen bildet - auch auf Papier

Letztens diese beiden Werke nebeneinander bei Dussmann entdeckt (ok, ok, die standen eigentlich übereinander).

DSC00064neu.jpg

Von Kai Lehmannam 24.07.06 um 16:58 Kommentieren

Erklärung des SuMa-eV zur Quaero-Initiative

Der SuMa-eV begrüßt ausdrücklich, dass mit dem deutsch-französischen Quaero-Projekt

  • die Abhängigkeit Europas vom digitalen Informationsfluss endlich erkannt worden ist, und
  • die Initiative ergriffen wird, Europa zu mehr Unabhängigkeit in der Informationsgesellschaft des 21-ten Jahrhunderts zu führen.

Mit Quaero eröffnen sich neue Möglichkeiten, Alternativen zu schaffen. Hierbei spielen Suchmaschinen als Gatekeeper der Informationsgesellschaft eine zentrale Rolle. Daher sollte es eines der Ziele des Quaero-Projekt sein, Alternativen zu den bisherigen Suchmaschinen zu schaffen und diese qualitativ hochwertig und unabhängig von globalen Quasi-Monopolen zu betreiben.

SuMa-eV verfolgt das Ziel, den freien Zugang zu digitalen Informationsquellen zu gewährleisten und möchte mitwirken, eine dafür optimale technische Infrastruktur zu entwickeln und einzusetzen. Der Pluralismus unserer Gesellschaft sollte sich auch in einer Vielfalt von Informationszugängen wiederspiegeln. Dazu bietet eine dezentrale Informationsinfrastruktur optimale Voraussetzungen. Sie schafft das Potential einer qualitativen Verbesserunng für die Interessen der Nutzer und für die Behandlung der eingebundenen Informationen. Eine solche Infrastruktur hat darüber hinaus auch erhebliche technische Vorteile, die sich aus der inhärenten Redundanz ergeben, die zentrale Systeme nicht bieten können.

SuMa-eV fordert daher, dass im Quaero-Projekt die dezentrale Informationsinfrastruktur Berücksichtigung findet. Diese Infrastruktur erfordert den Einstieg in den Aufbau eines Netzwerks von dezentralen Suchmaschinen in einem Verbund von unterschiedlichen Betreibern aus möglichst vielen gesellschaftlichen Bereichen, die wiederum gesellschaftliche Pluralität spiegeln. Ein solches Netzwerk kann nach dem aktuellen Stand der Technik realisiert werden und sollte umgehend gefördert und aufgebaut werden. Quaero sollte dazu die Basis schaffen, aus der eine selbstorganisierende Fortentwicklung folgt.

Von Wolfgang Sander-Beuermannam 20.07.06 um 14:02 Kommentieren

Teure Google-Gesellschaft

Wenn das Internet zunehmend den Alltag dominiert und verändert, wenn sich Wirtschaft und deren Geschäftsmodelle wandeln, dann ist es (leider) nur schlüssig, dass Unternehmen versuchen, hieraus Profit zu schlagen.

Bei der Debatte um Software-Patente erleben wir es ja regelmäßig, dass kleinste Ideen und Programmzeilen geschützt werden sollen, um für Geschäftemacherei herzuhalten. Das Abmahnwesen mancher Rechtsanwälte (s. aktuelle c’t) ist ein anderes leidiges Kapitel.

Mindestens ebenso schwer wiegend wie die Diskussion um die Softwarepatente ist die der Netzneutralität. Es geht dabei um eine grundsätzliche Weichenstellung im Umgang mit dem Internet und den technologischen Innovationen: Sollen sich Netzanbieter den Traffic großer Portale und Unternehmen wie Google, Ebay und Amazon noch einmal zusätzlich honorieren lassen (neben den Kosten, die das Surfen und das Webhosting an sich ja schon kosten)? Sollen Informationen nach ihrer Wertigkeit und nach den finanziellen Möglichkeiten des Senders und Empfängers unterschieden werden?

Vor allem in den Staaten wird das Thema heiß diskutiert und führte schon zu einer Anhörung vor dem US-Kongress. In Deutschland stellen sich in erster Linie die Telekom und in ihrem Schatten die Kabelnetzbetreiber als vermeintliche Goldschürfer mit den Dollarzeichen in den Augen heraus.

heise online: Was ist das Interesse der Netzbetreiber?

van Schewick: Die Netzbetreiber sehen die Chance, ohne Netzneutralitätsregeln stärker vom wirtschaftlichen Erfolg der Inhalte und Anwendungen profitieren zu können. Für sie geht es um viel Geld. Sie haben daher eine Lobbying-Schlacht zur Abwehr von Netzneutralitätsregeln begonnen.

(…)

heise online: Warum ist es denn aus ihrer Sicht so wichtig?

van Schewick: In einer Welt ohne Netzneutralitätsregeln können die Netzbetreiber bestimmen, wofür das Netz genutzt wird. Konkurriert eine Anwendung mit einer Anwendung der Netzbetreiber, können sie sie von ihrem Netzwerk ausschließen. Die an das Netz angeschlossenen Kunden haben dann keine Möglichkeit mehr, die Anwendung zu nutzen. So haben Telefonnetzbetreiber nicht unbedingt ein Interesse daran, ihre Telefonkunden an Internet-Telefonieanbieter zu verlieren – ein guter Grund, die Nutzung von Internet-Telefonie einfach technisch zu verhindern. Wegen der damit verbundenen Werbeeinnahmen möchte ein Netzbetreiber seine Kunden am liebsten auf sein eigenes Portal leiten – ein guter Grund, Zugriffe auf das eigene Portal schneller zu transportieren und damit dessen Nutzung für die Kunden attraktiver zu machen. Über Erfolg oder Misserfolg von Anwendungen bestimmen dann nicht mehr der Markt, sondern die Netzbetreiber.

(c’t 13/06-Interview)

Auf heise gibt es dazu umfassende News.

Von Kai Lehmannam 19.07.06 um 11:46 Kommentieren

Google - Die Macht einer Suchmaschine (II)

Mittlerweile gibt es auf tagesschau.de eine Zusammenfassung der ZAPP-Spezials “Google - Die Macht einer Suchmaschine” mit zahlreichen Interviews.

Guckst du hier: http://service.tagesschau.de/multimedia-box/index.php?id=google

Das Original wird noch einmal am 15.7.2006 ausgestrahlt.

Von Kai Lehmannam 3.07.06 um 10:02 Kommentieren

ARD Tagesthemen: Der Fall Google

Die Diskussion um das Einscannen von Büchern schlägt nun auch in Deutschland Wellen bis in die Tagesthemen. Besonders interessant finde ich in der zweiten Hälfte die Erklärungen zur Macht von Google, die durch die Vielzahl der unterschiedlichen Dienste entsteht.

Wer die Tagesthemen heute verpasst hat kann sich den Beitrag dennoch ansehen: Tagesschau.de

Von Markus Franzam 28.06.06 um 23:09 2 Kommentare

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