Archive for the 'Und der ganze Rest...' Category

Die revolutionäre Google-Gesellschaft diskutiert

Sunday, March 5th, 2006

Nachdem der morgige Vortrag zum Suchen & Finden im Netz bei Martin Röll leider ausfallen muss, hier ein möglicher Nachholtermin und eine Reihe weiterer spannender Diskussionen rund um die Google-Gesellschaft:

(1) Navigieren im Wissensmeer. Von den Klippen der Google-Gesellschaft
Voraussichtlich: 27. März 2006, 20.00 Uhr
Ort: Riesa Efau, Adlergasse 14/16, Dresden-Friedrichstadt. Eintritt kostenlos, Voranmeldung nicht nötig.

Vortrag von mir, der sich ausgehend von den Wurzeln der Wissensgesellschaft in die Niederungen des Suchens & Findens begibt und zum Schluss noch einmal die wissenspolitischen Fragen der Google-Gesellschaft diskutiert.

(2) Das offene Netz. Weblogs und Wikis: partizipative Medienwelten im Internet
Dienstag 7. März um 20.00 Uhr, Eintritt kostenlos
Buchhandlung Lehmanns, Hardenbergstr. 5, 10623 Berlin

Diskussion zur zweiten Auflage des Buches “Die heimliche Medienrevolution” von Erik Moeller. Mit Markus Beckedahl, Johnny Haeusler und Volker Grassmuck.

(3) Das Projekt einer digitalen europäischen Bibliothek
Dienstag, 7. März um 18.30 Uhr
Französische Botschaft, Berlin (Personalausweis nicht vergessen)

Jean-Noel Jeanneney hält einen Vortrag zum Thema »Das Projekt einer digitalen europäischen Bibliothek«. Einführung: Barbara Schneider-Kempf, Generaldirektorin der Staatsbibliothek zu Berlin In französischer Sprache. Der Vortrag wird simultan übersetzt.

(4) Digitale Medien und Wissenschaftskulturen
Donnerstag, 30. März, Neuer Senatssaal, Universität zu Köln

Vortrag von Michael Schetsche zum Thema “Die digitale Wissensrevolution - Netzwerkmedien, kultureller Wandel und die neue soziale Wirklichkeit”, 12 Uhr

(5) Social Skills durch Social Software
23. Mai 2006, 19 Uhr, Salzburg

Buchvorstellung von mir mit anschl. Diskussion

(6)
Immer wieder spannend: Der Webmontag
20. März, newthinking store, Tucholskystraße 48, Berlin

Professur mit Fun

Monday, February 13th, 2006

Digitale, soziale Mikrowelten entstehen nicht erst mit dem Internet. Computerspiele sind seit jeher kultureller Ausdruck und Spiegelbild der Zeit - und eben nicht nur der technischen Möglichkeiten. An der Universität Ilmenau wird jetzt eine Professur für Computerspiele eingerichtet. Erforscht werden soll die Konzeption, Nutzung, Vermarktung und Wirkung von digitalen Spielen. Dabei sollen sozial-, technik- und wirtschaftswissenschaftliche Kompetenzen interdisziplinär verzahnt werden, um der Komplexität digitaler Spiele Rechnung zu tragen, weiß heise online zu berichten.

Das Netz ist unabhängig

Thursday, February 9th, 2006

Vor 10 Jahren erklärte Perry Barlow das Internet für unabhängig. Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos verlas der Netzpionier seine Unabhängigkeitserklärung des Cyberspace, die dort nur wenig Gehör fand, wie Detlev Borches auf heise online zu berichten weiß.

Der Cyberspace besteht aus Beziehungen, Transaktionen und dem Denken selbst, positioniert wie eine stehende Welle im Netz der Kommunikation. Unsere Welt ist überall und nirgends, und sie ist nicht dort, wo Körper leben.

Und er benannte auch die Konfliktlinien, die sich mit der Kommerzialisierung und Regulierung des Internets ergaben:

Eure Rechtsvorstellungen von Eigentum, Redefreiheit, Persönlichkeit, Freizügigkeit und Kontext treffen auf uns nicht zu. Sie alle basieren auf der Gegenständlichkeit der materiellen Welt. Es gibt im Cyberspace keine Materie.

Auf zwei weitere grundlegende Erklärungen zum Cyberspace weist Borchers noch hin: Die Magna Charta des Informationszeitalters und die 95 Thesen des Cluetrain Manifests. Ich möchte einen weiteren Text hinzufügen, der hinterfragt, wie und wann wir das Netz verstehen können: Die Vision der Creative Network Factory, die eine Reihe Bremer Cybersoziologen, u.a. Michael Schetsche und ich, vor einigen Jahren schrieben.

Innerhalb weniger Jahre haben die Netzwerkmedien die wissensverarbeitenden und kommunikativen Prozesse in unserer Gesellschaft signifikant verändert. Der Einfluß dieser netzwerkbasierten Technologien auf das zukünftige Zusammenleben der Menschen läßt sich heute in seinen ganzen Konsequenzen noch nicht abschätzen. Sicher ist jedoch, daß die Netzwerkmedien - gemeinsam mit anderen Anwendungsweisen des Computers - eine ökonomisch-soziale Revolution ausgelöst haben, die in ihren Auswirkungen der industriellen Revolution in nichts nachstehen wird. Die neuen Medien werden nicht nur Informations-, Kommunikations- und Wissensvorgänge verändern, sondern auch vielfältige ökonomische und soziale Prozesse neu ordnen. Gleichzeitig lassen sie neue Arten von Lebensräumen und Sinnwelten entstehen, die den Menschen bislang unbekannte Formen des kollektiven wie individuellen Handelns ermöglichen. Das sich entfaltende Kommunikationspotential der Netzwerkmedien sowie die Einverleibung der traditionellen Individual- und Massenmedien erzeugen einen neuartigen globalen Kommunikations- und Interaktionsraum mit originären sozialen Regelungsmechanismen, den Cyberspace.

Ein Recht auf Existenz? Der Fall BMW

Monday, February 6th, 2006

Ein wenig Schadenfreude schwingt hier und dort schon mit, wenn die Blogosphäre über BMWs Rauswurf aus dem Google-Index berichtet. Die “Manipulaton” der eigenen Website, um Google besser zugefallen, wird dabei immer wieder als Old-Economy vs. New Economy gedeutet. Dabei dürfte Google durchaus als Gegner auf Augenhöhe gelten und sollte langsam in den Kommentaren sein Garagen-Image verlieren.

Spannend bei diesem Beispiel ist die Frage: Besitzen Unternehmen, Personen oder Themen ein digitales Existenzrecht? Denn wer bei Google nicht erscheint, existiert nicht. Das hat auch schon der französische Staatspräsident Jaques Chirac begriffen:

Heute entsteht eine neue Geographie des Wissens und der Kulturen. Was morgen nicht online verfügbar ist, läuft Gefahr, unsichtbar zu werden”, so Chirac in seiner Neujahransprache.

Gibt es ein einklagbares Recht, bei Monopolführer Google gelistet werden zu müssen?

Natürlich glaubt niemand daran, dass dieses “Aussperren” von langer Dauer sein wird. Doch was ist mit den vielen kleinen Unternehmen, die sich keine teure Optimierung leisten können? Was mit denen, die auf Platz 100 landen? Machen die schlechtere Arbeit?

Die PR-Inszenierung von Google zeigt dagegen, wie relevant es heutzutage ist, bei Google gelistet zu sein. Warum hat Google eigentlich nicht einfach die BMW-Site auf Platz 1.000 gesetzt. Das wäre der gleiche Effekt, aber weniger Spektakel. In Sachen Guerillia-Marketing hat Google damit wieder mal gepunktet.

Interview: »Bloggende Unternehmen sind arme Seelen«

Tuesday, December 20th, 2005

Interview mit Thomas Knüwer, Handelsblatt

Thomas Knüwer ist Redakteur beim Handelsblatt. Mit seinem Weblog »Indiskretion Ehrensache« berichtet er mit bissiger Feder über die spannenden Nebensächlichkeiten seiner Arbeit. Dieses Interview ist eine leicht erweiterte Fassung eines Interviews, das in Einblicke, der Agenturzeitung von wbpr Public Relations, erschienen ist.

E-Mail, WWW und Google haben unsere Sicht auf die Welt verändert. Nun kommen mit Weblogs und Podcast neue Möglichkeiten hinzu. Ist das Internet revolutionär?
Revolution würde umstürzen bedeuten. Das Internet ist eine Evolution, wie so viele technische Neuerungen zuvor. Auch glaube ich nicht, dass Google & Co. unsere Sicht verändert haben (außer mit Satellitenbildern), sondern unsere täglichen Abläufe. Weblogs sind ein Szene-Ding mit dem Potenzial, einer Menge Menschen Spaß zu bringen. Die Medienwelt aus den Angeln heben werden sie aber nicht.

Welchen Beitrag kann das Internet für eine demokratischere Gesellschaft leisten?
Ohne Frage einen großen. Durch seine Anonymität kann das Internet unterdrückten Menschen zum Sprachrohr werden.

Google spielt eine zunehmend stärkere Rolle im Netzalltag der Nutzer. Die ausufernde Produktstrategie des Suchspezialisten aus Mountain View und der hohe Marktanteil unter den Suchmaschinen lassen aber zunehmend kritische Töne aufkommen. Sind die Medien bisher zu google-gläubig mit dem Wunderkind umgegangen?

Nein, es gab und gibt ausreichend kritische Stimmen. Auch das indiskutable Vorgehen beim Börsengang wurde ausreichend beleuchtet. Trotzdem wurde er ein Riesenerfolg: Gier macht manchmal eben taub.

Auch Unternehmen und PR-Agenturen springen auf das Thema Weblogs an. Ist das der Beginn des großen Dialogs?
Bloggende Unternehmen sind in der Regel von Unternehmensberatern fehlgeleitete, arme Seelen. Außer dem Blog von Frosta gibt es kein gelungenes Beispiel in Deutschland für ein Firmen-Weblog. Niemand muss dieses Instrument nutzen, man kann auch ohne prima leben. Wenn es Manager gibt, die mit Herzblut Lust darauf haben – herzlich willkommen! Aber dafür ist ein Maß an Offenheit nötig, dass sich nur schwer mit dem Wirtschaftsalltag vereinbaren lässt.

Nur eine Ausnahme erkenne ich: Weblogs lassen sich exzellent und mit geringem technischen Aufwand für die Krisen-PR nutzen. Sie sind leichter handhabbar als die bisher aufgestellten Black Sites.

Und Ihr eigenes Weblog, welche Erfahrungen machen sie damit?
Für fest angestellte Print-Journalisten wie mich ist Bloggen immer nur ein nettes Nebenbei. Ich verwende nicht mehr als eine Stunde täglich darauf. Vielleicht wird es irgendwann auch in Deutschland möglich sein, wesentliche Teile des Einkommens über Bloggen hereinzuholen – ich bin da aber sehr skeptisch.

Mit dem Wandel durch das Internet verändert sich auch die Kommunikation von Unternehmen. Welche Lektionen müssen diese noch lernen?
Unternehmen haben noch nicht begriffen, dass durch private Veröffentlichungen ihr Image Schaden nehmen kann. Dies betrifft vor allem Konsumgüterfirmen: Wer sich über die Qualität eines neuen oder bisher nicht bekannten Produktes informieren will, sucht bei Google. Wenn er dann auf negative Erfahrungsberichte stößt, hat das Unternehmen ein Problem.

Unternehmen wie Frosta, Sun und BMW nutzen Weblogs zur Kommunikation mit ihren Stakeholdern. Wann sollten Unternehmen auf Weblogs verzichten?
Wenn Sie nicht bereicht sind, sich zu öffnen. Und das ist auch kein Problem: Man MUSS kein Weblog haben.

In Ihrem Weblog »Indiskretion Ehrensache« kommen PR-Agenturen oft nicht gut weg. Mit Ihrer Serie »Die kleine PR-Agentur am Rande der Stadt« haben Sie sogar eine Weblog-Soap geschaffen. Sind Sie manchmal nicht auch ungerecht in Ihren Kommentaren?
Nein. Der Großteil dessen, was ich von PR-Agenturen bekomme ist unprofessioneller Mist. Dafür gibt es eine Reihe von Gründen, die meisten sind nachvollziehbar. Nur: PR-Leute haben zwei Kunden – ihren Auftraggeber und mich. Und mich als Kunde interessiert nicht, welche Probleme PR-Agenturen haben, die mir meine Zeit stehlen. Ich werde nicht dafür bezahlt, Verständnis zu haben, sondern meinen Job zu machen. Genauso übrigens muss kein PR-Mensch Verständnis für meine Fehler haben. Wir sind im Business und nicht auf der Walldorf-Schule.

Thomas Knüwers Weblog findet sich unter http://blog.handelsblatt.de/indiskretion/

Das Borg-Syndrom voraus?

Friday, December 9th, 2005

Vorgestern erschien bei Telepolis ein zwar launiger, aber im Kern vielleicht doch ernst gemeinter Essay: Telekommunikativ Überfordert?
Wolf-Dieter Roth berichtet darin über die neue Furcht vor der Kommunikationssucht, die sich – wie sollte es anders sein – in den USA auszubreiten scheint:

„Die New York Times [extern] verkündet dieser Tage, dass zwischen sechs und zehn Prozent der etwa 189 Millionen Internetnutzer in den USA einer Abhängigkeit von diesen Kommunikationsmedium entwickelt haben, die so zerstörerisch sein kann wie Alkohol oder Drogen.

Die Entzugsymptome ähneln denen anderer Süchte, so die Medizinerin Dr. Cash, die eine Klinik für Internet- und Computersüchtige betreibt: Von Schwitzen über Angstzustände bis zu ausgewachsener Paranoia sei alles vertreten. Ebenso Schlaflosigkeit ([local] Wenn die Nächte nicht enden wollen…), dafür bleierne Müdigkeit am Tag und Antriebslosigkeit bis zur Depression. Nicht ohne Grund wird der PDA [extern] Blackberry ja auch gerne [extern] Crackberry genannt, doch auch mit ganz gewöhnlichen Handys wird regelmäßig heimlich unter Schulbank oder Bürotisch gesimst.

Diejenigen, die einsehen, dass sie ein Problem haben und sich deswegen in Behandlung begeben, haben dabei das Problem, dass Kommunikations- beziehungsweise Internetsucht bislang nicht offiziell als Krankheit anerkannt ist und deswegen die Krankenversicherungen auch nicht die Kosten für die Behandlung übernehmen, so die New York Times.“

Diese ‚Gefahrenwahrnehmung‘ ist nicht neu. Und sie stammt tatsächlich aus den USA, wo der Psychiater Ivan Goldberg 1994 in einer Mailinglist einen scherzhaft gemeinten Beitrag über eine neue von im „Internet Addiction Disorder“ genannte Krankheit lieferte. Zu seiner eigenen Überraschung nahmen viele Leser und Leserinnen seinen Scherz jedoch überaus ernst: die Internetsucht war geboten. Diese und andere Details finden sich in dem Aufsatz „Internetsucht – eine konstruktionistische Fallstudie“, die Susanne Walter und ich im Jahre 2003 für die Zeitschrift Soziale Probleme verfasst hatten (ist leider immer noch nicht online zugänglich).

Auf den ersten Blick also: nichts Neues. Jenseits der ‚konstruktionistischen Fallstudie‘ darf man natürlich trotzdem fragen: Was ist dran an der These der kommunikativen Überforderung? Kommt zur Möglichkeit permanenter Kommunikation nun der Zwang hinzu, diese auch zu nutzen?

Richtig ist sicherlich, dass wir uns heute selbst in ein immer lückenloseres Kommunikationsnetz einbinden, das uns kontinuierlich mit anderen Menschen, aber auch mit Programmen und Maschinen verlinkt. Aktuell beobachten wir den Siegeszug der mobilen Kommunikatoren. Mit ihnen wird der Informationsaustausch völlig unabhängig von Orten und sozialen Situationen. Zumindest wahrscheinlich ist, dass diese neuen Möglichkeiten auch einen sozialen Zwang zur Kommunikation hervorbringen werden. Wer seine Emails nur unregelmäßig beantwortet, keinen Anrufbeantwortet besitzt oder sein Handy ausgeschaltet lässt, hat bereits heute schnell den Ruf weg, unkommunikativ, möglicherweise sogar unsozial zu sein. Er wird auch immer häufiger von seinem sozialen Umfeld gerügt oder anderweitig abgestraft. Was wir beobachten ist zweifellos die Entstehung einer sozialen Norm, nach der jedes Mitglied der Google-Gesellschaft jederzeit ‚online‘ zu sein hat – erreichbar in jeder Lebenssituation, am Tage und in der Nacht.

Mit dieser Norm korrespondiert allerdings auch der innige Wunsch vieler, gerade aber der jugendlichen Gesellschaftsmitglieder, dieser Norm zu folgen. Diesen Wunsch, jederzeit auch mit weit entfernten Mitmenschen via Handy und SMS, Email und Chat verbunden zu sein, beschreibt Roth in seinem Artikel.

Aber bringt uns dieser Wunsch nach permanentem Austausch gleich einer Kollektiv-Zivilisation näher, wie wir sie bislang nur aus der Science-Fiction kennen? Wird diese so aussehen müssen, wie das Kollektiv der „Borg“, das die Fernsehserie Startrek einst als negativen Gegenhorizont zur menschlichen Individualität zeichnete? Und gilt auch hier: Widerstand ist zwecklos? Fraglich ist, ob ein Wunsch immer gleich zum inneren Zwang erklärt werden sollte und gesellschaftliche Besorgnis auslösen muss. Krankhafter Drang zur medial vermittelten Kommunikation? Ich bin kein Anhänger solcher Pathologisierungen. Und an all die in den letzten Jahren ausgerufen und mit dem Suffix ‚Sucht‘ gebildeten sozialen Probleme mag ich ohnehin nicht so recht glauben. Ich gebe allerdings zu, dass ich (leider) auch nicht zur Berufsgruppe gehöre, die mit immer neuen Alarmmeldungen und Therapievorschlägen ihren Lebensunterhalt bestreiten kann. Aber, liebe Psychologen, Sozialarbeiterinnen und Psychiater, wenn Ihr denn meint, eine neue psychosoziale Gefahr ausrufen zu müssen, lasst mir wenigstens den Ruhm der Namensgebung: Nieder mit der Kommunikationssucht – es lebe das „Borg-Syndrom“ … nach Schetsche (2005) .
;-)

Google obzön?

Monday, November 21st, 2005

Bei blick online entdeckt, angeblich vom Infam-Blog gefunden (dort aber nicht gefunden):

Gebt doch einmal “Riesenkamel” bei Google ein ;-)

Blogs: Ein Geschenk von Mütterchen Russland

Monday, November 14th, 2005

Russland nimmt nicht nur bezüglich einer Blogger-Zahl von ca. 170 000 registrierten Nutzern einen engagierten Platz ein, sondern beansprucht neuerdings für sich auch, Blogs erfunden zu haben: Ein findiger russischer Blogger hat herausgefunden, dass das Phänomen bereits 1837 vom russischen Prinzen Wladimir Odojewskij vorausgesagt wurde.

In einer utopischen Schrift entwarf dieser ein Bild der russischen Gesellschaft im Jahre 4438, in dem die Häuser durch magnetische Telegraphen verbunden sein würden, die es weit voneinander entfernt lebenden Menschen erlauben würden, miteinander zu kommunizieren. Außerdem würde jeder Haushalt eine Art Tagesjournal veröffentlichen und unter ausgewählten Bekannten verbreiten:

Viele Haushalte hier veröffentlichen Journale, die die gewöhnliche Korrespondenz ersetzen. Solche Journale stellen in der Regel Informationen über die gute oder schlechte Gesundheit, Familienneuigkeiten, verschiedene Gedanken und Kommentare, kleine Erfindungen und Einladungen zu Empfängen bereit.

Russische Blogger sehen hierin einen Beweis für den berechtigten Glauben an das russische Genie, der laut Moscow News eine der grundlegenden Eigenheiten der russischen Mentalität sei – zumal der technologische Fortschritt Odojewskijs Vision für das Jahr 4438 einen großen Schritt näher an seine eigene Lebenszeit gerückt hat.

Jonet-Tag (3): Bürgerjournalismus? II

Saturday, November 12th, 2005

Leider bisher nicht viel Neues: Blogs und Journalismus, Blogs und Meinungsmacht sowie Wikinews. Das sagt auch Johnny Haeusler: “Mikromedien sind nichts Neues. Es gibt schon längeren einen Trend zur Diversifizierung von Medien.”

Was sind die wirklich neuen Fragen? Vielleicht sollten Blogger/ Podcaster/ Wikipedianer nicht untereinander diskutieren. ;-)

Infos zur Diskussion auch bei Wortfeld und Beissholz.

: Alle Statements wurden natürlich nicht mit den Rednern gegengecheckt.

Die österreichische Google-Gesellschaft

Wednesday, November 9th, 2005

Die Google-Gesellschaft erobert Österreich. Nach einer Buchvorstellung bei Ö1/ ORF (wie spricht man das nur aus?), habe ich nächste Woche ein Interview für einen längeren Beitrag zum digitalen Wandel des Wissens: Dimensionen - Die Welt der Wissenschaft

Also, Ohren auf am 23.11.!